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Fußball-Profi Brosinski : „Es wird gechillt und gezockt“

  • -Aktualisiert am

„Das ist für mich eine komische Situation“: Mainz-05-Profi Daniel Brosinski Bild: Imago

Auch Daniel Brosinski musste die vergangenen Wochen alleine trainieren: Der Mainzer Profi spricht im Interview über sein Training zu Hause, „E-Sport“, Fußball ohne Emotionen und seinen Karriereplan nach dem Sommer.

          3 Min.

          Herr Brosinski, Rouven Schröder hat am vorigen Dienstag nach der DFL-Mitgliederversammlung angedeutet, dass Mainz 05 diese Woche ins Kleinstgruppentraining einsteigen könnte. Wie haben Sie die Nachricht aufgenommen?

          Nach den vielen schlechten Nachrichten war das natürlich mal eine gute Nachricht, weil es zu Hause doch irgendwie langweilig wird. Ich vermisse die Gruppendynamik, den Kontakt mit den Mitspielern. Immer für sich alleine zu trainieren, um sich fit zu halten, ist auf Dauer unbefriedigend. Wir haben das jetzt drei Wochen gemacht, jetzt reicht‘s eigentlich.

          Sie sitzen gerade in Karlsruhe. Haben Sie sich dort die gesamte Zeit aufgehalten, oder sind Sie zwischen Karlsruhe und Mainz gependelt?

          Als die Nachricht kam, dass wir zu Hause trainieren sollen, habe ich mich ins Auto gesetzt und bin in die Heimat gefahren.

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          Was hat für Karlsruhe oder gegen Mainz gesprochen?

          Für Karlsruhe gesprochen hat, dass meine Eltern, meine Schwester und meine Freunde hier wohnen. Auch wenn ich die vielleicht nur einmal die Woche und mit Abstand sehe, ist die Entfernung dann nicht so groß.

          Wie sieht Ihr Tagesablauf aus? Wo bauen Sie den Trainingsplan ein, den Sie von den Athletiktrainern bekommen haben – und was bauen Sie drumherum?

          Ich habe relativ viel Zeit, mir den Tag einzuteilen, und diese Zeit nutze ich, um richtig auszuschlafen. Nach dem Aufstehen frühstücke ich ganz normal, und je nachdem, wie fit und motiviert ich bin, mache ich am frühen Mittag meinen Lauf – oder ich schiebe ihn auf den Nachmittag. Danach esse ich noch eine Kleinigkeit, und zu Hause mache ich auch noch mein Workout. Anschließend wird erst mal ein bisschen auf der Couch gechillt und Playstation gespielt, dann noch mal was gegessen, und nach dem Essen mit den ganzen Kollegen über Headset ein wenig gezockt.

          Das klingt ein bisschen freudlos ...

          Ja, es ist halt im Moment jeden Tag derselbe Ablauf. Deshalb wäre es schön, wieder zum normalen Alltag überzugehen, um ein paar andere Beschäftigungen zu haben und auch mal wieder ein paar Leute zu Gesicht zu bekommen.

          Sie haben die Playstation erwähnt: Am vorvergangenen Samstag waren Sie für den Verein im Einsatz. Wie kamen Sie zu der Ehre? Hat die Mannschaft Sie gewählt?

          Nö, ich bin ab und zu mit der E-Sports-Abteilung von Mainz 05 in Kontakt und hatte den Jungs auch schon ein-, zweimal live am Spieltag zugeschaut. Und fürs Zocken konnte man mich schon immer begeistern. Außerdem verbringe ich auch viel Freizeit an der Konsole. Deshalb war es für die Jungs klar, dass ich das machen soll. Eigentlich wurde ich auch gar nicht gefragt, sondern direkt eingeteilt.

          Und ein Ergebnis, von dem so mancher Trainer träumt: 2:2 gegen Dortmund ...

          ... auf dem Rasen ist das sofort unterschrieben.

          Nach welchen Kriterien haben Sie Ihre Mannschaft aufgestellt?

          Es gibt ein paar Tricks. Jeder Zocker guckt zum Beispiel auf den schwachen Fuß oder auf Skills wie Ausdauer. Normalerweise hätte ich mich nicht selbst aufstellen dürfen, weil ich mit dem schwachen Fuß nicht so gut bin und meine Werte allgemein nicht für einen sehr guten Fifa-Spieler sprechen. Aber ich habe mir gedacht, da ich selbst Mainz 05 steuere, muss ich mich auch aufstellen. Alles andere wäre feige gewesen ...

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