https://www.faz.net/-gzn-agar8

0:1 für Mainz gegen Leverkusen : 20 verflixte Minuten

  • -Aktualisiert am

Der Mainzer Dominik Kohr gegen Charles Aranguiz in Leverkusen Bild: AFP

Die schlechte Phase nach der Pause kostet Mainz 05 einen Punktgewinn in Leverkusen. Aber wenigstens für einen war die Begegnung ein persönlichen Meilenstein: Dominik Kohr.

          2 Min.

          Bo Svensson teilte das Spiel in drei Phasen ein. Zwei davon, die erste Halbzeit und die letzten 25 Minuten, hatte seine Mannschaft so bestritten, wie es seinen Vorgaben entsprach. „Das waren 70 gute Minuten“, sagte der Trainer des FSV Mainz 05 nach dem Bundesligaspiel bei Bayer Leverkusen. Das Problem war die Phase dazwischen, die mit der zweiten Halbzeit begann – „20 sehr schlechte Minuten“. Und die gaben den Ausschlag, dass die Rheinhessen statt eines möglichen Punktgewinns mit 0:1 ihr drittes Gegentor und die zweite Niederlage in dieser Saison verbuchten.

          So gut die Rheinhessen in der ersten Halbzeit verteidigt und die Bayer-Angreifer von ihrem Tor ferngehalten hatten, so zuverlässig sie die Außenbahnen zugemacht und damit den schnellen Flügelstürmern Karim Bellarabi und Moussa Diaby keine Entfaltungsmöglichkeiten geboten hatten, so passiv wurden sie nach dem Seitenwechsel. „Dadurch haben wir den Leverkusenern die Räume und die Zeit gegeben, die sie mit ihrer Klasse genutzt haben“, monierte Svensson.

          Kombination mit Jeremie Frimpong

          Der Treffer, den Florian Wirtz nach schöner Kombination mit Jeremie Frimpong in der 62. Minute erzielte, hatte sich denn auch angedeutet: 05-Torwart Robin Zentner, vor der Pause nur einmal geprüft, musste bis dahin schon dreimal ernsthaft eingreifen, um einen Rückstand zu verhindern, einmal warf sich Abwehrchef Stefan Bell in einen scharfen Diaby-Schuss.

          Woran es lag, dass die Mainzer vorübergehend den Zugriff verloren, nachdem sie bis dahin die deutlich bessere Zweikampfbilanz aufwiesen, war schwer zu sagen. Die wegen Alexander Hacks positivem PCR-Test (trotz zweifacher Impfung) am Freitag erzwungene Umstellung in der Hintermannschaft spielte dabei wohl eine untergeordnete Rolle.

          „Die Kette hat es gut gemacht“

          „So etwas gibt natürlich Probleme, weil es hinten wie vorne darum geht, eingespielt zu sein“, sagte Svensson, der Silvan Widmer – den Ausschlag gegenüber dem gelernten Innenverteidiger David Nemeth gab die größere Schnelligkeit des Schweizers – von der rechten Seite in die Dreierkette beordert hatte. „Aber die Kette hat es gut gemacht.“ Jedenfalls grundsätzlich. „Nur in der Phase, in der wir nicht gut waren, ist sie ebenfalls zu passiv geworden.“

          Dominik Kohr bezeichnete die Begegnung als persönlichen Meilenstein – der Mittelfeldspieler bestritt am Samstag sein 200. Bundesligaspiel, „und es war schön, das hier bei meinem Heimatverein zu haben“. Noch schöner wäre es gewesen, dieses Jubiläum mit einem (Teil-)Erfolg zu krönen, doch den vermasselten sich die Mainzer nicht nur zwischen der 46. und 65. Minute, sondern auch vorher und nachher im Angriff.

          „In der ersten Halbzeit hatten wir die besseren Chancen, aber es hat die Klarheit gefehlt“, merkte Sportdirektor Martin Schmidt an. Die druckvolle Schlussoffensive kam zu spät und hätte dennoch beinahe zum Unentschieden geführt: Nach Flanke von Anton Stach köpfte Marcus Ingvartsen unbedrängt aus kurzer Distanz – Lukas Hradecky wehrte den Ball mit einer Blitzreaktion ab (88.).

          „Das Resultat kann so in Ordnung gehen“, sagte Bayer-Trainer Gerardo Seoane. „Aber so ein Spiel kann auch anders ausgehen, wenn du die Geduld verlierst und am Schluss nicht einen Torhüter hast, der so einen Kopfball gut entschärft“, machte der Schweizer den Mainzern indirekt ein Kompliment.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Paul Ziemiak, Tilman Kuban und Hendrik Wüst beim „Deutschlandtag“ der Jungen Union am 16. Oktober in Münster

          Imagewandel der Jungen Union : Konservative in Sneakern

          Die Junge Union ist auf der Suche nach einer neuen Außendarstellung. Manche ihrer Mitglieder wollen die Rhetorik abrüsten und den Kleidungsstil ändern. Aber wofür stehen die Jungkonservativen?
          Joshua Kimmich wollte sich bislang noch nicht impfen lassen.

          Corona-Impfung im Profifußball : Kimmich und der Preis der Freiheit

          Joshua Kimmich wollte sich bisher nicht gegen Corona impfen lassen. Für Kritik daran gibt es gute Gründe. Und der Imageschaden für Kimmich wird deutlich größer sein als jeder mögliche Impfschaden, der ihm droht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.