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0:2-Niederlage gegen Frankfurt : Vier Elfmeter, zwei Korrekturen – und ein Ärgernis

  • -Aktualisiert am

Zweites Vergehen: Niakhaté hat Hinteregger zu Boden gebracht. Bild: Jan Huebner

Nach der Niederlage gegen Frankfurt klagt Bo Svensson über zwei Elfmeterentscheidungen. Noch mehr stört den neuen Mainzer Trainer aber die mangelnde Chancenverwertung seiner Mannschaft.

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          Die Geschichte dieses Rhein-Main-Duells war auch eine Geschichte der Elfmeter. Der gegebenen, zurückgenommenen und verweigerten. Eine Geschichte, in der Schiedsrichter Bastian Dankert mit drei Entscheidungen danebenlag, zweimal sogar grob. Und bei einer dieser Fehlentscheidungen griff erstaunlicherweise Videoassistent Matthias Jöllenbeck nicht ein – womit der FSV Mainz 05 bei der 0:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt früh um eine Ergebniskorrektur gebracht wurde.

          Bundesliga

          Bo Svensson tat sich hinterher schwer, über die entsprechenden Szenen zu reden. Es sei schwer, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, „wenn zwei Elfmeterentscheidungen für deine Mannschaft wieder zurückgenommen werden“, sagte der Däne nach seiner ersten Partie als Mainzer Cheftrainer. Svensson hatte offenbar den Eindruck, dass solche Dinge gegen einen laufen, wenn man ohnehin unten steht. Er sagte aber auch: „Ich ärgere mich mehr über die beiden Großchancen, die wir nicht zum Ausgleich genutzt haben.“

          Auch Schmidt hadert

          Martin Schmidt wiederum haderte insbesondere mit den Strafstößen, die Dankert den Hessen zugesprochen hatte. „Vor allem der zweite war sehr hart“, kommentierte der Mainzer Sportdirektor die Entscheidung gegen Moussa Niakhaté aus der 72. Minute, die zum 0:2 führte. „Das war eine Aktion, die man bei jedem Eckball sieht: ein Halten, ein Ziehen, Martin Hinteregger fällt flugs, und der Schiedsrichter fällt darauf rein und pfeift es.“ Ganz so alltäglich war es freilich nicht, wie der Mainzer Linksverteidiger den Frankfurter am Arm zog, überflüssig war es obendrein, wie Hinteregger nach Spielschluss sagte: „Ich wäre eh nicht mehr an den Ball gekommen.“ Und man mag sich die Reaktion der 05er vorstellen, wäre ein solches Foul auf der anderen Seite nicht geahndet worden.

          Dass er keine deutliche Torchance vereitelt hatte, bewahrte Niakhaté womöglich vor der zweiten Gelben Karte an diesem Nachmittag und damit einem Platzverweis – es sei denn, Dankert hätte schlicht vergessen, abermals in die Brusttasche zu greifen. Verwarnt hatte er den Franzosen in der 21. Minute nach dem Foul an André Silva. Ein Foul, das in seiner Unnötigkeit das zweite noch übertraf, weil sowohl Danny Latza als auch Leandro Barreiro den Antritt des Frankfurters Amin Younes im Mittelfeld hätten unterbinden können. Und weil Niakhaté, wäre er etwas aufmerksamer gewesen, sich vor Silva hätte postieren und den Pass abfangen können. Sein Sportdirektor wollte ihm für den Griff ans Trikot des Portugiesen (der die Strafstöße verwandelte) keinen Vorwurf machen: „Das passiert in der Hitze des Gefechts“, sagte Schmidt. Die Niederlage wollte auch er nicht an den Elfmetern festmachen. „Wir haben kein Tor geschossen“, sagte er, „in der zweiten Halbzeit hätten wir Tore machen müssen.“

          Revidierte Entscheidung

          Zweimal zeigte Dankert im zweiten Durchgang auch zugunsten der 05er auf den Punkt, zweimal revidierte er die Entscheidung nach einem Hinweis aus dem Kölner Keller. Beim Stand von 0:1, weil Djibril Sow entgegen dem ersten Eindruck Barreiro nicht mit hohem Bein am Kopf getroffen, sondern den Ball gespielt und das Bein zurückgezogen hatte. Und in der Schlussphase nach einem Handspiel von Almamy Touré, das allerdings so deutlich vor dem Strafraum stattgefunden hatte, dass der Elfmeterpfiff ohnehin nur ein Witz gewesen sein konnte.

          In der Sache waren alle vier Entscheidungen korrekt, mal ohne, mal mit Hilfe des Videoassistenten. Einmal allerdings verzichtete Matthias Jöllenbeck unverständlicherweise darauf, sich einzuschalten – und das hätte angesichts des Zeitpunkts tatsächlich eine Schlüsselszene sein können: Sechs Minuten nach der Frankfurter Führung rannte Sow im eigenen Strafraum den ballführenden Burkardt über den Haufen. Nach Einschätzung Dankerts und offenbar auch der seines Keller-Kollegen bewegte sich dieser Bodycheck im Rahmen des Erlaubten. Ein Grund dafür, dass 05-Sportvorstand Christian Heidel später urteilte: „Ich glaube, dass Schiedsrichter Dankert schon deutlich bessere Tage hatte als heute.“

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