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Play-offs in der DEL2 : Nur der Titel zählt für die Löwen Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Gemeinsam jubeln: Die Löwen Frankfurt starten mit großen Ambitionen in die Play-offs. Bild: Picture-Alliance

Gegen Bietigheim starten die Löwen Frankfurt in die Play-offs. Am Ende soll für den Eishockey-Klub der Titel stehen. Denn erstmals seit 2006 ist dieser besonders wertvoll.

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          An Siegen gegen die Bietigheim Steelers haben die Löwen Frankfurt vor dem Start ins Play-off-Viertelfinale noch Nachholbedarf. Von den bisher insgesamt 40 Aufeinandertreffen in der DEL2 – an diesem Freitag (19.30 Uhr) kommt in Bietigheim das 41. dazu – konnten die Schwaben 22 Begegnungen für sich entscheiden. In dieser Hauptrunde war das bilanzielle Ungleichgewicht besonders groß: 7:2, 5:0, 7:5 und 2:3, in der Summe 21:10-Tore, lauteten die Ergebnisse aus Sicht der Steelers.

          Als die letzten drei beziehungsweise zwei Hauptrundentermine aufgrund von zu vielen Corona-Fällen in der Liga gestrichen werden mussten, waren beide Klubs mit davor drei Erfolgen in Serie gut in Schuss. „Wir hätten gerne noch mehr gespielt“, nachdem sich seine Mannschaft aus „einem kleinen Tief“ gekämpft habe, sagte der Frankfurter Cheftrainer und Sportdirektor Franz-David Fritzmeier. Was den Spielrhythmus angeht, stellte die Pandemie in dieser Runde besondere Herausforderungen an die Hessen. Nach der dreiwöchigen Corona-Zwangspause zu Beginn dieses Jahres folgte für sie ein Spielemarathon mit 34 Partien in 75 Tagen. Zum Abschluss der Terminhatz landeten die Löwen „nur“ auf Rang fünf, einen Platz hinter den Steelers.

          Jetzt ist der Meistertitel das Ziel der Frankfurter. Wie in der Saison 2016/2017, als sie sich im Finale mit 4:2-Siegen gegen den Erzrivalen Bietigheim durchsetzten. Nur diesmal brächte die Zweitliga-Meisterschaft einen lukrativen Zugewinn für die Löwen. Denn zum ersten Mal seit 2006 steigt der Titelträger in die DEL auf. Von den drei Klubs, die wirtschaftlich die Voraussetzungen dafür geschaffen haben, treffen schon im Viertelfinale Frankfurt und der Rekordmeister der DEL2, Bietigheim, aufeinander. Der dritte ist der Hauptrundensieger Kassel Huskies, der im Erfolgsfall gegen Heilbronn im Halbfinale auf Frankfurt oder Bietigheim warten würde.

          Spannende Schlussetappe

          „Wenn wir unser Spiel spielen, den Gegner weghalten von unserem Tor, können wir jeden schlagen“, sagt Fritzmeier. Wer als erster drei Spiele gewonnen hat, zieht im Best-of-Five-Modus in die nächste Runde ein. Nur der Meister erwirbt das Aufstiegsrecht in die DEL, in der Frankfurts Vorgängerverein Lions Gründungsmitglied war. Ein Nachrücken als Meisterschaftszweiter ist nicht möglich. Viele Jahre haben die Löwen auf diese Endrunde hingearbeitet, die nun aus verschiedenen Gründen ungewöhnlich ist und die für alle Teilnehmer eine besondere Drucksituation darstellt.

          Aufgrund der Pandemie birgt die mit Spannung erwartete Schlussetappe einige Unwägbarkeiten, die der Kasseler Sportdirektor Manuel Klinge so einordnet: „Wir haben es mit einer sehr speziellen Situation zu tun, in der sich zu jedem Zeitpunkt eine Situation um 180 Grad drehen kann. Und da sind wir nicht so vermessen, zu sagen, uns wird nichts passieren. Am Ende des Tages brauchen wir auch ein Quentchen Glück, um heil und gesund durch diese Play-offs zu kommen.“

          Sechs Siege mindestens

          Alle acht Play-off-Teams stimmten einer noch intensiveren Teststrategie zu. So kam es vor den Viertelfinal-Duellen zu einer abermaligen „Initialtestung mit zwei PCR-Tests“. Außerdem werden regelmäßige PCR-Tests im Drei-Tages-Rhythmus und ergänzende Schnelltests an den Spieltagen gemacht. „Wir freuen uns auf die anstehenden Play-offs, wenngleich wir uns im Vorfeld ein entspannteres Umfeld für die entscheidenden Runden gewünscht hätten“, sagt der DEL2-Geschäftsführer Rene Rudorisch.

          Sollte eine Mannschaft eine Begegnung nicht bestreiten können, wird diese für den Gegner gewertet. Käme ein Team in eine zweiwöchige Quarantäne, würde das wohl das Saison-Aus für den Verein wegen des zeitlich engen Spielplans bedeuten. Der Gegner wäre automatisch in der nächsten Runde. Zwischen der DEL und der DEL2 ist vereinbart worden, dass nur ein Meister aufsteigen kann, der davor mindestens sechs Play-off-Spiele gewonnen hat.

          „Wir sind einen langen Weg gegangen, gegen viele Widerstände. Jetzt kommt der Endspurt“, sagt Fritzmeier, der ein Kräftemessen „auf Augenhöhe“ mit den Steelers erwartet. Mit bislang 183 erzielten Toren können die Bietigheimer 25 Treffer mehr als die Frankfurter vorweisen. Deren Verteidigungsleistung ist dafür im Vergleich besser. 141 Gegentore der Hessen – 24 weniger als die Steelers – bedeuten die zweitbeste Defensive der Liga hinter Kassel. Fritzmeier ist zuversichtlich, dass sich sein Löwen-Rudel gegen Bietigheim wird durchbeißen können. „Am Ende des Tages werden wir uns durch unsere Teamstärke durchsetzen“, sagt er.

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