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Löwen Frankfurt : Trainer Tiilikainen hört auf

  • -Aktualisiert am

Geht zurück zu seinem finnischen Heimatklub: Löwen-Trainer Matti Tiilikainen Bild: Imago

Löwen-Trainer Matti Tiilikainen geht nach dem Saisonende zurück nach Finnland. Für den Zweitliga-Klub kommt die Nachricht zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

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          Weil in Finnland am Dienstag durchgesickert war, was sich in den vergangenen Wochen angebahnt hatte – von den Löwen Frankfurt aber gerne noch länger geheim gehalten worden wäre, sah sich der Eishockey-Zweitligaklub am Mittwoch dazu veranlasst, eine Kursänderung vorzunehmen: In einer Pressemitteilung bestätigte der Tabellensechste der zweiten Liga, dass Trainer Matti Tiilikainen seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern und die Löwen nach Saisonende verlassen wird. Schon vor dem 3:2-Sieg gegen Dresden am Dienstagabend hatte die finnische Zeitung „Hämeen Sanomat“ berichtet, dass sich der 32 Jahre alte Tiilikainen und sein Heimatklub Hämeenlinnan Pallokerho (HPK) auf eine Zusammenarbeit zu Beginn der Spielzeit 2020/21 geeinigt hätten. Bei HPK wollte man dies zwar nicht kommentieren – ein Wechsel zum finnischen Meister gilt jedoch als ziemlich sicher. Im Fan-Forum der Löwen und in den sozialen Netzwerken verbreitete sich die Meldung aus der finnischen Presse rasend schnell, sodass den Frankfurtern kaum noch eine andere Möglichkeit blieb, als den Abgang offiziell zu bestätigen.

          Schwierige Phase für die Löwen

          Dass dieser ausgerechnet jetzt publik wird, kommt für die Löwen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Während bei HPK durch die nun offenbar geklärte Nachfolge von Coach Antti Pennanen, der den Klub zum Saisonende verlassen will, wieder Ruhe einkehren dürfte, wird das feststehende Ende der Zusammenarbeit mit Tiilikainen bei den Löwen wohl das Gegenteil bewirken. Aktuell befinden sich die Frankfurter aufgrund des schwachen Starts nach der Deutschland-Cup-Pause und der Verletzungssorgen ohnehin in einer schwierigen Phase. Zur Kritik am derzeit mittelmäßigen Auftreten des ambitionierten Klubs auf dem Eis werden von Teilen der Fans nun vermutlich auch unangenehme Fragen hinzukommen, ob Tiilikainen unter diesen Umständen überhaupt noch der richtige Cheftrainer für die Löwen ist. „Wir sind uns sicher, dass Matti bis Vertragsende mit derselben Hingabe coachen wird wie bisher auch“, ließ sich Sportdirektor Franz-David Fritzmeier in der Meldung des Klubs zitieren. Auch Tiilikainen erklärte, dass er bis zum Ende seiner Amtszeit „mit Herz und Seele alles für dieses Team geben“ werde.

          Für ihn ist der Wechsel zu seinem Heimatklub, wo er als Jugendspieler und später zehn Jahre als Nachwuchstrainer aktiv war, der logische nächste Schritt auf der Karriereleiter. Die Frankfurter führte er zuletzt in der Hauptrunde auf Rang eins und bis ins Play-off-Finale. Seine Erfolge sind auch dem Deutschen Eishockey-Bund nicht verborgen geblieben, für den Tiilikainen kürzlich als Assistenztrainer der Nationalmannschaft beim Deutschland-Cup fungierte. Fritzmeier hätte den auslaufenden Vertrag gerne verlängert. Seit Sommer befand er sich in Gesprächen mit Tiilikainen, der mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Frankfurt lebt, aufgrund des Interesses aus seiner Heimatstadt aber offenbar nicht mehr zu halten war. Schon sein erster Vertrag bei den Löwen enthielt eine Klausel, die es ihm erlaubt hätte, bei einer Offerte aus der ersten finnischen Liga im Sommer in seine Heimat zurückzukehren. Durch die Vertragsverlängerung um nur ein Jahr hielt sich Tiilikainen im Anschluss alle Türen offen.

          Sein Mitstreiter Marko Raita wird hingegen bei den Löwen bleiben. Laut Fritzmeier hat er gerade erst einen neuen Vertrag unterschrieben. Auch mit Videoanalyst und Goalie-Coach Valtteri Salo gebe es „gute Gespräche“ über eine Vertragsverlängerung. Raita wurde von Fritzmeier zu Beginn seiner Zeit in Frankfurt als Tiilikainens gleichberechtigter Partner vorgestellt, hielt sich bisher aber eher im Hintergrund auf. Eine Rolle als Cheftrainer scheint der Sportdirektor dem 39-Jährigen vorerst aber nicht zuzutrauen. „Wir werden in den kommenden Wochen intensiv einen Nachfolger für Matti suchen, der unsere Philosophie und Vision teilt“, sagte Fritzmeier. Auf ihn dürfte als Sportdirektor viel Arbeit zukommen. Schließlich würden nach HPK auch die Löwen ihren Nachfolger gerne so schnell wie möglich präsentieren.

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