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Frankfurter Eishockeyklub : Das Luxusproblem der Löwen

  • -Aktualisiert am

Erfolgreicher Krisenmanager: Frankfurts Trainer Franz-David Fritzmeier Bild: Picture-Alliance

Das Krisenmanagement von Franz-David Fritzmeier hat die Löwen zurück in die Eishockey-Erfolgsspur geführt. Nun hat der Frankfurter Trainer sogar die Qual der Wahl.

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          Die Liste der Probleme ist lang, für die Franz-David Fritzmeier als Sportdirektor und später auch als Headcoach der Löwen Frankfurt in dieser Eishockey-Zweitligasaison schon eine Lösung finden musste. Sie beginnt mit einer komplizierten Vorbereitung, einem schwachen Start und einer ausgebliebenen Entwicklung, die zur Entlassung von Headcoach Olli Salo führte. Und reicht von einer mehrwöchigen Quarantäne zum Jahreswechsel bis zum Ausfall zahlreicher wichtiger Spieler, die es teils wochenlang zu kompensieren galt.

          Es ist das Verdienst von Fritzmeiers Krisenmanagement, dass die Löwen nach dem 4:3 am Sonntag im Topspiel gegen zuvor neunmal in Serie siegreiche Freiburger nun erstmals in dieser Spielzeit einen Platz unter den ersten vier belegen. Der 40-Jährige hatte auf alle Fragen eine passende Antwort und gab dem hoch veranlagten Team eine verlässliche Taktik mit auf den Weg, die das Selbstbewusstsein stärkte und zu einem Höhenflug führte, den auch vereinzelt schwächere Spiele wie das 3:4 in Weißwasser am Freitag nicht stoppen können.

          Großer Löwen-Kader

          Gemessen an dem, was es schon zu bewältigen galt, ist das, was nun auf Fritzmeier zukommt, ein Luxusproblem. Weil sich die Personalsituation entspannt hat, wird es allmählich voll in der Kabine. Das führt dazu, dass bald von Spiel zu Spiel die Frage beantwortet werden muss, wer es in den Kader schafft und wer auf die Tribüne muss. Der Coach hat künftig die Qual der Wahl, weil zuletzt niemand aus dem Team wegzudenken war – aufgrund der Regularien aber eben nur 19 Feldspieler auflaufen dürfen.

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          Der neu verpflichtete Torjäger Kale Karbashian, der am Sonntag ein eher unauffälliges Debüt gab, ist kein Kandidat für die gelben Sitzschalen in der Eissporthalle. Gleiches gilt für die Rückkehrer Maximilian Faber und Sebastian Collberg. Vor allem Faber, der ligaweit punktbeste Verteidiger der vergangenen beiden Jahre, war wegen einer Knieverletzung lange vermisst worden und zeigte am Sonntag auf Anhieb seine Klasse, als er das Siegtor in der Verlängerung erzielte. Gegen Freiburg war der Löwen-Kader erstmals nach vielen Wochen wieder voll besetzt. Streichen musste Fritzmeier nur deshalb niemanden, weil Mike Fischer ausfiel, wie der Headcoach erklärte.

          „Wir brauchen alle“

          Kehren er und Kyle Wood, der demnächst sein Comeback geben soll, zurück, müssten zwei Spieler auf die Tribüne. Der dadurch entstehende Konkurrenzkampf, der nun moderiert werden muss, könnte bei den Akteuren noch mal zu einer Leistungssteigerung führen.

          Einen Nachteil sieht Fritzmeier in der Situation jedenfalls nicht – trotz der potentiellen Gefahr der Unzufriedenheit bei einigen wenigen im Team: „Wir sind froh, dass wir einen großen Kader haben, weil es bei der Intensität immer wieder Verletzungen geben wird. Am Ende zählt natürlich die Leistung. Aber: Wir brauchen alle“, bekräftigt der Headcoach, der nun die Option hat, dem einen oder anderen Spieler fortan mal eine Pause zu gönnen.

          Schließlich geht es für die Löwen im Zwei-Tages-Rhythmus weiter. An diesem Dienstag müssen die Frankfurter nach Bayreuth, am Donnerstag nach Kassel. Das zuletzt immer wieder formulierte Ziel: Unter die ersten vier soll es gehen. Platz zwei muss in der derzeitigen Verfassung das realistische Ziel sein und wäre von Vorteil, um den an der Spitze enteilten Kassel Huskies bis zum Play-off-Finale aus dem Weg zu gehen.

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