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Löwen-Frankfurt-Spieler Faber : Der stürmischste Eishockey-Verteidiger

  • -Aktualisiert am

Treffsicher für die Löwen: Maximilian Faber (Mitte, roter Helm) beim Spiel gegen Bad Tölz Bild: Picture-Alliance

52 Scorerpunkte und das als Defensivspezialist: Maximilian Faber erstaunt in der zweiten deutschen Eishockey-Liga derzeit fast alle. Und der Verteidiger der Löwen Frankfurt will mehr.

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          Maximilian Faber zögerte kurz, wählte dann die ehrlichere Antwort: „Man schaut schon darauf, das kann man ruhig zugeben“, sagte der Eishockey-Verteidiger der Löwen Frankfurt nach dem 4:1 in der DEL 2 gegen Bad Tölz mit Blick auf seine imposanten Statistiken: „Wenn es so gut läuft wie bei mir, nimmt man das gerne mit, aber ich will einfach nur die Spiele gewinnen.“

          Gewonnen hatte der in der vergangenen Spielzeit zum „Verteidiger der Saison“ gewählte Faber am Sonntag nicht nur die Partie gegen die Tölzer Löwen, sondern auch das direkte Duell mit dem gegnerischen Abwehrspieler Matt MacKenzie um den ersten Platz in der Topscorerliste der Verteidiger. Dort rangiert er nach seinem wichtigen Treffer zum 1:0 (zehntes Saisontor) per sehenswertem Handgelenkschuss von der blauen Linie wieder auf Platz eins. MacKenzie, der wie sein Gegenspieler ebenfalls 52 Scorerpunkte, aber zwei Tore weniger erzielt hat, ging diesmal leer aus.

          „Die heißeste Mannschaft der Liga“

          Es liegt auch an Faber, dass die Frankfurter nach der mittelmäßigen ersten Saisonhälfte aktuell die „heißeste Mannschaft der Liga“ sind, wie es Kevin Gaudet, der Trainer der Tölzer Löwen, nach der Partie formulierte: 22 Scorerpunkte sind dem 26-Jährigen in den vergangenen 14 Spielen gelungen. Mit insgesamt 52 Zählern in 45 Partien hat der Deutsche seinen Wert aus der vergangenen Saison schon sieben Begegnungen vor dem Ende der Hauptrunde erreicht. Und auch in der „Plus-Minus-Wertung“, die verrät, wie oft Spieler bei eigenen Treffern und Toren der gegnerischen Mannschaft auf dem Eis standen, ist Faber mit „+16“ deutlich die Nummer eins der punktbesten Abwehrspieler. Der Deutsche ist als Topscorer und Stratege der Löwen enorm wichtig für das Offensivspiel und hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten im Verlauf der Saison gemeinsam mit David Suvanto auch defensiv zu einer leistungsstarken Konstante entwickelt. Patzer in seinem gelegentlich wagemutigen Spiel sind rar geworden, seine offensiven Qualitäten ohnehin unumstritten.

          Der Verlust seines Partners Dan Spang, der seine Karriere im Sommer wegen einer Rückenverletzung beenden musste, hemmte Faber zum Saisonstart. „Bei Dan und mir hat es von Anfang an gepasst, das kann man aber nicht von jedem Mitspieler erwarten“, erklärt er. An Suvanto musste sich Faber gewöhnen, weil sich dessen Spiel und seines so ähneln – voller Offensivdrang. Beide mussten ohne einen echten Defensivpartner – einen sogenannten „Stay-at-home-Defender“ – erst die richtige Balance finden. „Suvanto ist außerdem auch noch ein junger Spieler, der seine Zeit gebraucht hat, um sich in der Liga zurechtzufinden. Jetzt spielt er seit einigen Wochen richtig solide. Wir funktionieren mittlerweile hervorragend zusammen“, analysiert Faber.

          Die Defensive war in den vergangenen fünf siegreichen Spielen das Prunkstück der Frankfurter, die an diesem Dienstag (19.30 Uhr) mit einem Erfolg im Hessenderby gegen Bad Nauheim in der Eissporthalle am Ratsweg auf Rang drei vorrücken könnten. Sogar eine noch bessere Plazierung am Ende der Hauptrunde scheint in der derzeitigen Form möglich. „Wir haben uns intern ein Ziel gesetzt, das verrate ich aber nicht“, sagt Faber keck.

          Seine Rolle im Team ist in dieser Saison eine andere. Durch die Ernennung zum Assistenzkapitän spürt er die Verantwortung und den Druck, als Vorbild für die Nachwuchstalente auch in Auswärtsspielen gut spielen zu müssen. Womit er aber sehr gut umgehen kann. In Frankfurt ist Faber als Führungsfigur langfristig eingeplant. Sein Vertrag gilt auch in der kommenden Saison. Die Löwen und Faber, der für Köln und Krefeld 104 Spiele in der ersten Liga absolvierte – dort aber nie das Standing hatte, das er sich wünschte –, haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen in die DEL.

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