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Hängepartie im Eishockey : „Wir sind als Liga gescheitert“

  • -Aktualisiert am

Gute Miene zum bösen Spiel: Stefan Krämer, Geschäftsführer der Frankfurter Löwen Bild: Wolfgang Eilmes

Das Thema Auf- und Abstieg zwischen DEL und DEL2 ist wieder vertagt: Stefan Krämer, der Chef der Löwen Frankfurt, ist deshalb frustriert.

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          Frankfurt. Seit der vergangenen Woche ist klar: Einen sportlichen Auf- und Abstieg zwischen den höchsten deutschen Eishockey-Ligen, der DEL und der DEL2, wird es auch von der Saison 2018/19 an nicht geben. Sechs Klubs hatten im vergangenen Jahr Unterlagen eingereicht, die eine Bankbürgschaft von je 816.000 Euro beinhaltete, sowie den Nachweis einer Spielstätte, die unter anderem Kapazitäten für 4000 Zuschauer vorweisen kann.

          Diese Unterlagen wurden im Anschluss durch die DEL geprüft, und es wurde festgestellt, dass ein Teil der von den Bietigheim Steelers vorgelegten Sicherheitsleistungen nicht den vertraglich vereinbarten Voraussetzungen entsprochen hat. Diese Entscheidung akzeptierten die Vertreter der DEL2 nicht, ein neutrales Schiedsgericht bestätigte nun aber die Absage der DEL.

          Kein Interesse an einem Aufstieg

          Aus der 39-seitigen Urteilsbegründung wird deutlich, dass der Protest der DEL2 zu Recht abgewiesen wurde – auch wenn es am Ende nur um 15.000 Euro ging, die nicht den vertraglichen Voraussetzungen entsprachen. Gemessen an der Gesamtbürgschaft von fast 4,9 Millionen, sind diese 15.000 Euro sicher nur ein Klacks, der vermuten lässt, dass die DEL kein Interesse an einem Aufstieg eines Klubs aus der DEL2 hat. Rein formaljuristisch ist die Entscheidung aber richtig. „Wir müssen uns alle hinterfragen und an die eigene Nase fassen“, kommentierte DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch die Absage und stellt die Frage: „Wie gut und solide haben die Klubs die Chance zur Einführung von Auf- und Abstieg genutzt?“

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          In den vergangenen beiden Jahren, so muss man jetzt feststellen, sind die Vereine mit der Möglichkeit fahrlässig umgegangen. Betroffen von der Entscheidung sind auch die Löwen Frankfurt, die enttäuscht reagierten: „Wir haben viel Geld in die Hand genommen und sind als Liga gescheitert. Das ist frustrierend“, sagt der Frankfurter Geschäftsführer Stefan Krämer, dessen Team am Dienstagabend bei den Lausitzer Füchsen 1:4 (0:0, 1:1, 0:3) unterlag. Kritik an den Steelers wollte Krämer nicht üben, obwohl diese nicht sonderlich professionell gehandelt haben, weil ihre Unterlagen erst kurz vor dem Abgabetermin am 31. Juli 2017 eingereicht wurden. So hatte die DEL2 keine Möglichkeit mehr, eventuelle Fehler zu korrigieren.

          Sportliche Verzahnung

          Wie es nun weitergeht, war die Frage, mit der sich die Vertreter der 14 DEL2-Klubs am Montag beschäftigten. Nach langen Diskussionen waren sich die Anwesenden einig, dass eine sportliche Verzahnung im Sinne des Eishockeysports weiterhin das höchste Ziel aller DEL2-Klubs ist. Dies bedeutet: Es wird einen dritten Anlauf geben. Und die Vereine aus Frankfurt, Kassel, Dresden, Garmisch sind aufgefordert, ihre Bürgschaft bis zum 31. März zu verlängern. Darüber hinaus müssten die Bietigheimer ihre Bürgschaft anpassen, sofern sie einen weiteren Anlauf nehmen möchten, was derzeit unsicher ist. Es dürfte eine große Herausforderung werden, einen Ersatz für Rosenheim (abgestiegen in die Oberliga) zu finden, der dann als sechster DEL2-Standort den Weg der Bewerbung mitgeht. Optionen hierfür sind Bad Tölz und Heilbronn. „Es ist die letzte Chance. Wir müssen das jetzt gemeinsam schaffen. Falls ein Klub ein Problem hat, dann muss er frühzeitig die Hand heben und sich helfen lassen“, fordert Krämer und stellt klar: „Wir dürfen nicht noch einmal scheitern.“

          Sollten bis zum 31. März sechs Bewerbungen bei der DEL eingehen und dieses Mal auch der Prüfung standhalten, gäbe es erstmals nach der Saison 2019/20 einen sportlichen Auf- und Absteiger zwischen der DEL und der DEL2. Unabhängig davon haben sich die Löwen Frankfurt fristgerecht für eine Teilnahme am Spielbetrieb der DEL 2018/19 beworben und die notwendige Sicherheitsleistung von 100.000 Euro hinterlegt. Die Hessen stehen somit bereit, sofern sie die Lizenz erhalten, in die DEL aufzusteigen. Dafür müsste ein aktuelles Team aus der DEL die Lizenz für die kommende Spielzeit nicht beantragen oder nicht erhalten. Darüber hinaus müssten die Löwen die sportlich erfolgreichste Mannschaft von allen Bewerbern in der DEL2 sein.

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