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Frankfurter Eishockeyklub : Vielseitigkeit als Trumpf der Löwen

  • -Aktualisiert am

Jubelnde Frankfurter: Der Höhenflug der Löwen hält weiter an. Bild: Picture-Alliance

Bei den Löwen Frankfurt stimmt die Mischung aus Arrivierten und Talenten. Trotz der derzeitigen Erfolgserlebnisse mahnt Trainer Franz-David Fritzmeier die jungen Spieler zur Vorsicht.

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          Alte Erfolge sind in der Gegenwart wertlos. Das weiß man gerade in Frankfurt nur zu gut. Der Gewinn der deutschen Meisterschaft 2004 hat zwar das Selbstverständnis der Frankfurt Lions nachhaltig verändert, den Eishockeyklub sechs Jahre nach dem großen Coup aber nicht vor der Insolvenz bewahrt. Auch jetzt, in der ersten Saison, in der der anvisierte Aufstieg in die erste Liga wieder möglich ist, hat sich an dieser Binsenweisheit nichts geändert.

          Und trotzdem war zuletzt der Umgang mit Erfolgserlebnissen ein Thema bei den Löwen Frankfurt. „Unsere jungen Spieler haben einen großen Schritt gemacht, müssen aber noch lernen, dass jedes Spiel wieder bei null losgeht“, forderte Sportdirektor und Headcoach Franz-David Fritzmeier. „Wenn wir das begreifen, haben wir in jedem Spiel eine gute Chance, zu gewinnen.“

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          Nur zwei Niederlagen gegen Bietigheim (0:5 und 5:7) mussten die Frankfurter aus den vergangenen zehn Partien hinnehmen. Beiden Pleiten waren starke Spiele vorausgegangen, nach denen sich ungewohnt viele Fehler ins sonst so strukturierte Auftreten der Löwen einschlichen. Die Reaktion auf die letzte Niederlage hat nun gezeigt, dass es aber schon etwas mehr als zwei solcher Niederlagen braucht, um den Höhenflug der Frankfurter zu bremsen.

          Fritzmeier ist zufrieden

          Mit Kaufbeuren (7:1) und Crimmitschau (5:2) wurden zwei potentielle Play-off-Kandidaten deutlich besiegt. Insgesamt ist Fritzmeier trotz „kleinerer Zwischentiefs“ zufrieden mit der Entwicklung seiner Mannschaft, die seit dem Trainerwechsel in 18 Spielen im Schnitt 2,2 Punkte pro Partie geholt hat. Und das, obwohl schon länger wichtige Spieler fehlen. Aktuell sind es fünf, von denen alle problemlos in der ersten Reihe spielen könnten, darunter drei der vier ausländischen Importspieler.

          Mit dieser langen und vor allem prominent besetzten Liste ständen viele andere Teams vor dem Kollaps. Bei den Löwen zeigt sich in dieser Situation einmal mehr, wie gut der Kader in der Breite besetzt ist – sobald alle verbliebenen Spieler und eben vor allem die jungen Talente, die dann vermehrt im Fokus stehen, an ihre Topleistung herankommen. Der Trumpf der Frankfurter ist ihre Vielseitigkeit.

          Es gibt nicht den einen Topspieler oder die eine Reihe, auf deren Treffer das Team angewiesen ist. Wenn mit Sebastian Collberg einer der Topscorer ausfällt und der torgefährliche Kapitän Adam Mitchell in der Verteidigung aushelfen muss, schießen eben andere die Tore: Zehn der letzten zwölf Treffer wurden von verschiedenen Torschützen erzielt. Auch deshalb sagt Fritzmeier gern, dass „die Mannschaft der Star ist“.

          Ausfälle bei Frankfurt

          Und der könnten, wenn es schlecht läuft, mit Martin Buchwieser und David Suvanto zwei wichtige Spieler in dieser Saison gar nicht mehr zur Verfügung stehen. Bei beiden wurde nach Coronainfektionen eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert. „Ihnen geht es okay. Die Mannschaft hat das relativ gut verarbeitet. Das Ganze hat aber noch mal gezeigt, wie gefährlich diese Krankheit ist und welche Folgen sie haben kann“, sagt Fritzmeier.

          Ergänzen will er das Team auch deshalb noch um einen weiteren ausländischen Spieler. Bis Ende Februar ist das Transferfenster offen. Ob es ein Stürmer oder ein Verteidiger wird, hängt davon ab, wann die Abwehrspieler Maximilian Faber und Kyle Wood wieder eingesetzt werden können. Es wird daher wohl auf einen Last-minute-Transfer hinauslaufen – Tendenz in Richtung Angreifer.

          Das Trio Faber, Collberg und Wood befindet sich nämlich schon im Aufbautraining und steht wieder auf dem Eis. Für das Derby an diesem Montag gegen formschwache Bad Nauheimer reicht es noch nicht. „Sie nähern sich aber an“, sagt Fritzmeier, der ein Duell erwartet, in dem die Tabelle und die vergangenen Wochen keine Rolle spielen: „Bad Nauheim wird bis unter die Haarspitzen motiviert sein.“ Auf Frankfurter Seite könnte es wieder darauf ankommen, wie präsent die jüngsten Erfolge noch in den Köpfen sind. Favorisiert sind die Löwen trotz der Ausfälle in der derzeitigen Form allemal.

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