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Eishockey in Zeiten von Corona : Die Jubiläums-Party der Löwen fällt aus

  • -Aktualisiert am

Sie brüllen wieder – die Frankfurter Löwen Bild: HUEBNER/MOSCHITZ

Vor zehn Jahren starteten die Löwen ihren Neuanfang. Es gäbe einiges zu feiern – wäre da nicht die Corona-Pandemie, die den Sport hart getroffen hat.

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          Jubiläen sind im Sport seit jeher ein guter Anlass, auf das bisher Erreichte zurückzublicken. Und sie besitzen das Potential zu illustrieren, wie trügerisch das eigene Zeitempfinden sein kann. Wieder zehn Jahre rum? Da stellt sich vor allem eine Frage: Ist das nun viel oder wenig gemessen an Fortschritt und Erfolg? „Wenn man bedenkt, wo die Löwen hergekommen sind und wo der Klub jetzt steht, sind zehn Jahre doch eher kurz“, sagt Franz-David Fritzmeier, der Sportdirektor des Frankfurter Eishockeyklubs.

          2010 folgte nach der Insolvenz der Frankfurt Lions ein Neuanfang in der Regionalliga mit Amateuren statt Profis auf dem Eis, wenig Geld zu Beginn, aber dafür 5200 Zuschauern beim ersten Spiel. Nach zwei Aufstiegen, einer Meisterschaft in der Zweiten Deutschen Eishockey-Liga (DEL2) und der Professionalisierung vieler Bereiche gehören die Frankfurter Löwen zehn Jahre später zu den wenigen Klubs im deutschen Eishockeygeschäft, die schwarze Zahlen schreiben. Zumindest war das vor der Pandemie so. Das alles wäre ein Grund zum Feiern. Die große Party auf und neben dem Eis fällt coronabedingt aber aus. Gespielt werden soll in der DEL2 erst wieder ab dem 6. November. An das zehnjährige Jubiläum wird dann kaum noch jemand denken.

          Gesundheit hat oberste Priorität

          Zumal noch gar nicht absehbar ist, welche Auswirkungen die in den vergangenen Tagen stetig steigenden Coronazahlen auf den Sport haben werden. Das Publikum macht bei Klubs bis zu 80 Prozent im Etat aus. Eine Auslastung des Stadions zu zwanzig Prozent wäre auf Dauer schon zu wenig. Wie viele Zuschauer kommen dürfen, wird vom Infektionsgeschehen Anfang November abhängen. „Die Gesundheit steht immer an oberster Stelle“, betont Fritzmeier. Das Problem sind aus seiner Sicht aber aktuell „nicht die kontrollierten, sondern die unkontrollierten Veranstaltungen. Deshalb appelliere ich weiter an alle Menschen, sich vernünftig zu verhalten. Es geht um Existenzen.“ Das hat Fritzmeier auch seinen Spielern mit auf den Weg gegeben, von denen die letzten am Donnerstag in Frankfurt eingetroffen sind. Am Wochenende stehen Medizinchecks und Coronatests an. Am Montag geht es erstmals nach über sieben Monaten wieder für das gesamte Team auf das Eis.

          Das erste von vier geplanten Testspielen bestreiten die Löwen am 20. Oktober in Freiburg. Die drei restlichen Gegner stehen noch nicht fest. Trotz der Verletzung von Maximilian Faber soll weiterhin nur ein ausländischer Verteidiger mit Allround-Fähigkeiten noch zum Team stoßen, das laut Fritzmeier endlich wieder „Licht am Ende des Tunnels“ sieht. „Die Vorfreude ist bei allen da“, sagt der Sportdirektor: „Aber auch Hintergedanken: Hoffentlich geht alles gut. Und was passiert da noch?“

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