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Löwen Frankfurt in DEL2 : „Wir wollen aufsteigen“

  • -Aktualisiert am

Positiv bleiben: Löwen-Sportdirektor Franz-David Fritzmeier Bild: Patrick Scheiber/Jan Huebner

Obwohl acht Corona-Fälle die Vorbereitung der Löwen behindern und die Zuschauer-Restriktionen die finanzielle Planung erschweren, wollen die Eishockeyspieler endlich die DEL2 verlassen.

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          Die Frankfurter Löwen stecken gerade mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison der zweiten Deutschen Eishockey Liga (DEL2). Am 1. Oktober will man am ersten Spieltag gegen den EHC Freiburg den Grundstein für eine erfolgreiche Saison legen, die im besten Fall im Aufstieg in die DEL münden soll. Dafür brauchen der neue Trainer Bo Subr und seine Mannschaft eigentlich jede einzelne Trainingseinheit auf dem Eis, denn die Zeit drängt.

          Nicht nur der Trainer ist neu, viele Neuzugänge müssen integriert werden. Die ersten Testspielleistungen waren durchwachsen. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, sagte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier nach der Niederlage im letzten Vorbereitungsspiel in Tilburg. Und dennoch ruht der Puck in der Frankfurter Eissporthalle momentan. Acht Corona-Fälle innerhalb der Mannschaft und des Betreuerstabs haben den Zeitplan der Löwen durchkreuzt, die Mannschaft steckt in Quarantäne.

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          Das Wichtigste vorneweg: „Allen Betroffenen geht es gut. Wir haben eine hundertprozentige Impfquote, dadurch konnten schwere Verläufe verhindert werden“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Krämer. Die Quarantäne für die komplette Mannschaft haben sich die Löwen laut Krämer dabei selbst verordnet: „Wir wollen uns absichern und warten auf ein Feedback vom Gesundheitsamt.“ Weitere Infektionsfälle sollen vermieden werden. Und auch Fritzmeier sagt: „Die Gesundheit der Spieler steht an erster Stelle.“

          Das für vergangenen Freitag angesetzte Testspiel gegen den EV Landshut – zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie hätte man wieder vor den eigenen Fans auflaufen können – wurde deshalb abgesagt. Auch der für diesen Sonntag bei den Dresdner Eishockeylöwen geplante Test fällt aus. „Es ist eine blöde Situation für uns. Jetzt wäre eigentlich die Hochphase der Saisonvorbereitung“, sagt Fritzmeier. Stattdessen steht bei den Löwen nun alles auf Halt. Wertvolle Zeit, der teilerneuerten Mannschaft seine Spielidee zu vermitteln, geht Subr damit verloren.

          Wann es weitergeht, weiß noch niemand. Man sei jedoch im konstruktiven Austausch mit dem Frankfurter Gesundheitsamt. Der Sportdirektor lobt die Kommunikation mit den Behörden: „Die helfen uns“. Die Situation ist auch deshalb kompliziert, weil gleich mehrere Gesundheitsämter im Frankfurter Umkreis involviert sind. Das Gesundheitsamt Frankfurt übernimmt dabei die Koordination. Trotz der komplexen Sachlage macht man sich bei den Löwen Hoffnung auf eine baldige Rückkehr aufs Eis – nicht zuletzt wegen des schnellen und verantwortungsvollen Handelns der Vereinsverantwortlichen.

          Wann immer man das Training am Ratsweg wieder aufnehmen kann – viel Zeit bleibt nicht mehr bis zum ersten Punktspiel. Die infizierten Spieler werde man dann behutsam ans Wettkampfniveau heranführen, sagt Fritzmeier: „Du hast ja nach Wiedereinstieg nochmal sieben Tage, in denen du nicht voll trainieren kannst. Das kommt erschwerend hinzu.“ Die Voraussetzung könnten also besser sein, lamentieren will Fritzmeier trotzdem nicht: „Wir müssen das Beste daraus machen.“

          Wenn möglich, wollen die Löwen noch wenigstens ein Heimspiel in der Vorbereitung absolvieren – auch, weil sie endlich wieder Zuschauer in der Eissporthalle empfangen wollen. Seit mittlerweile anderthalb Jahren fehlen dem Klub wichtige Einnahmen aus Ticketverkäufen. Etwa 1800 Plätze dürften sie nach aktuellem Stand wieder füllen. Zu wenig, um über den gesamten Saisonverlauf kostendeckend zu arbeiten. Krämer hofft, dass es bald wieder mehr werden: „In der DEL sind aktuell 70 bis 80 Prozent Auslastung der Hallenkapazitäten erlaubt. Wir erwarten da also auch mehr.“ Falls nicht, sei man auf Zuschüsse angewiesen, um wirtschaftlich überleben zu können.

          Zwischen Corona, der finanziellen Situation und den vielen Neuerungen im Kader steht den Löwen eine Saison voller Unwägbarkeiten ins Haus. Die sportlichen Ziele will man trotzdem nicht aus den Augen verlieren: „Wir wollen aufsteigen“, hält Krämer fest und schiebt hinterher: „Aber wie sehr alles im Moment planbar ist, hat man vergangenen Freitag gesehen“. Da wollten die Löwen eigentlich den EV Landshut zum Heimspiel empfangen, bis nicht nur Franz-David Fritzmeier erinnert wurde: „Corona ist noch nicht vorbei.“

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