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Frankfurter Eishockey-Klub : Die Löwen am Scheideweg

  • -Aktualisiert am

Die Lage ist ernst: Die Löwen Frankfurt um Torwart Patrick Klein haben dreimal in Serie verloren. Bild: Picture-Alliance

Nach der dritten Niederlage in Serie beginnt die Stimmung bei den Löwen Frankfurt zu kippen. Während die Vereinsführung noch entspannt bleibt, sehen Teile der Fans ein angestrebtes Ziel in Gefahr.

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          Dass die Situation bei den Löwen Frankfurt angespannt ist, wurde am Sonntag anhand von zwei Botschaften deutlich, die vor dem Eishockey-Zweitligaspiel gegen die Tölzer Löwen vom Klub und einem Teil der Fans gesendet wurden. Vor der Verlesung der Mannschaftsaufstellung betrat der verletzte Kapitän Adam Mitchell das Eis, sprach von einer „schweren Lage“, in der sich das Team befinde, und warb dafür, die Mannschaft dennoch weiter so zu unterstützen wie bisher. Kurz darauf wurde im Stehblock ein Banner entrollt, auf dem „Sieger stehen da auf, wo Verlierer liegen bleiben“ zu lesen war.

          Das 2:3 nach Verlängerung gegen Bad Tölz war die dritte Niederlage in Serie. Die Lage scheint ernst, wenn sogar der Kapitän um Fan-Unterstützung bitten musste – prekär ist sie aus Sicht der Verantwortlichen aber nicht: „Wir haben keine Krise. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir einige Verletzte haben und viele junge Spieler“, sagt Stefan Krämer, der geschäftsführende Gesellschafter.

          Vertrauen in Sportliche Leitung

          Kontraproduktiv wirke sich die Situation auf seine Arbeitsfelder aktuell nicht aus: „Die Sponsorenschaft steht geschlossen hinter uns, wir haben weiterhin einen super Zuschauerspruch, und mit der neuen Halle steht das sportliche Abschneiden in keinem Zusammenhang.“ Krämer hat „vollstes Vertrauen“ in Sportdirektor Franz-David Fritzmeier und die Sportliche Leitung. „Das ist Sport: Mal gewinnst du, und mal verlierst du, aber abgerechnet wird zum Schluss“, sagte der 49-Jährige: „Ich sehe das überhaupt nicht negativ. Wir sind zwölf Punkte hinter dem Ersten. Zwei erfolgreiche Wochenenden, und wir sind wieder vorne dabei. Alles gut, ich bin entspannt.“

          Entspannt sind Teile der Fans schon länger nicht mehr. Das dauernde Auf und Ab sowie das Abrutschen auf Platz sechs deuten ihrer Ansicht nach auf eine negative Entwicklung des ambitionierten Klubs hin, der im kommenden Jahr aufsteigen will. Die in diesem Zusammenhang oft angeführte Annahme, die Löwen hätten zudem noch den höchsten Spieleretat der Liga, weist Krämer zurück: „Wir haben den fünfthöchsten Etat.“

          Die größten Baustellen sind aktuell das allzu statische Powerplay mit schwacher Quote, die vielen Strafzeiten und das Unterzahlspiel, welches das schlechteste der Liga ist. Erschwerend hinzu kommen Verletzungssorgen und die Abgänge der Verteidiger Dalton Yorke (Karriereende) und Dan Spang (Verletzung) zu einem späten Zeitpunkt im Sommer, der es kaum möglich machte, diese adäquat zu ersetzen. Was einen Großteil der Fans aber am meisten stört, sind die teils träge wirkenden Auftritte wie beim 2:5 gegen Landshut am Freitag, wonach Verteidiger Maximilian Faber zugab, dass das Team „ohne Emotionen“ gespielt habe.

          Weil die Mannschaft gegen Bad Tölz zumindest wieder leidenschaftlicher auftrat, wertete Trainer Matti Tiilikainen die Partie als „Schritt nach vorn“. Nach dem Heimspiel an diesem Dienstag gegen Dresden (19.30 Uhr) treffen die Frankfurter auf Bayreuth und Freiburg – drei Partien gegen Gegner, die hinter ihnen in der Tabelle stehen und die darüber entscheiden, ob es in der kommenden Woche unruhig am Ratsweg wird. Die Löwen befinden sich an einem Scheideweg.

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