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Eduard Lewandowski : Die Galionsfigur der Löwen ist weg

  • -Aktualisiert am

Das war’s: Eduard Lewandowski verlässt das Frankfurter Eis. Bild: Picture-Alliance

Eduard Lewandowski ist der achte Eishockey-Spieler, der Frankfurt nach dem verpassten Aufstieg in die DEL verlässt. Wobei der 41 Jahre alte Flügelstürmer nicht irgendein Spieler im Löwen-Rudel war.

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          Noch ist es kein Kommen und Gehen bei den Löwen Frankfurt. Denn bisher herrscht nur aufseiten der Abgänge Hochbetrieb in Reihen des DEL2-Klubs. Eduard Lewandowski ist nun schon der Eishockey-Spieler Nummer acht, der die Frankfurter nach dem Viertelfinalaus gegen Bietigheim und dem damit verpassten Aufstieg in die DEL verlässt. Wobei der 41 Jahre alte Flügelstürmer nicht irgendein Spieler im Löwen-Rudel war.

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          Als Anführer und Schlüsselspieler übte Lewandowski in seinen drei Jahren in Frankfurt vielmehr eine große Vorbildfunktion für seine Mannschaftskollegen aus. Der Deutsch-Russe ging mit seiner Professionalität, seiner Leidenschaft für den Sport und seiner Identifikation mit dem Klub mit gutem Beispiel voran. „Eddi war mit seiner Erfahrung eine sehr große Stütze für unsere jungen Spieler“, lobte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier den „tollen Sportsmann und Menschen“.

          Vor allem in den ersten beiden Spielzeiten habe Lewandowski einen „großen Anteil am Erfolg der Löwen als auch an der Entwicklung unserer Mannschaft“ gehabt. „Eddi hat nicht nur mit seinen teils spektakulären Auftritten wesentlich zu den beiden Hauptrunden-Meisterschaften sowie dem Finaleinzug in der Saison 2018/2019 beigetragen, sondern sich auch immer vorbildlich in den Dienst der Mannschaft gestellt“ – Fritzmeier wird seinen Führungsspieler und Torgaranten vermissen.

          Doch dann kam Corona

          Als die Galionsfigur Lewandowski, der 121 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft unter anderem bei vier Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen 2006 absolvierte, im Februar 2020 seinen Vertrag in Frankfurt um eine weitere Spielzeit verlängerte, brachte er sein Anspruchsdenken und das des Klubs so auf den Punkt: „Wir sind auf einem sehr guten Weg, und ich will dabei helfen, dass wir mit den Löwen dahin kommen, wo das Frankfurter Eishockey meiner Meinung nach hingehört: in die DEL“, sagte Lewandowski damals.

          Doch dann kam die Corona-Pandemie. Und ein „sehr schwieriges Jahr“ (Fritzmeier) für die Löwen mit einer eingeschränkten Saisonvorbereitung, vielen verletzten Spielern, mehreren Corona-Fällen und Quarantäne-Zeiten. Das Team, das die Löwen auf dem Reißbrett zusammengestellt hatten, konnte auf dem Eis nie wirklich zusammenspielen. „Natürlich habe ich mir meine letzte Saison und ganz besonders das letzte Spiel anders vorgestellt. Aber es ist so, wie es ist. Und trotzdem geht das Leben weiter“ – so Lewandowskis Abschiedsworte.

          In seinen drei Jahren bei den Löwen kam er in der DEL2 auf 134 Scorerpunkte (51 Tore und 83 Assists). Insgesamt erzielte der Stürmer, der mit Mannheim in der Saison 2006/2007 die deutsche Eishockey-Meisterschaft gewann, in 584 DEL-Spielen 347 Punkte (143 Tore und 204 Assists). Was die Anzahl seiner Wettkampfspiele angeht, ist der in der Nähe von Swerdlowsk geborene Angreifer in seiner langen Karriere der stolzen Marke von 1500 Partien nahegekommen.

          Bei den Löwen war Lewandowski ein wichtiger Teil des Dreijahresplanes, an dessen Ende die Rückkehr in die DEL stehen sollte. Doch die Pandemie und deren Auswirkungen machten dieses Vorhaben im entscheidenden dritten Jahr größtenteils zunichte. Daher soll nun die kommende Spielzeit zum eigentlichen dritten Jahr werden. Aber mit anderem Personal, das es noch zu finden gilt. Der Umbruch bei ihnen fällt sehr groß aus – so viel steht schon jetzt fest.

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