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Derbysieg für Löwen Frankfurt : Der Traumtorschütze

  • -Aktualisiert am

Kufenkünstler: Roope Ranta nach seinem Treffer zum 3:2 für die Löwen Frankfurt Bild: Jan Huebner

Beim Winter-Game der DEL2 begeistert der finnische Löwe Roope Ranta beim 3:2 über Bad Nauheim mit drei Treffern, von denen einer Seltenheitswert hat.

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          Kurz nachdem das Feuerwerk im Offenbacher Nachthimmel verschwunden war, strahlte der Mann des Abends noch immer. Auf seinem Weg vom Inneren des Fußballstadions am Bieberer Berg in dessen Katakomben dürfte Roope Ranta schon bewusst gewesen sein, was ihn nach seinem brillanten Auftritt auf der ungewohnt großen Eishockey-Bühne gleich erwarten würde. Und als er im Anschluss an die Feierlichkeiten mit den Frankfurter Fans gegen 23.30 Uhr endlich bei den zahlreich auf ihn wartenden Journalisten eingetroffen war, lachte Ranta herzlich, wirkte noch immer wie berauscht – und auch erleichtert.

          „Ich bin sehr glücklich heute. Ich denke, das war mein bestes Spiel bisher im Löwen-Trikot“, sagte der 31 Jahre alte Finne, der beim 3:2-Sieg nach Penaltyschießen der Löwen Frankfurt gegen den EC Bad Nauheim im Winter-Derby der Zweiten Deutschen Eishockey-Liga die unumstrittene Schlüsselfigur war: Ranta bereitete ein Tor vor, erzielte den vermutlich schönsten Treffer, den es je in einem Freiluftspiel in Deutschland gab, und wurde mit zwei erfolgreichen Penaltyschüssen zum Matchwinner in einer umkämpften und phasenweise hochklassigen Partie.

          Penaltyschießen mit Kinofaktor

          Es lief die 41. Minute, als dem Flügelstürmer ein Geniestreich glückte, der die Löwen-Fans in Ekstase versetzte und als Höhepunkt in jedem Saisonrückblick auftauchen wird. Beim Stand von 1:1 nahm Ranta den Puck im Powerplay hinter dem Tor auf die Kelle seines Schlägers und beförderte ihn mit einer an den Lacrossesport angelehnten Wurfbewegung aus der Luft über die Schulter des verdutzten Nauheimer Goalies, Felix Bick, zum 2:1 ins Netz. „Ich hatte viel Platz und viel Zeit. Das Eis war frisch, das Tape am Schläger auch, deshalb war es einfach“, erklärte Ranta, dem dieses im Eishockey äußerst seltene Kunststück bereits zum zweiten Mal gelang. Schon im Dezember 2017 hatte der Finne in der zweiten Liga für die Lausitzer Füchse auf diese Weise getroffen – „auch in einem Derby, damals gegen Crimmitschau“, erinnerte sich Ranta lachend. Sportdirektor Franz-David Fritzmeier zollte dem Stürmer Respekt: „Die Scheibe im Lauf so auf den Schläger nehmen können nur außergewöhnliche Techniker.“

          Es war allerdings nicht nur Ranta, der an diesem Abend auf Frankfurter Seite eine gute Figur machte. Nach den nicht zufriedenstellenden letzten Wochen präsentierte sich die gesamte Löwen-Mannschaft mit ihrem wieder genesenen Kapitän Adam Mitchell zurück auf dem Eis merklich verbessert. Fritzmeier sprach von einem „positiven Statement“ und einem „absoluten Lebenszeichen“, welches das Team gesendet habe: „Wir haben trotz der schwierigen Phase mit viel Selbstvertrauen gespielt und hatten das Spiel zu weiten Teilen im Griff. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie kämpfen und Eishockey spielen kann.“

          Schon in der zweiten Minute hatte Martin Buchwieser Frankfurt nach gutem Start in Führung gebracht. Im Anschluss an das 1:1 durch Bad Nauheims Andreas Pauli entwickelte sich zunächst ein offenes Spiel, in dem die Löwen nach 30 Minuten das deutlich aktivere und bessere Team waren. Rantas Traumtor konterte Bad Nauheim mit dem angesichts der Chancenverteilung eher glücklichen Ausgleich von Andrej Bires (48. Minute), durch den sich das gastgebende Team in die torlose Verlängerung rettete.

          Im Penaltyschießen hatte Ranta mit zwei weiteren sehenswerten Toren dann seinen nächsten großen Auftritt. Auch der starke Frankfurter Goalie Jimmy Hertel war mit guten Paraden entscheidend am Sieg beteiligt – in Erinnerung bleiben wird aber vor allem der Treffer zum 2:1 durch Ranta: „Live habe ich so ein Tor noch nie gesehen. Es war ein großartiges Spiel von Roope, sein bestes hier bisher“, sagte Headcoach Matti Tiilikainen auf der Pressekonferenz nach dem spannenden Spiel vor spektakulärer Kulisse und schob noch einen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag nach: „Ich glaube, Finnen spielen lieber draußen. Vielleicht sollten wir über einen Stadionwechsel nachdenken.“

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