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Löwen-Kapitän Reid McNeill : Eine neue Heimat in Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Der Anführer der Löwen: Kapitän Reid McNeill Bild: Huebner

Nach der ersten DEL-Niederlage gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven reagierten die Spieler der Löwen Frankfurt gefasst. Kapitän Reid McNeill ist in der Abwehr gesetzt – und fühlt sich wohl.

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          Dass das bittere 3:4 in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) keine allzu großen Spuren bei den Löwen hinterlassen wird, war schnell nach Abpfiff klar. Die Spieler um Kapitän Reid McNeill reagierten nach der ersten DEL-Niederlage gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven gefasst. Beim 5:2-Sieg am Freitag bei den Grizzlys Wolfsburg drehten die Löwen die Partie noch zu ihren Gunsten – nun lief es andersherum. „Wir müssen lernen, besser unsere Emotionen zu kontrollieren und das Momentum der Partie auf unserer Seite zu behalten. Das ist eine große Lehre“, sagte der Kapitän über das Spiel.

          Die Emotionen zu kontrollieren wird die eine Lehre sein, doch auch an der Krafteinteilung muss sich bei den Löwen etwas ändern. Denn die Kräfte schwanden den Frankfurtern merklich, während die Bremerhavener im zweiten und im letzten Drittel immer wieder gefährlich angreifen konnten.

          Ein kluger Rückschritt

          Zum Mannschaftssport gehört neben der kollektiven Weiterentwicklung aber auch die individuelle: Eine Entwicklung möchte McNeill nun in seiner neuen Rolle als Kapitän vollziehen. Das Amt hatte er zuvor noch nicht inne. „Es ist ein Prozess für mich und auch eine sehr schöne Möglichkeit, als Kapitän zu wachsen. Aber ich muss das Team nicht allein führen. Wir haben einen guten Umgang untereinander, mit vielen Spielern, die vorangehen können.“

          Um sich endgültig in der ersten Liga durchzusetzen, hat der 30-Jährige einen scheinbar klugen Rückschritt gemacht. Von ebenjenen Fischtown Pinguins wechselte er im Februar während der laufenden Zweitligasaison nach Frankfurt. In den Play-offs wurde er auf Anhieb Stammspieler und verlieh der Löwen-Abwehr stets die Stabilität, die sie benötigte. Auch wenn er bei Bremerhaven in der DEL wegen einiger Verletzungen kaum eingesetzt wurde, blickt McNeill schon auf über 290 Spiele in der zweitklassigen nordamerikanischen American Hockey League (AHL) überwiegend für die Wilkes-Barre/Scranton Penguins zurück.

          Erst 2018 spielte er seine erste europäische Saison beim österreichischen Klub Dornbirner EC. Über eine Station in Dänemark bei den Herning Blue Fox kam er nach Bremerhaven. „Reid macht seine Sache sehr gut, seine Verpflichtung war ein Glücksfall für uns“, erzählte Löwen-Sportdirektor Franz-David Fritzmeier der F.A.Z.

          „Ich habe immer versucht, nicht ausgefallen zu spielen und möchte möglichst einfach spielen“, sagte McNeill. Dass auch Trainer Gerry Fleming auf die Dienste des „einfachen Spielers“ McNeill zählt, kann man schon nach zwei Spieltagen anhand seiner Spielzeit sehen. Fleming setzte am ersten Wochenende in der Verteidigung im Kern auf fünf der sieben zur Verfügung stehenden Profis – McNeill war einer von ihnen.

          Zeit für die Entwicklung

          Außerdem bekamen Maximilian Gläßl, Davis Vandane, Reece Scarlett und Kevin Maginot Spielzeiten. Der junge Paul Reiner und Daniel Wirt, von dem in Frankfurt dieses Jahr noch der Durchbruch erwartet wird, durften nur sehr selten auf die Eisfläche. War das am Ende des Tages zu viel für die fünf Profis? Der Trainer sagt: Nein. „Wir müssen kompakter auf dem Eis agieren. Mit fünf Verteidigern zu spielen, das war nicht das Problem.“

          Die gegnerischen Offensivreihen sind stark, die jungen Verteidiger sollen sich langsam an das DEL-Niveau gewöhnen. Fritzmeier sagte: „Leider ist Simon Sezemsky momentan noch verletzt, doch er steht uns hoffentlich bald wieder zur Verfügung.“ Der 29-jährige Verteidiger Sezemsky bringt auch bereits DEL-Erfahrung aus über 200 Spielen mit.

          Eines bewiesen die Löwen allerdings, und das wird ihnen auch nächstes Wochenende beim Spiel gegen Iserlohn und der schweren Auswärtspartie bei einem der Meisterschaftsanwärter aus Berlin helfen: Das Zusammenspiel des Teams klappt hervorragend. Kein Wunder, denn auch abseits des Eises verstehen sich die Spieler sehr gut. Damit aber nicht nur die Laune oben bleibt, sondern auch der Punktestand hochgeschraubt werden kann, sind noch einige Entwicklungsschritte vonnöten.

          Impulskontrolle, bei lautstark anfeuerndem Publikum nicht die Kräfte schon im ersten Drittel liegen lassen und mehr Gewieftheit im Umgang mit Führungen sind hier die Stichworte. Trotzdem fällt das nicht allzu stark ins Gewicht, denn die Mannschaft hat bewiesen, dass sie auch bei den sogenannten Spitzenteams, wie die Wolfsburger fraglos eine sind, spielerisch mithalten kann.

          Die Löwen zurück in der DEL, McNeill in Frankfurt. Das passt auch für ihn persönlich. „Ich fühle mich sehr wohl in Frankfurt, es ist schön, diese Stadt nun meine Heimat nennen zu können. Auch in der Liga kenne ich einige Leute, die sich darüber freuen, dass Frankfurt nun zurück ist“, sagte er – und blickte seinem Feierabend sowie den DEL-Spielen am kommenden Wochenende entgegen.

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