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Leichtathletik : Mit Eintracht Frankfurt in die Weltspitze

  • -Aktualisiert am

Frankfurter Vorläufer: Marc Reuther Bild: dpa

Gleich acht Olympia-Hoffnungen vereint die Frankfurter Eintracht in ihrer Leichtathletik-Abteilung. Mit dabei ist auch ein Routinier, der sogar für Sommer- und Winterspiele Ambitionen hegt.

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          Siebenkämpferin Carolin Schäfer absolviert weiterhin ihre Übungseinheiten bei den Eltern von Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul in Mainz. Dennoch muss der frühere Trainer der Europameisterschaftsdritten, Jürgen Sammert, nicht fürchten, dass ihm die Arbeit ausgeht. Zwei junge Allrounder haben sich zum Ende der Wechselfrist in der Leichtathletik am 30. November der LG Eintracht Frankfurt angeschlossen: Die Zweite der deutschen U-20-Meisterschaften, Lilian Tösmann, die bislang das Trikot von Teutonia Lanstrop trug, wirft, springt und läuft seit dem Sommer in der Trainingsgruppe des Mehrkampfspezialisten mit. Zudem setzt der Aachener Jannis Wolf seine Karriere am Main und an der Seite des nationalen Hallenmeisters Andreas Bechmann fort. Der 22-Jährige gewann im August in Vaterstetten den deutschen Junioren-Meistertitel in der U 23, hätte mit seinen 7670 Punkten allerdings auch im stark reduzierten Teilnehmerfeld bei den Männern triumphiert.

          Die beiden und ein paar weitere Neuzugänge bei den Adlerträgern stehen für die Linie, die Michael Krichbaum verfolgt, seit er in diesem Jahr das Amt des Abteilungsleiters übernommen hat. Es sollen nicht mehr fertig ausgebildete Athleten wie einst Stabhochspringer Tim Lobinger oder 800-Meter-Olympiasieger Nils Schumann eingekauft, sondern Talente unterm eigenen Dach in die internationale Spitze geführt und dann gehalten werden. Abgesehen von Mittelstreckler Homiyu Tesfaye, der sich dem TSV Pfungstadt angeschlossen hat, muss die Eintracht im Olympiajahr auf keinen weiteren Topathleten verzichten. „Wir sind stolz, dass wir alle halten konnten“, sagt Krichbaum.

          Obwohl die Coronavirus-Krise dem Verein zugesetzt habe und es Einbußen gab. Zudem stellt die Verschiebung der Olympischen Spiele eine Herausforderung dar. Athleten, die bereits ihre Karriere beendet hätten, hängen jetzt noch eine Saison dran oder überlegen, wie im Fall von Schäfer, auch noch an den Europameisterschaften 2022 in München teilzunehmen. Gleichzeitig gilt es, die nächste Generation vorzubereiten und abzusichern.

          Mit Blick auf Tokio gibt sich Krichbaum optimistisch, dass die Eintracht mit fünf bis acht Athleten den Sprung nach Asien schaffen könnte. Schäfer und Marathonspezialistin Katharina Steinruck haben sich bereits dafür empfohlen. Für den erst 21-jährigen Bechmann könnte die Herausforderung zu früh kommen, doch der Eintracht-Funktionär ist sicher: „Wenn er die Chance bekommt, wird er sie ergreifen.“

          Auf der Bahn hat der deutsche Meister über 800 Meter, Marc Reuther, mit neuen persönlichen Bestleistungen einen großen Schritt in Richtung Weltspitze gemacht. „Er ist richtig heiß und sicher, dass da noch mehr geht für ihn“, sagt Krichbaum. 400-Meter-Hürdenläufer Luke Campbell tauchte 2020 aus familiären Gründen nicht auf, will jetzt aber wieder angreifen. Sein zwei Jahre jüngerer Disziplinkollege Joshua Abuaku rangiert auf nationaler Ebene auf einem dritten Platz. Die beiden Amerikaner Amos Bartelsmeyer und Sam Parsons, die auf den flachen Mittelstrecken beheimatet sind, konnten wegen der Pandemie nicht nach Europa kommen, sollen aber weiter für die Eintracht und Deutschland starten. Weitspringerin Julia Gerter bleibt nach ihrem Achillessehnenriss 2019 auf der „Road to Tokyo“. Für eine gute Vorbereitung spricht, dass sie seit 1. September Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr ist.

          Besonders flexibel erweist sich Georg Fleischhauer, der nicht nur im Sommer einen neuen Frühling erlebte, als er sich bei der deutschen Meisterschaft im Hürdensprint den dritten Platz sicherte und die Siegerehrung auf dem Podest erlebte. Der 32-Jährige ist gerade als Bob-Anschieber aktiv und liebäugelt nach einem besonderen Lob von Bundestrainer René Spieß für seine starke Leistung beim Anschubtest damit, in der zweiten Saisonhälfte noch in einem Weltcup-Schlitten zu sitzen. So träumt der Europameisterschafts-Sechste von 2012 über 400 Meter Hürden nicht nur von einem Sommer-Märchen in Tokio, sondern auch von einem Wintermärchen in Peking 2022.

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