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Leichtathletik-EM : Friedrich gut in Form, Heidler vor dem großen Wurf

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Sie will hoch und weit hinaus: Hammerwerferin Betty Heidler Bild: REUTERS

Alte Bekannte, neue Gesichter: Auch Hessen hat Hoffnungsträger bei der Leichtathletik-EM in Barcelona. Für Hammerwerferin Betty Heidler soll am Freitagabend die große Stunde schlagen. Ariane Friedrich ist dann am Sonntag an der Reihe.

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          Das Auffälligste an Kathrin Klaas waren ihre kniehohen Strümpfe. Man kennt diese Modelle aus dem Langstreckenlauf - wer daran glaubt, steigert dank der erhöhten Kompression seine Ausdauer. Der Hammerwerferin sollten die nicht sonderlich kleidsamen Modelle zu einer verbesserten „Kontrolle der Fußsteuerung“ verhelfen.

          Hammerwerfen ist eine technisch sehr anspruchsvolle Disziplin, und so war es wohl eher anderen Umständen zuzuschreiben, dass die 26 Jahre alte Polizistin als erste Frankfurterin bei den Leichtathletik-Europameisterschaften ausschied. Lediglich 65,82 Meter weit flog ihre Eisenkugel am Drahtseil beim Saisonhöhepunkt, fast neun Meter weniger als ihre Bestleistung. Dabei wollte die WM-Vierte im Olympiastadion von 1992 „auf jeden Fall eine Medaille gewinnen“ - glücklicherweise gibt es noch vier weitere Frankfurter Hoffnungen auf edles Metall.

          Etwa Vizeweltmeisterin Betty Heidler, die in der Hammerwurf-Qualifikation weitaus erfolgreicher im Ring kreiselte und mit 71,85 Meter die zweitbeste Leistung nach Weltrekordhalterin Anita Wlodarczyk aus Polen erreichte. Betty Heidler, Bundespolizistin, Studentin und seit sechs Jahren beste deutsche Hammerwerferin, steht heute Abend im Finale. Und sie hat mit Michael Deyhle denselben Bundes- und Heimtrainer wie Kathrin Klaas. Dass beide für den Großklub LG Eintracht Frankfurt starten, ist beinahe eine Selbstverständlichkeit. Denn nur dieser Verein bietet den Leichtathleten in Hessen ein professionelles Umfeld.

          „Wir brauchten jetzt noch vier Wochen mehr Zeit“

          Natürlich weiß auch Ariane Friedrich, was am Sonntagabend in Barcelona von ihr erwartet wird. Vor achtzehn Jahren sprang hier Heike Henkel zum Hochsprung-Olympiasieg, und der deutsche Rekord der Leverkusenerin (2,05 Meter) wurde erst im vergangenen Sommer verbessert. Von Ariane Friedrich, um einen Zentimeter. Doch es ist vergleichsweise ruhig geworden um die WM-Dritte des Vorjahres.

          Der Schwung von 2009 - einhergehend mit zentnerschweren Erwartungen - ist nach zwei schweren Verletzungen im Winter einer Rückbesinnung auf den elementaren Wert eines gesunden Körpers gewichen. 2,02 Meter hat die sechsundzwanzigjährige Polizistin in diesem Sommer bisher überquert; bei ihrem deutschen Meistersprung über genau zwei Meter vor knapp zwei Wochen deutete Friedrich allerdings an, was sie wirklich zu leisten imstande ist: erheblich mehr. „Wir brauchten jetzt noch vier Wochen mehr Zeit“, merkte ihr väterlicher Trainermentor Günter Eisinger an. Sollte heißen: Die Form ist da, die Konstanz fehlt noch etwas. Doch eine EM lässt sich nun einmal nicht verschieben.

          Siebenkämpferin Claudia Rath ist ein neues Gesicht bei internationalen Meisterschaften. Und genaugenommen nur eine Wahl-Frankfurterin. Seit sieben Monaten nämlich erst trägt die 24 Jahre alte Erzieherin das Trikot der LG Eintracht Frankfurt, zudem pendelt sie zum Training zwischen ihrem Wohnort Dornburg und der Mainmetropole. Im Siebenkampf hat sie sich im Frühsommer auf 6036 Punkte verbessert, weshalb der nationale Verband Rath trotz knapp verfehlter EM-Norm (6100 Punkte) nominiert hat. Die ersten Hürden auf dem Weg zu der erhofften neuen Bestleistung stehen ihr heute Morgen im Weg.

          Und dann dauert die Europameisterschaft noch zwei Tage, bis Sonntag. Spätabends, um 21.55 Uhr, ist der 26 Jahre alte Sportsoldat Kamghe Gaba mit der deutschen 4x400-Meter-Staffel als letzter Frankfurter im letzten Wettbewerb gefordert.

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