https://www.faz.net/-gtl-9wvfb

Lebensziel Tennisprofi : Unter die Top 100 – oder zur Nasa

  • -Aktualisiert am

Gut gelaunt: Alexander Waske Bild: privat

Alexander Waske will lieber „Freiburg als der FC Bayern“ sein. Die Ausbildung an seiner Tennis-University ist ebenso Lebens- wie Sportschule. Das trägt teilweise erstaunliche Früchte.

          4 Min.

          Karlis Ozolins ist ein Tennisspieler ganz nach dem Geschmack von Alexander Waske: „Er spielt auch noch bei 30:30 den Ball durch die Beine.“ Anerkennung schwingt in seinen Worten mit. Karlis Ozolins ist 17 und trainiert seit zwei Jahren in der Tennis-University des früheren deutschen Davis-Cup-Spielers. Vor ein paar Wochen erreichte der schon in seiner Jugend hünenhafte blonde Lette in den Junioren-Wettbewerben der Australian Open das Halbfinale der Einzelkonkurrenz und das Endspiel im Doppel.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Wenn der Teenager nicht bei den großen und kleinen Turnieren dieser Tennis-Welt unterwegs ist, trainiert er unter Waskes Anleitung auf den Plätzen auf der Rosenhöhe in Offenbach oder in Gravenbruch auf den Plätzen des Steigenberger Hotels. Nicht, dass Waske jedes Training von Ozolins leiten würde, längst nicht. „Ich bin für alle Spieler da, ich schaue nach jedem.“ Die Tennis-University betreut mit zwölf Tennis-, drei Fitnesstrainern und vier weiteren Angestellten im Office ATP- und WTA-Profis, Junioren auf Welt-, nationalem, und regionalem Niveau. Und seit kurzem gibt es ein Förderprogramm, in dem zwölf Spieler zwischen elfeinhalb und 13 Jahren die bestmögliche Tennisausbildung genießen sollen.

          Nicht jeder kann es schaffen

          Absolute Weltklassespieler gehören im Moment nicht zur festen Klientel von Waske, nachdem er vor einigen Jahren für Angelique Kerbers und Andrea Petkovics Aufstieg in die Top Ten als Trainer verantwortlich war. „Wir sind lieber Freiburg als der FC Bayern“, sagt Waske zu seinem Geschäftsmodell. „Wir wollen der Ort sein, wo Spieler eine unglaublich gute Ausbildung bekommen, und wir wollen eine maximale Anzahl von Spielern in die Top 100 bringen. Denn diese Positionen bedeuten für sie finanziellen Erfolg.“

          Dem 44-Jährigen ist sehr bewusst, dass nicht jedes Kind, jeder Jugendliche, der in eine Akademie kommt, dieses Ziel erreichen wird. Was kein Anlass ist, nachzulassen. Für Waske ist der Weg das Ziel: „Nicht jeder hat das Tennis-Talent zur Weltklasse, aber bei uns lernen die Schüler, wie sie erfolgreich im Leben sein werden.“ Seine Eleven gehen durch eine harte Lebensschule. Sie lernen Verantwortung für sich und andere zu übernehmen, nach Niederschlägen wieder aufzustehen, ihre Tage zu strukturieren, schnell zu lernen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. „Ich glaube zu 1000 Prozent daran, dass jemand, der gelernt hat, mit aufgeschürften Knien immer wieder aufzustehen, der unnachgiebig versucht sich zu verbessern, dass derjenige sich im Leben durchsetzen wird, auch wenn er nicht Welt- und Europameister wird.“

          Hartes Training kann Spaß bereiten: Karlis Ozolnis in der Tennis-University
          Hartes Training kann Spaß bereiten: Karlis Ozolnis in der Tennis-University : Bild: privat

          Waske ist stolz auf viele seiner Schüler, die es nicht im Tennis geschafft haben, große Karriere zu machen, aber im Berufsleben. Er erzählt von zwei Jungs, die ein Start-up-Unternehmen gegründet und einen elektronischen Netzpfosten für Tennisplätze entwickelt haben. Von einem früheren Spieler, der bei der amerikanischen Weltraumagentur Nasa als Raketenwissenschaftler angestellt ist und von einem anderen, der in einer großen Consultingfirma als Unternehmensberater beschäftigt ist. „Ich habe noch nie jemanden wegen seiner Tennisleistungen rausgeschmissen, nur wenn jemand nicht richtig mitgezogen hat.“ Waske fürchtet den faulen Apfel, der den ganzen Korb verdirbt.

          Weitere Themen

          Mit goldenem Blick

          Reit-Bundestrainer Melzer : Mit goldenem Blick

          In seinem letzten Championat als Bundestrainer der Vielseitigkeitsreiter freut sich Hans Melzer über EM-Silber mit der Mannschaft. Ende des Jahres tritt er ab und übergibt die Zügel.

          FC Bayern empfängt Dynamo Kiew Video-Seite öffnen

          Champions League : FC Bayern empfängt Dynamo Kiew

          Mit Blick auf das kommende Gruppenspiel zeigt sich Bayern-Trainer Nagelsmann zuversichtlich. Abgesehen von Tolisso, Ulreich und Coman steht ihm sein gesamter Kader zur Verfügung.

          Topmeldungen

          Kahrs saß für die SPD fast zwölf Jahre im Parlament, zwei Jahre lang saß er dem Haushaltsausschuss vor.

          Cum-Ex-Ermittlungen : Die Spur führt ins Zentrum der Hamburger SPD

          Im Cum-Ex-Skandal ist die Rolle von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz weiterhin unklar. Nun wurde bei einem Vertrauten die Wohnung durchsucht. Weitere Beschuldigte sind ein ehemaliger Senator und eine Finanzbeamtin.
          Winfried Kretschmann am Dienstag in Stuttgart.

          Zu wenige Gemeinsamkeiten? : Kretschmann zweifelt an der Ampel

          Bei den Grünen sind viele für ein Bündnis mit der SPD. Doch der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg hadert mit einer Koalition, die von den Sozialdemokraten angeführt wird. Die Union wäre ihm als Partner lieber.
          Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus (CDU) vor Beginn der ersten Fraktionssitzung

          Liveblog Bundestagswahl : Kompromiss für Unions-Fraktionsvorsitz geplant

          Brinkhaus einziger Bewerber +++ Laschet gesteht in Fraktion Fehler ein +++ Söder: „Ergebnis ist kein Regierungsauftrag“ +++ Alle Entwicklungen zur Bundestagswahl im Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.