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Zum deutschen Football-Finale : Mit dem Mut zur Nische

Importgut: In Deutschland ist Football weiter eine Randsportart – aber zum Finale war die Frankfurter Arena dennoch gut besucht Bild: Wonge Bergmann

Ist die Frankfurter WM-Arena nicht zu groß für ein Finale der German Football League? Seit Samstag ist diese Frage beantwortet. Ein Grund: Frankfurt hat als Sportstadt auch den Mut zur Nische.

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          Wer will das sehen? Ein Finale in der German Football League zwischen den Schwäbisch Hall Unicorns und den Braunschweig Lions? Schauplatz ist das Größte, was Frankfurt an Sportstätten zu bieten hat: Die 50.000 Zuschauer fassende WM-Arena, wo sonst die Frankfurter Eintracht ihre Heimspiele in der Fußball-Bundesliga und der Europa League austrägt. Zu groß für eine solche Veranstaltung zweier Teams, deren Fans ein paar hundert Kilometer anreisen müssen, um ihre Helden im Endspiel um den German Bowl sehen und anfeuern zu können, wurde vorher geunkt.

          Am Samstag sind all diese Fragen beantwortet worden. Nein, das Stadion war nicht zu groß. Die Stimmung auf den Rängen war prächtig – und die Mannschaften fühlten sich bestens aufgehoben in der Spielstätte, in der einst Frankfurt Galaxy in der NFL Europe League auf die Jagd nach Yards und Touchdowns ging. 20.000 Fans bildeten nun, mehr als zwölf Jahre nach dem letzten Football-Profispiel in der Arena, einen beachtlichen Rahmen – und sorgten für einen neuen Rekord. Noch nie waren so viele Zuschauer bei einem GFL-Endspiel ohne die Beteiligung einer Heimmannschaft.

          Veranstalter haben Mut

          Eines muss man den Veranstaltern von der GFL, dem American Football Verband Deutschland und der Stadion Frankfurt Management GmbH lassen: Sie haben Mut. Denn die Skepsis, ob die große Arena im Stadtwald wirklich ein passender Rahmen für ein Endspiel ohne Frankfurter Beteiligung sein würde, war vielerorts spürbar. Angebracht war sie ganz offensichtlich nicht. Denn es passte alles. Selbst die für die Veranstaltung zuständigen Funktionäre wirkten überrascht, wie gut ihr Frankfurter Plan aufging. „Fast geflasht“ sei man darüber, sagte GFL-Sprecher Carsten Dalkowski nach dem Braunschweiger 10:7-Sieg über Schwäbisch Hall. „Ich bekomme das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht.“

          Auf mindestens fünf weitere Football-Endspiele hatten sich die Macher des German Bowl Ende Juni mit der Stadt Frankfurt verständigt. Ob auch die kommenden Finals Zuwachsraten bringen werden? Erst einmal abwarten. Football ist in Deutschland eine Randsportart. Dass sie vielleicht unterschätzt wird, hat sich am Samstag in der WM-Arena angedeutet. Einer Sportstadt, die Frankfurt ja sein will, steht eine solche Veranstaltung gut zu Gesicht – auch weil sie eines unterstreicht: den Mut zur Nische.

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