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Kurs auf Europa : Träume treiben die Eintracht an

  • -Aktualisiert am

Auch er träumt von Europa: Kevin-Prince Boateng (links), hier mit Sebastien Haller Bild: dpa

Die Frankfurter Eintracht setzt sich in der Bundesliga-Tabelle oben fest. Je länger die Saison dauert, umso mehr wird erkennbar: Trainer Kovac hat die Spieler bestmöglich präpariert.

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          Viel souveräner geht es nicht. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, durch welche Qualität sich der aktuelle Eintracht-Jahrgang auszeichnet, wäre er durch das Rhein-Main-Duell erbracht worden: Der sechste Pflichtspielheimsieg in Serie war eine weitere Demonstration der Frankfurter Stärke. Mit ein bisschen mehr Geschick im Abschluss hätte die einseitige Begegnung für Mainz mit einem Debakel enden können. Die 05er waren mit dem 0:3 gut bedient. Sie hatten der Zielstrebigkeit, mit der Kovacs Spieler die Zweikämpfe annahmen und nach jeder Balleroberung auf Attacke umschalteten, nichts entgegenzusetzen. Phasenweise war ein Klassenunterschied erkennbar.

          Die Frankfurter demonstrierten über neunzig Minuten, dass sie mittlerweile völlig zu Recht zu den Top-Teams des Klassements gezählt werden – und die Mainzer sich mächtig werden strecken müssen, um das Kunststück zu wiederholen, das Kovac nach seinem Einstieg vor zwei Jahren mit der Last-Minute-Rettung der Eintracht gelang. Seitdem geht es allenthalben in dem Klub aufwärts. Sieben Spieltage vor Rundenende haben sie sich nun schon 45 Punkte erarbeitet – das sind drei mehr als in der kompletten vergangenen Runde. Und es gehört nicht viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, wohin die Reise gehen wird, wenn die Mannschaft so weitermacht.

          Nur wenige Schritte fehlen

          Anzeichen, die darauf hindeuten würden, dass der Höhenflug manchem Protagonisten zu Kopf steigt, sind nicht zu erkennen – eine Grundvoraussetzung, um in den bevorstehenden Wochen der Wahrheit das angefangene Werk zu vollenden. Es fehlen nur wenige Schritte, und die Wandlung vom Abstiegskandidaten zum Aufsteiger des Jahres der Fußball-Bundesliga ist endgültig vollbracht. Auf dem Weg hinauf in die für meisten Eintracht-Spieler ungewohnte Höhenluft liegen noch ein paar Fallstricke.

          Das Restprogramm hat es in sich. Gerade auswärts bekommen es Kovac und die Seinen mit Konkurrenten zu tun, die ihrerseits höchste Ambitionen besitzen und denen nicht zuzutrauen ist, dass sie den Fehler machen werden, der Eintracht nicht mit der entsprechenden Konsequenz entgegenzutreten. Dreimal darf die Eintracht bis zur Endabrechnung am 12. Mai noch vor eigenem Publikum ran. Hoffenheim, Hertha und Hamburg heißen dabei die Gegner. Auswärts warten die härteren Prüfungen: In Bremen, Leverkusen, München und Schalke gilt es noch zu bestehen.

          Hohes Maß an Gelassenheit

          Die Eintracht wird die ausstehenden Partien garantiert nicht wieder im Schongang meistern können, so wie ihr das gegen harmlose Mainzer möglich war. Nervös werden muss sie aber auch bei Niederlagen nicht. Der Vorsprung vor den Verfolgern, die bei der Vergabe der internationalen Startplätze die Eintracht noch ausbremsen können, beträgt inzwischen sechs Zähler.

          Und je länger die Spielzeit dauert, umso mehr wird erkennbar, dass Kovac und sein Betreuerstab die Spieler bestmöglich präpariert haben: Einsatzbereitschaft, Fitness und Laufstärke zählen zu ihren Trümpfen, die den Traum vom Happy End realistisch erscheinen lassen. Team und Trainer besitzen eine Ausgangsposition, die zu einem hohen Maß an Gelassenheit berechtigt. Mehr kann ein Außenseiter, der sich anschickt, in den Kreis der Großen vorzustoßen, vor Beginn des Saisonendspurts nicht erwarten.

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