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Eintracht Frankfurt : Passende Mischung

  • -Aktualisiert am

Erfolgreiche Eintracht-Akteure: Dieser Kader ist vielfältig und hochwertig besetzt, um gestiegene Ambitionen zu hegen. Bild: Reuters

Das Spiel der Eintracht gegen Leipzig zeigt, warum Oliver Glasner einen Last-Minute-Aktionismus ablehnte. Der Frankfurter Kader rechtfertigt das Vertrauen des Trainers.

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          Alle, die schon schwarz gesehen haben, können durchatmen: Die Frankfurter Eintracht ist drauf und dran, den nächsten Umbruch zu bewältigen. Ihre Perfomance gegen RB Leipzig erfüllte höchste Ansprüche. Sie half zum einen, Selbstzweifel, die durch den holprigen Start aufgekommen waren, endgültig zu zerstreuen und ein Statement abzugeben, das als Signal der Stärke nicht nur an die Bundesliga-Konkurrenz zu verstehen ist.

          Bundesliga

          In zwei Tagen beginnt mit dem Ertönen der Champions-League-Fanfare in der Arena im Frankfurter Stadtwald ein besonderes Kapitel in der Klubgeschichte. Das 4:0 gegen die Leipziger, das auf einer überzeugenden Teamleistung gründete, sorgte vorab verdientermaßen für weiteres Selbstvertrauen.

          In Summe war es die beste Vorstellung der Eintracht seit dem Sturmlauf in Camp Nou, als der FC Barcelona im Viertelfinale der Europa League nicht wusste, wie ihm gegen diese von Glasner taktisch mustergültig eingestellte Truppe geschieht. Die Roten Bullen bekamen von der Eintracht Hörner aufgesetzt. Egal, was die Elf von Tedesco auch taktisch probierte, die Frankfurter Antwort fiel überzeugender aus.

          Dem 3-4-1-2-System, mit dem es die Leipziger eingangs probierten, nahm Glasners Ensemble mit einem aggressiven Pressing jedwede Wirkung; als Leipzig auf ein 4-4-2 mit Mittelfeldraute umschwenkte, fanden Götze, Kamada und Lindström durch ihre Gewandtheit und Kombinationsfreude trotzdem Lücken, wie sie später durch Läufe in die Tiefe Schwachstellen zwischen den Linien im 4-2-3-1 aufdeckten.

          Formidable Qualität bei Eintracht

          Dass die Eintracht im Sommerschlussverkauf Zurückhaltung übte, sorgte selbst ins Vereinskreisen für Verwunderung. Zu Unrecht. Denn der Samstag zeigte, warum Glasner einen Last-Minute-Aktionismus ablehnte: Dieser Kader ist vielfältig und hochwertig besetzt, um gestiegene Ambitionen zu hegen. Und dass ein Grundvertrauen ins vorhandene Personal spürbar ist, wirkt sich aufs Betriebsklima aus. So mutig und geradlinig wie gegen Leipzig tritt nur auf, wer von der Marschroute des Trainers überzeugt ist – wobei mit jedem Ballgewinn, der RB abgetrotzt wurde, das gute Gefühl wuchs, dass die Mischung passt.

          In Anbetracht der Verpflichtungen von Mario Götze, Randal Kolo Muani und Lucas Alario sowie dem Verbleib der umworbenen Kevin Trapp, Evan Ndicka, Daichi Kamada und Djibril Sow verfügt das Team an exponierten Stellen über formidable Qualität. Es gibt zudem keinen chancenlosen Spieler mehr im Kader. Dass mit Borré der Held von Sevilla aktuell nur Ersatz ist, sagt einiges über die neue Klasse aus – und wie bemerkenswert er damit umgeht, noch mehr: Mit Energie und Spirit brachte er sich auch gegen RB Leipzig nach seiner Einwechslung mitreißend ein.

          Die Saison ist noch zu jung, um sich auf verlässliche Gewissheiten stützen zu können. Aber, wer bislang nur gegen den FC Bayern und Real Madrid verloren hat, kann zu Recht optimistisch nach vorne schauen: Auch mit diesem Eintracht-Jahrgang ist wieder zu rechnen.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

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