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Profi-Fußballer in Rhein-Main : Das Leben der frühen Verlierer

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Das Selbstbewusstsein ist da: Markus Steinhöfer von Eintracht Frankfurt. Bild: Wonge Bergmann

Mainz 05 übertrifft sich selbst, die Eintracht schafft die Wende, der FSV, Offenbach und Wehen überraschen. Schon nach sieben Spieltagen. Ein Streifzug durch die erste, zweite und dritte Fußball-Liga.

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          Eintracht Frankfurt

          Das Selbstbewusstsein ist da. „Ich weiß, dass ich locker mithalten kann“, sagt Markus Steinhöfer. Doch mitspielen, das darf er nicht. Der Fußballprofi der Frankfurter Eintracht fristet ein tristes Dasein. Er trainiert fleißig, bietet sich an, schlägt wie einst unter seinem Förderer Friedhelm Funkel gute Flanken. Doch am Wochenende, wenn sich die Kameraden auf Punktspielprüfungen vorbereiten, fehlt Steinhöfer. Er hat frei; seit dem Saisonstart ist das schon der Fall. Sieben Spiele, null Einsätze: Coach Michael Skibbe legt keinen Wert auf die Dienste des 24-Jährigen. „Es wäre besser gewesen, wenn Markus woanders seine Chance genutzt hätte.“ Steinhöfer aber schlug die Warnung aus - auch aus wirtschaftlichen Gründen zog er es vor, in Frankfurt zu bleiben.
          Martin Fenin ist vor allem deshalb bei der Eintracht geblieben, „weil ich mich als Stürmer Nummer eins sehe“. Das waren schon starke Worte, die der Tscheche von sich gegeben hatte. Allein: Sie fielen nicht auf fruchtbaren Boden. Andere Stürmer - die Griechen Theofanis Gekas und Ioannis Amanatidis sowie der Türke Halil Altintop - haben dem 23 Jahre alten Fenin den Rang abgelaufen. Pech auch: Es ist eine unglaublich anmutende Verletzungsmisere, die ihn seit langem heimsucht. Mal zwickte es an den Leisten, mal schmerzte die Bandscheibe, jüngst bekam er einen Tritt gegen das Knie. Ginge es um den größten Pechvogel der Eintracht, wäre Fenin neben Verteidiger Aleksandar Vasoski erste Wahl. Überhaupt keine Wahl sind zwei weitere Absteiger - Ricardo Clark und Marcel Heller. Von Skibbe zum Bleiben überredet, spielt Heller keine Rolle. Und der Amerikaner Clark wird es auch zukünftig nicht schaffen, sich gegen seine Konkurrenten Pirmin Schwegler und Chris durchzusetzen. Clark bleibt Bankdrücker - immerhin ein Platz mit kleiner Perspektive. Steinhöfer kann davon nur träumen.

          Kickers Offenbach

          Elton da Costa brauchte Geduld, viel Geduld. Sechs Wochen lang konnte er nach einer Knochenknorpelquetschung im linken Fuß nur eingeschränkt trainieren. „Das war eine sehr harte Zeit“, sagt der Brasilianer. So große Hoffnungen - und dann nach wenigen Spielen schon draußen. Am Samstag im Privatspiel gegen den 1. FC Köln feierte der Dreißigjährige immerhin sein Comeback - nachdem er vierzehn Tage ohne Pflichtspieleinsatz geblieben war. Trotzdem muss sich ausgerechnet der Spielstratege, der in der Vorsaison beinahe mit Augsburg in die erste Liga aufgestiegen wäre, hinten anstellen. Denn auch ohne ihn war der Drittliga-Tabellenführer erfolgreich. Und Trainer Wolfgang Wolf sagt: „Elton fehlt noch viel.“ Deswegen will da Costa auch nichts überstürzen und im Training „Gas geben, damit ich wenigstens im Kader stehe“.
          Null Einsätze in dieser Saison - diese Zahl ist auch für Alexander Huber ungewöhnlich. War der Rechtsverteidiger in der Vergangenheit doch unverzichtbar für den OFC. Je 37 Partien bestritt der Fünfundzwanzigjährige in den beiden zurückliegenden Spielzeiten. Doch diesmal stoppte ihn schon vor dem Rundenstart eine schwere Verletzung - ein Teilriss des Kreuzbands. Der vielseitige Defensivspieler hat zuletzt aber große Fortschritte gemacht, und ein Ende seiner Leidenszeit ist absehbar. „Ich gehe davon aus, dass Alexander Ende Oktober voll einsatzbereit ist“, sagt Wolf. Denn an Talent und Fleiß hat es dem ehemaligen Profi von Eintracht Frankfurt noch nie gemangelt.

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