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Kickers Offenbach und Wehen Wiesbaden : Neue Gesichter und ein neuer Versuch

  • -Aktualisiert am

Es geht schon wieder los: Die Kickers aus Offenbach eröffnen die Drittliga-Saison Bild: Wonge Bergmann

Runderneuert starten Kickers Offenbach und Wehen Wiesbaden in die nächste Spielzeit der dritten Liga. Von vorne anfangen und besser werden – so das jeweilige Ziel.

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          Mit 19 Jahren ist Stefano Cincotta der jüngste Offenbacher Neuzugang. Bisher kann der Jungprofi für die linke Außenbahn nur Einsätze in der U-19-Bundesliga-Mannschaft der Frankfurter Eintracht vorweisen. Trotzdem verfügt der Junioren-Nationalspieler schon über reichlich Selbstbewusstsein. Sagte er doch bei einem Trainingsspiel auf dem Bieberer Berg zu Elton da Costa, der immerhin von der Erfahrung aus 128-Zweitliga-Spielen zehrt: „Mach dir keine Sorgen. Es passiert nichts. Ich bin ja hier.“

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Zwei Tage vor dem Drittliga-Saisonstart der Kickers an diesem Freitag (20.15 Uhr) zu Hause gegen den Aufsteiger 1. FC Saarbrücken hat Trainer Wolfgang Wolf schon mehr erreicht, als er wollte: Die jungen Spieler wie Marcel Stadel, Joel Damahou, Christian Telch und Cincotta machen den etablierten Kräften das Leben überraschend schwer. „Die Jungen verbreiten gegenüber den Älteren im Augenblick ein bisschen Angst“, sagt Wolf – und freut sich über die leistungsfördernde Arbeitsgrundlage. Davon, dass jeder im Training angesichts des „guten Konkurrenzkampfes immer Gas geben“ müsse, berichtet Thomas Rathgeber. Der neue Angreifer, der einst in Bochum und Unterhaching in der ersten und zweiten Liga zum Einsatz kam, ist schon „froh, wenn ich spiele“.

          Wolf kann jetzt wählerisch sein

          Eine erste Elf gibt es diesmal beim OFC nicht, sagt Sportmanager Andreas Möller. „Wir haben 22 Stamm- und Topspieler.“ Auch für den Weltmeister von 1990 steht in dieser Runde einiges auf dem Spiel. Nach zwei vergeblichen Anläufen sind die Offenbacher, die mit 7000 Zuschauern im Schnitt kalkulieren, fast schon in der Pflicht, die Rückkehr in Liga zwei zu schaffen. Mit verstärkten Investitionen und einem namhaften Trainer, der sich in den zurückliegenden Wochen eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen zusammenstellen konnte – und dabei dem Klub die Fehler der Vergangenheit vor Augen führte. Mit jedem der 13 Zugänge führte Wolf intensive Gespräche – fehlten dem Team in der Vorsaison doch Spieler, die führen konnten. Schon jetzt ist Geschäftsführer Thomas Kalt aufgefallen, dass mehr Leben im Offenbacher Aufgebot steckt. „Es ist der richtige Geist eingekehrt.“ Wolf sagte sehr bildhaft: „Wir sind mit dem Seziermesser hingegangen und haben Gut von Böse getrennt.“ Die passende Körpergröße für den Aufstiegskampf haben sich die Kickers ebenfalls zugelegt. Endlich wollen sie nämlich auch bei Standardsituationen gefährlich sein. Dafür holte der OFC viele groß gewachsene Spieler. Als einer, der gute Standards schlagen kann, ist der neue Spielgestalter da Costa vorgesehen.

          Anders als in der Rückrunde des abgelaufenen Spieljahrs kann Wolf jetzt wählerisch sein. Sowohl was das Spielsystem angeht, als auch die Besetzung der Positionen. Nur auf der linken Außenbahn, wo Denis Berger gesetzt und Marius Laux nach seiner schweren Verletzung noch nicht so weit ist, sind die Möglichkeiten des Trainers begrenzt. Neuerdings gilt das auch für die rechte Abwehrseite. Wegen einer Knieverletzung fällt Alexander Huber etwa drei Monate aus. Mit Christopher Lamprecht, der 24 Erstliga- und 12 Zweitliga-Spiele für Wolfsburg und Kaiserslautern bestritten hat, testen die Kickers möglichen Ersatz.

          Erst Feuerwehrmann, dann nachhaltiger Aufbauhelfer

          Mit den hohen Erwartungen in Offenbach kann Wolf umgehen. Dem früheren Wolfsburger und Nürnberger Erstliga-Trainer ist bewusst, dass eine Herkulesaufgabe auf ihn wartet. Denn viel Zeit bleibt der neu formierten Mannschaft nicht, sich in der stark besetzten dritten Liga zu finden. „Grautöne gibt es bei einem Traditionsverein nicht“, sagt der Trainer. „Entweder du stehst ganz oben oder du befindest dich in der Krise.“ Aber daran will Andreas Möller gar nicht denken. Diese Mannschaft hat einen ganz anderen Charakter“, sagt auch er. Thomas Kalt hat sich auch deshalb „selten so auf die Saison gefreut wie diesmal“. Zur Aufbruchstimmung in Offenbach tragen auch die jungen Spieler bei – mit ihrer kecken Art Ansprüche anzumelden.

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