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Kickers gegen Eintracht : Das ewige Duell

  • -Aktualisiert am

Jermaine Jones verwandelt am 1. September 2003 den entscheidenden Elfmeter gegen die Kickers Bild: Reuters

Im Viertelfinale des DFB-Pokals kommt es zum Fußball-Derby zwischen Kickers Offenbach und Eintracht Frankfurt. Das Spiel findet am 27. oder 28. Februar im Offenbacher Stadion am Bieberer Berg statt. „Das ist absolut perfekt“, sagte Kickers-Coach Wolfgang Frank.

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          Das Derby zwischen den Offenbacher Kickers und Eintracht Frankfurt im Viertelfinale des DFB-Pokalwettbewerbs ist perfekt. Am 27. oder 28. Februar kommt es auf dem Bieberer Berg in Offenbach zum emotionsgeladenen und wohl auch wieder von großen Sicherheitsvorkehrungen begleiteten Duell der beiden hessischen Fußballrivalen.

          Dies ergab die Auslosung am Sonntag in der „ZDF-Sportreportage“ durch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. „Das ist absolut perfekt“, sagte Kickers-Coach Wolfgang Frank in einer ersten Reaktion nach der Auslosung. Es werde wieder „eine Riesenstimmung herrschen“, kündigte der Trainer an, der sich auf das Los „ein Gläschen schmecken lassen“ wollte.

          „Fest für alle Fans“

          Gewünscht hatten sich aber auch die Frankfurter, die im vergangenen Jahr erst im Finale des Cup-Wettbewerbs an Bayern München gescheitert waren, dieses reizvolle Duell der beiden ungleichen Nachbarn. Als „Fest für alle Fans“ bezeichnete der Frankfurter Vorstandschef Heribert Bruchhagen die Partie. „Ein tolles Los“, befand Verteidiger Patrick Ochs, „dieses Spiel wollten alle.“ Zusammen mit seinen Teamkollegen und Trainer Friedhelm Funkel hatten die Eintracht-Profis von der brisanten Auslosung in Almancil (Portugal) erfahren.

          „Ein Heimspiel wäre mir lieber gewesen, aber dennoch sind unsere Chancen hoch, ins Halbfinale zu kommen“, meinte Marco Russ. Doch auf dem Bieberer Berg wird die Frankfurter ein Hexenkessel erwarten. So wie in der Saison 2003/2004, als die Eintracht beim ersten Derby nach 19 Jahren nur mit Mühe in der ersten Pokalrunde einer Blamage beim damaligen Regionalligaklub entging. Erst im Elfmeterschießen sorgte der heutige Kapitän Jermaine Jones am 1. September 2003 für die Entscheidung zugunsten der Eintracht.

          Erreicht haben die Offenbacher aktuell die Runde der besten acht Mannschaften durch einen 2:1-Erfolg im Achtelfinale über den Zweitligarivalen SV Wacker Burghausen. Frankfurt hatte sich kurz vor Weihnachten mit 3:1 Toren gegen den 1. FC Köln durchgesetzt. Die Kickers rechnen mit „locker mehr als einer Million Euro“ in der Kasse, wie Präsident Dieter Müller optimistisch prognostizierte. Verbunden sein wird die Partie allerdings wohl auch wieder mit Sicherheitsvorkehrungen, um mögliche Ausschreitungen der rivalisierenden Fan-Gruppen zu verhindern. „Wir sollten aber nicht jetzt schon wieder nur davon reden“, forderte Frank, der sich mit seinem Team am vergangenen Mittwoch beim Finale um den Hessen-Cup in der Ballsporthalle 1:3 den Frankfurtern hatte geschlagen geben müssen.

          „Eine ganz neue Erfahrung“

          Funkel hatte am frühen Abend im Trainingslager in Portugal das Training unterbrochen, damit seine Spieler per Zuruf von Zaungästen, die mit der Heimat per Handy verbunden waren, die Auslosung verfolgen konnten. Als die vierte Viertelfinalbegegnung feststand, brach auf dem Rasen Jubel aus. Torwart Markus Pröll ballte demonstrativ die Fäuste, und Kapitän Jermaine Jones erinnerte sich kurz darauf gern an das letzte Aufeinandertreffen vor dreieinhalb Jahren, als ausgerechnet sein Strafstoß gegen den Offenbacher Keeper Cesar Thier den Ausschlag gegeben hatte, nachdem es zuvor nach 120 Minuten 1:1 stand.

          Für einige werde die Partie auf dem Bieberer Berg „zu einer ganz neuen Erfahrung“, meinte Jones, der mit Oka Nikolov und Chris zu den aktuell einzigen Frankfurter Profis zählt, die schon einmal fernab der Halle ein Rhein-Main-Derby gespielt haben. „Jetzt hat die gesamte Region das Spiel, das alle haben wollten“, kommentierte auch Funkel nicht unzufrieden. Die sportlichen Chancen schätzte er „fünfzig zu fünfzig“ ein. Er erinnerte sich aber auch gern an die vergangene Saison, als die Eintracht auf ihrem Weg ins Endspiel ebenfalls mit einem Sieg bei einem Klub aus der zweiten Liga (1860 München) weitergekommen war.

          Vorstandschef Heribert Bruchhagen hatte als Einziger der Eintracht-Equipe die Auslosung im Hotel vor dem Fernseher verfolgt. Hoffnungen, der OFC würde sich eventuell bemühen, aus wirtschaftlichen Gründen in Frankfurt zu spielen, sind weder für den OFC noch Bruchhagen ein Thema. Er nahm die Meldung des Tages demonstrativ entspannt zur Kenntnis: „Wir haben zwei Wochen nur von diesem Spiel gesprochen, jetzt ist es da, und wir nehmen es mit Freude an.“

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