https://www.faz.net/-gzn-u6jv

DFB-Pokal : Schmusekurs vor dem Derby

  • -Aktualisiert am

Weise Voraussicht: Kyrgiakos darf sich ebenso wie die Offenbacher und Frankfurter Fans auf das Pokalderby freuen Bild: dpa

Vor dem Aufeinandertreffen im Viertelfinale um den DFB-Pokal wollen die Offenbacher Kickers und Eintracht Frankfurt die Rivalität beider Fanlager nicht durch unbedachte Äußerungen weiter anheizen.

          3 Min.

          Blauer Himmel über der spanischen Südküste, Temperaturen zwischen 18 und 19 Grad - die Offenbacher Kickers haben mit der Wahl von Estepona bei Marbella als ihrem Trainingslager alles richtig gemacht. Zudem ist es aus Trainersicht nur allzu gut, dass die Spieler dem Trubel rund um das Pokalspiel gegen die Frankfurter Eintracht entkommen sind. Hektik für die Geschäftsstelle, nicht für die Mannschaft, lautet die Beruhigungspille für die kommenden Wochen.

          Ob sie wirkt? Die Homepage des OFC ist in den Stunden nach der Auslosung zusammengebrochen. Wer es auf Eintrittskarten abgesehen hat, ist als Dauerkartenbesitzer auf der sicheren Seite. Allein im Laufe des Montags sind 250 neue hinzugekommen, mit dem Vorkaufsrecht auf ein Pokalticket. Alte Dauerkartenkunden erhalten eine mehr. Soviel Bonus darf sein.

          Funkel: „Der Bessere soll gewinnen“

          Der Eintracht als Gastverein stehen zehn Prozent der Tickets zu. Bei einer Kapazität von 26.500 im Stadion am Bieberer Berg wären das also 2650. Sollte die Polizei allerdings auf einer Pufferzone zwischen Eintracht- und OFC-Fans auf der Stehtribüne bestehen, reduzierte sich die Zahl entsprechend. Thomas Kalt fände es unter den Gegebenheiten vernünftiger, den Stehblock hinter dem Tor komplett den Eintracht-Anhängern zu überlassen. Dann wäre Platz für 4000. „Wir gehen souverän damit um“, sagt Kalt, „Ziel muss es sein, die Partie als toll, aber nicht als Ausnahmezustand anzusehen. Die ganz große Brisanz“, das habe er auch den Gesprächen mit Fanbeauftragten entnommen, sei „raus“. „Wir sind uns unlängst in der Halle begegnet, und die Welt ging nicht unter.

          In der Ballsporthalle sah man die Fans bei aller Rivalität gemeinsam am Bierstand stehen.“ Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel betonte in einem Interview mit Radio FFH, „doch bitte sehr besonnen mit Aussagen vor dem Spiel umzugehen“, und machte prompt den Anfang: „Der Bessere soll gewinnen. Ich hoffe, dass die Mannschaft, die weiterkommt, auch ins Finale einzieht und den DFB-Pokal gewinnt.“ Ob des Schmusekurses über den Main hinweg fragte Moderator Johannes Scherer etwas ungläubig nach, ob Funkel tatsächlich auch den Kickers die Daumen drücken würde?

          „Auch wenn die Kickers weiterkommen, freuen sich alle im Rhein-Main-Gebiet, dass eine Mannschaft im europäischen Wettbewerb antreten dürfte.“ Hat der Frankfurter Übungsleiter etwa ein Herz für die Kickers? Damit keine Missverständnisse aufkommen: Funkel wird „alles daransetzen, zu gewinnen. Wir haben keine Angst, aber großen Respekt vor dem, was Offenbach in den letzten Monaten geleistet hat. Wir wissen, wie schwer das wird auf dem Bieberer Berg. Ich bin auch davon überzeugt, dass es ein spannendes Spiel wird. Eine der beiden Mannschaften wird weiterkommen, das ist für das Rhein-Main-Gebiet phantastisch.“ Ausgesprochen zuversichtlich äußerte sich Michael Dämgen, der Sportmanager der Offenbacher Kickers, gegenüber FFH: „Wir sind Außenseiter, die Rolle liegt uns ganz gut. Dann hat man immer die Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen. Wir sind optimistisch.“

          „Leistung beginnt beim Sparen“

          Optimismus ist Pflicht in diesen Tagen, zumal in den Trainingslagern. Ob nun bei der Frankfurter Eintracht, den Offenbacher Kickers oder Mainz 05. Das Team von Jürgen Klopp hatte den Offenbacher Kickers im Testspiel am Freitagabend am Bruchweg auf den Zahn gefühlt, aber die Erkenntnisse beim 0:0 hielten sich in Grenzen. Für einen allerdings, Torhüter Ignjac Kresic, der in der zweiten Halbzeit für Cesar Thier im Einsatz war, endete die Partie folgenschwer. Der Routinier zog sich einen Muskelfaserriss zu und ging gar nicht erst mit auf die Reise nach Andalusien. Als Ersatz flog Christian Como mit.

          Auch für Oualid Mokhtari endete der erste Einsatz auf Naturrasen nach der Winterpause schmerzhaft. „Er hat eins auf die Nase bekommen“, schilderte Dämgen den Grund der Abwesenheit Mokhtaris beim Hallenturnier in der Mannheimer SAP Arena unmittelbar vor dem Abflug nach Malaga. Damit fehlte dem OFC vor 12.000 Zuschauern, darunter Mario Basler und Franziska von Almsick, ein belebendes Moment. Beim Turnier am Mittwoch in der Ballsporthalle zählte Mokhtari zu den auffälligsten Figuren. Durchgängig imponierte Christian Pospischil in Frankfurt wie in Mannheim. Von ihm wünscht sich Trainer Wolfgang Frank künftig im Freien ähnlich selbstbewusste Vorstellungen wie in der Halle.

          Achselzuckend wurde der Wechsel Ervin Skelas registriert, den es nach Cottbus zieht und nicht an den Main. Auch in Mainz hatten sie sich Hoffnungen auf den Mittelfeldspieler gemacht. Mit von der Partie beim Kick im Süden Europas ist Kickers-Neuverpflichtung Alen Basic, bei dem Dämgen bislang „Licht und Schatten“ sah. Auf Schritt und Tritt sei Basic noch die fehlende Spielpraxis anzumerken. „Aber er weiß, wie es geht“, ist sich Dämgen ganz sicher. „Qualität in Richtung Skela“ wollen sich die Kickers bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar in den Kader holen. „Leistung beginnt beim Sparen“, hat Kalt die Linie vorgegeben. Das klingt nach der Quadratur des Kreises.

          Weitere Themen

          Muslimisches Bad, Fahrplanwechsel, „Loverboys“

          F.A.Z.-Hauptwache : Muslimisches Bad, Fahrplanwechsel, „Loverboys“

          Ein Frankfurter möchte ein muslimisches Schwimmbad bauen. Der jährliche Fahrplanwechsel im Dezember bringt eine neue S-Bahn-Station. Die hessische Landesregierung beschäftigt sich mit „Loverboys“. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          Topmeldungen

          Robert Habeck und Annalena Baerbock sprechen die Sprache der grünen Neumitglieder.

          Eintrittswelle : Die neuen Grünen

          Anderen Parteien laufen die Mitglieder weg. Aber die Grünen, die gerade in Bielefeld auf ihrem Bundesparteitag zusammenkommen, können sich vor Aufnahmeanträgen kaum retten. Das schafft Probleme.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.