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„Absolut unverständlich“ : Kein Champions-League-Platz für United Volleys

  • -Aktualisiert am

Floris Van Rekom von den United Volleys beim Angriff gegen die Heitec Volleys Eltmann Bild: Picture-Alliance

Als die Volleyball-Saison abgebrochen wurde, rangierten die United Volleys auf Platz zwei. Dennoch dürfen sie nicht in der Königsklasse ran. Beim Klub ist der Ärger groß.

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          Als vor vier Monaten der Vorhang in der Volleyball-Bundesliga wegen der Coronavirus-Krise vorzeitig fiel, wähnten sich die United Volleys schon in der Champions League. Nach einer Serie aus acht Siegen hintereinander belegten die Frankfurter den zweiten Tabellenplatz. Allein der bis dahin auf nationaler Ebene ungeschlagene Pokalsieger aus Berlin lag vor ihnen, und aufgrund der guten Ergebnisse der vergangenen Jahre sind Deutschland in der Regel zwei Tickets in der Königsklasse sicher.

          Nun jedoch müssen die Hessen mit einer großen Enttäuschung fertig werden. Obwohl der europäische Verband CEV ausnahmsweise sogar einer dritten Mannschaft die Chance auf den Aufschlag in der Champions League gegeben hätte. Bedingung dafür wäre jedoch gewesen, dass diese in den vergangenen drei Jahren schon zweimal dort vertreten war. Die Volleys allerdings haben diesen Sprung bislang nur einmal – in der Saison 2018/19 – geschafft. Im nationalen Ranking, das die Volleyball-Liga (VBL) und der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) im Mai bei der CEV einreichen mussten, liegt jedoch außer Berlin auch der Rekordmeister aus Friedrichshafen vor ihnen. Als Grund dafür gibt VBL-Geschäftsführer Klaus-Peter Jung an, dass man die Ergebnisse der vergangenen drei Jahre berücksichtigt habe, da wegen der Covid-19-Krise 2020 weder alle Play-off-Kandidaten noch der Meister ausgespielt werden konnten.

          Die Empörung am Main ist riesengroß. Als „absolut unverständlich und schädlich für den deutschen Volleyball“ bezeichnet United-Geschäftsführer Jörg Krick diese Entscheidung. Seit Jahren werde gefordert, dass die anderen Vereine die Dominanz der beiden Topteams angreifen. Jetzt, da man so weit sei, an deren Thron zu rütteln, stelle eine solche Entscheidung die Lage auf den Kopf.

          Volleys verzichten auf Teilnahme an Challenge Cup

          Zusätzliche Brisanz erhält der Vorgang dadurch, dass Deutschland, anders als zuletzt gewohnt, in diesem Jahr keinen Anspruch auf die Teilnahme eines Teams im CEV-Pokal hat. In der Gesamtwertung dieses zweitklassigen Wettbewerbs und des noch eine Etage tiefer angesiedelten Challenge Cups rangiert der DVV nur auf dem 19. Platz und hat damit diese Möglichkeit ganz knapp verpasst. Das liegt daran, dass immer wieder Bundesligavereine auf mögliche Einsätze auf internationaler Ebene verzichtet haben und dadurch wichtige Erfolge fehlen.

          Anders als die Konkurrenz haben die Volleys ihre Chancen bislang stets wahrgenommen und seit 2016 ihr Land immer auf europäischer Ebene vertreten. Dabei gelangten sie im CEV-Pokal gleich bei ihrer Premiere bis ins Halbfinale und erreichten beim Debüt in der Königsklasse die Gruppenphase. Auf die Teilnahme am bedeutungslosen Challenge Cup, der ihnen diesmal die einzige Alternative bietet, wollen sie jedoch verzichten und sich allein auf die Meisterschaft und den DVV-Pokal konzentrieren.

          Das hat auch wirtschaftliche Gründe. Wie fast alle Klubs im Profisport ringen auch die United Volleys mit den Problemen, die die Pandemie ausgelöst hat. „Gerade in der aktuellen Situation, in der quasi jeder deutsche Profiverein ums Überleben kämpft, ist gar nicht zu ermessen, was uns mit der Champions League als Argument gegenüber Sponsoren und anderen Partnern genommen wurde“, betont Krick. Zudem bringe man die deutschen Nationalspieler und Talente, von denen die Frankfurter sich wieder einige gesichert haben, um Karrierechancen.

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