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Lacrosse in Frankfurt : „Wie eine große Familie“

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Lacrosse ist ein extrem schneller Sport: Spielerin des SC 1880 im Spiel gegen Köln B Bild: Roland Irlenbusch

Warum ist die Lacrosse-Jugend in Frankfurt so erfolgreich? 1880-Abteilungsleiterin Clara Pustoslemsek über den extrem schnellen Sport, gute Jugendarbeit und die neue Saison.

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          Für jemanden, der die Sportart nicht so gut kennt, wie würden Sie in wenigen Worten Lacrosse beschreiben?

          Von der rein sportlichen Seite her: Lacrosse ist ein extrem schneller Sport. Es bedarf aber auch viel Taktik und Technisches. Zudem lädt die Sportart Menschen jeder physischen Veranlagung ein, die Tür ist immer offen. Gerade aber, weil dieser Sport in Deutschland so klein ist, fühlt sich die Lacrosse-Szene oft an wie eine große Familie.

          Eine Szene, zu der auch Ihr Verein gehört. Die Lacrosse-Abteilung des SC Frankfurt 1880 scheint den Fokus ganz bewusst auf die Jugendarbeit zu legen. Wie gehen Sie vor?

          Wir schicken seit vielen Jahren immer wieder Leute an Schulen, die dort den Lacrosse-Sport vorstellen und Arbeitsgemeinschaften gründen. Dadurch haben wir viele Jugendliche an den Klub gebracht. Viele Leute, die hier selbst mit Lacrosse groß geworden sind, haben auch später Jugendmannschaften als Trainer übernommen. Wir haben das große Glück, viele engagierte Mitglieder zu haben und ein Verein zu sein, der auch andere Sportarten anbietet. Wenn zum Beispiel die Hockeyabteilung zu voll ist, kommen Kinder auch gerne mal zu uns.

          Hat dieses Engagement zu erkennbaren Erfolgen geführt?

          Definitiv. Die Jugendarbeit hat sich in den letzten Jahren extrem entwickelt. Unsere Damen-U-16-Mannschaft hat die vergangene deutsche Meisterschaft gewonnen – bislang unser größter Erfolg. Aber auch, dass unsere erste Damenmannschaft fast zur Hälfte aus ehemaligen Jugendspielern besteht, sehen wir als logische Folge unserer Arbeit.

          Was macht ihr im Juniorenbereich besser als andere Vereine?

          Wir sind sehr hartnäckig und wollen die Jugendarbeit immer weiter ankurbeln. München Lacrosse ist zum Beispiel ein unglaublich großer und erfolgreicher Klub, hat vier Herren- und Damenmannschaften, aber keine Jugendmannschaft. Im Gegensatz zu anderen Klubs, die da gar nicht die Notwendigkeit sehen, etwas von der Jugend an aufzubauen, gehen wir stur unseren Weg.

          Am 9. und 10. Oktober fand auf den Anlagen des SC Frankfurt 1880 der Scheider Cup statt. Was hat es damit auf sich?

          Es ist das größte Lacrosse-Jugendturnier in Deutschland, womöglich sogar in Europa. Wir haben es vor fünf Jahren ins Leben gerufen. Die Idee war, unserer Jugend mehr Spielmöglichkeiten zu geben. Es gibt zwar eine Jugendliga, aber einfach noch nicht genügend Spieltage. Wir wollten ein großes internationales Turnier organisieren. Und, da wir sowohl eine sehr ausgeprägte Jugendarbeit haben als auch die dafür nötige Infrastruktur, dachten wir: Machen wir einfach mal!

          Was für eine Entwicklung hat der Cup seit der ersten Austragung genommen?

          Das Turnier ist mittlerweile unglaublich gewachsen. Wir müssen sogar manchen Teams absagen, die teilnehmen wollen, weil wir nicht mehr genügend Kapazität haben. Das Turnier geht dann über ein ganzes Wochenende. U-14- und U-19-Mannschaften - Jungen und Mädchen – aus vielen europäischen Ländern spielen um den Titel. Über der gesamten Anlage verteilt wird dann nur Lacrosse gespielt. Das ist mittlerweile ein Riesen-Event für uns.

          Lacrosse ist in Deutschland eine junge Sportart, die immer auf Mitglieder-Suche ist. Was macht man beim SCF 1880 aktiv, um neue Mitglieder anzuwerben?

          Wir hatten eine Zeit lang ein Universitäts-Lacrosse-Team und haben dadurch immer wieder neue Mitglieder bekommen. Um Erwachsene anzuwerben, machen wir wenig. Das sind meist Hinzugezogene, die ein neues Lacrosse-Team suchen. Neue Mitglieder ziehen wir zum Großteil durch unsere Jugendmannschaften in die A-Mannschaften hoch.

          Hat der Verein während der Pandemie-Zeit an Jugendspielern verloren?

          Wir haben definitiv auch Mitglieder verloren. Im Erwachsenenbereich konnte man das ganz gut zusammenhalten, zum Beispiel durch virtuelle „Challenges“ über die Plattform Zoom. Das gestaltete sich im Jugendbereich ein bisschen schwieriger. Aber wir hatten Glück und auch die meisten Jugendspieler sind uns erhalten geblieben. Die Junioren durften auch schon viel früher anfangen zu trainieren, die Damenmannschaft hingegen erst im April wieder in Kleingruppen anfangen.

          Und jetzt steht die erste Damenmannschaft am Anfang einer neuen Saison. Welches Spiel steht an?

          Unser nächstes Spiel ist am 31. Oktober ein Heimspiel gegen Köln A, den stärksten Gegner bei uns in der Liga. Bislang haben wir in drei Spielen drei Siege eingefahren – es läuft gut. Da wir aber mit einem neuen Trainer in die Saison gestartet sind, sind wir immer noch dabei uns einzugrooven.

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