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0:1 im Hessenpokalfinale : Geplatzte Träume beim FSV Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Freudentänze am Bornheimer Hang: Pokalsieger Steinbach Haiger Bild: Jan Huebner

Beim FSV Frankfurt herrscht großer Frust. Das Hessenpokalfinale im eigenen Stadion gegen Steinbach Haiger geht verloren. Das ist nicht nur aus sportlicher Sicht ärgerlich. Dem Klub entgeht auch viel Geld.

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          Für den FSV Frankfurt wäre es ein gutes Zeichen gewesen, wenn der Traditionsverein schon am 1. September die Fußball-Regionalligasaison mit einem Heimspiel gegen Bayern Alzenau eröffnet hätte. Das hätte nämlich bedeutet, dass die Bornheimer als neuer Hessenpokalsieger am 12. September in der ersten Runde des DFB-Pokals gefordert gewesen wären. Doch jetzt ist eine Terminverschiebung nicht nötig, weil Ligarivale Steinbach Haiger durch das 1:0 im Finale beim FSV der Titelträger ist und sich auf großer Bühne mit dem Zweitligaklub SV Sandhausen messen darf.

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          Der Verlierer aus Frankfurt, der seine Unterlegenheit anerkannte, wird nun erst am 12. September gegen Alzenau in die Meisterschaftssaison starten. Die ursprüngliche Auftaktpartie eine Woche davor beim SC Freiburg II, der einen Juniorennationalspieler abstellt, ist deshalb auf den 23. September verschoben worden.

          Die Gesichter der FSV-Verantwortlichen sprachen am Samstag Bände. Ob Vereinspräsident Michael Görner, Vizepräsident Stephan Siegler, der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Horn oder Trainer Thomas Brendel – sie alle blickten ernst und betroffen drein. Es herrschte großer Frust vor und nicht die Freude über einen auch zu erwartenden Zahltag, denn der Einzug in die erste Pokal-Hauptrunde des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hätte den Frankfurtern mindestens 120.000 Euro gebracht.

          „Ein finanzieller und sportlicher Traum ist geplatzt“, sagte Siegler. In Zeiten der Corona-Pandemie hat der FSV seinen Personalkostenetat für die erste Vereinsmannschaft von rund 850.000 Euro auf gut 700.000 Euro reduzieren müssen. Zusätzliche Einnahmen aus dem nationalen Pokalwettbewerb in relevanter Größenordnung wären dem Klub eine große Hilfe gewesen. „Wir müssen im Finanzplan noch ein bisschen was tun, dass wir den Etat decken können“, sagte Siegler der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Auch mit den 120.000 Euro „hätten wir schauen müssen, unsere Zahlen insgesamt glattzustellen“.

          Für das Hessenpokalfinale hatte der FSV einen Spieltags-Sponsor auf seinen Trikots. Es war aber nicht der Schriftzug des bisherigen Hauptsponsors, eines Spezialisten in der radiochirurgischen Behandlung. „Durch Corona ist die Situation wirtschaftlich schwierig. Wir sind noch in Gesprächen, ob das Engagement verlängert wird“, teilte Görner mit. Wenn nicht, hätte der Verein eine zusätzliche Baustelle.

          Da zum Hessenpokal-Endspiel nur 250 Zuschauer zugelassen waren, droht den beiden Finalteilnehmern ein finanzielles Minus. Für diesen Fall kündigte Görner Gespräche mit dem Veranstalter Hessischer Fußballverband (HFV) an. „Mit 800 Zuschauern hätten wir ein paar Euro Plus gemacht“, sagte der FSV-Präsident. Frankfurt und Steinbach Haiger hatten jeweils 63 Karten vom HFV zu ihrer Verfügung bekommen. Beide Anhängergruppen sorgten auf der Haupttribüne in ihren Blöcken jeweils unter Einhaltung der notwendigen Abstandsregeln nach Kräften für Stimmung. Obwohl nur wenige Fans da gewesen seien, habe man gesehen und gehört, „wie wichtig Zuschauer für den Fußball sind“, sagte DFB-Präsident Fritz Keller.

          Vor allem Amateurmannschaften würden unter den Geisterspielen ohne Publikum leiden. Für die kommende Regionalligasaison kalkulieren die Bornheimer mit einem Zuschauerschnitt von 1100 bis 1200. Ein Stadionbesuch von 800 Zuschauern wäre aus wirtschaftlicher Sicht noch vertretbar für den FSV. Daher hoffen die Frankfurter nun auf sinkende Corona-Fallzahlen im Rhein-Main-Gebiet. Zum Kreispokal-Halbfinalspiel zwischen Hessen Kassel und CSC 03 Kassel (5:1) durften am Freitag immerhin 875 Zuschauer ins dortige Auestadion.

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