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Handball : Carsten Bengs klagt gegen Wallau

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Mitten im sportlichen Sommerloch gibt es wieder einmal ein verwunderliches Spektakel um den Handball-Bundesligaklub SG Wallau/Massenheim. Nachdem im vergangenen Jahr die Affäre um den vorzeitigen Wechsel von Rückraumspieler Pascal Hens zum HSV Hamburg Schlagzeilen machte, steht in diesen heißen Tagen Flügelstürmer Carsten Bengs im Mittelpunkt schwer durchschaubarer Wallauer Aktivitäten.

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          Mitten im sportlichen Sommerloch gibt es wieder einmal ein verwunderliches Spektakel um den Handball-Bundesligaklub SG Wallau/Massenheim. Nachdem im vergangenen Jahr die Affäre um den vorzeitigen Wechsel von Rückraumspieler Pascal Hens zum HSV Hamburg Schlagzeilen machte, steht in diesen heißen Tagen Flügelstürmer Carsten Bengs im Mittelpunkt schwer durchschaubarer Wallauer Aktivitäten. Die Hessen wollen den ehemaligen Kapitän, dessen Vertrag eigentlich noch bis zum Jahre 2006 läuft, loswerden. Inzwischen hat der Linksaußen seinen Anwalt eingeschaltet, der am Montag Klage gegen den Arbeitgeber einreichte. Damit spitzt sich die Angelegenheit zu. Bengs sagt, er habe für die Monate Mai, Juni und Juli kein Gehalt von der SG bekommen. Sein Anwalt, der auf Arbeitsrecht spezialisierte Lutz Hoppe, versuche nun, auf diesem Weg "Druck auszuüben".

          Das Wallauer Ansinnen, Bengs aus dem bestehenden Vertrag zu bekommen, hat einen faden Beigeschmack. Als die SG vor zwei Wochen das Training aufnahm, war der 30 Jahre alte Handballprofi und Sportstudent von SG-Manager Bülent Aksen und Volkmar Rohr, dem neuen Gesellschafter, der als Geschäftsführer auch für die Wallauer Finanzen zuständig ist, zur Seite genommen worden. Die beiden Funktionäre versuchten, Bengs vom Training auszuschließen. Die Suspendierung konnte der im doppelten Sinne betroffene Spieler dann mit einem Schreiben seines Anwaltes verhindern. Ein weiterer Bestandteil des Briefes waren auch die ausstehenden Gehaltszahlungen. Bis auf die Tatsache, daß er wieder mittrainieren dürfe, habe es keinerlei Reaktion auf das Schreiben gegeben, sagt Bengs, der sich natürlich auch bei Kollegen erkundigt hatte, ob dort die Gehälter pünktlich eingegangen seien. "Ich habe mit etlichen gesprochen", sagt Bengs, "sie haben alle ihr Geld bekommen." Ein im Handball keineswegs unübliches Finanzloch zur Sommerzeit scheint also nicht der Grund zu sein.

          Bei der SG Wallau/Massenheim will sich derzeit niemand zu der Angelegenheit äußern. Man befinde sich in vertraglichen Verhandlungen mit dem Spieler, ließ Geschäftsführer Rohr über den leicht genervt wirkenden Geschäftstellenleiter Hendrik Ziegler mitteilen; Ziel sei es, die Angelegenheit bis zum 20.August zu regeln. So lange werde man dazu nichts sagen. Manager Aksen ist derzeit in Urlaub, und vom Handy tönt die Bitte, es doch vielleicht später noch einmal bei ihm zu versuchen. Zwischen allen Stühlen sitzt wieder einmal Trainer Martin Schwalb. Die Angelegenheit mit den ausstehenden Zahlungen sei ihm nicht bekannt, sagt Schwalb. "Ich bin der Sportliche Leiter, das andere ist nicht meine Sache." Bengs trainiere derzeit ganz normal mit, erklärt Schwalb und fügt hinzu: "Bis jetzt..."

          Im Internet machten derweil die Fans im Forum auf der Homepage der SG Wallau ihrem Unmut über das ungelenke Vorgehen der "Panther" Luft. Aber nur für ein paar Stunden. Dann wurden allzu kritische Beiträge flugs von den Wallauern gelöscht. Nachmittags sandten die Hessen dann folgende Nachricht in die Redaktionen: Mike Fuhrig, Ehrenspielführer der SG, verläßt nach 14 Jahren den Verein und tritt künftig in der Oberliga für den Lauterbacher Klub Vulkan Vogelsberg an. Auch kein gutes Zeichen, denn Fuhrig war wichtigster Mann bei der Wallauer Nachwuchsarbeit.

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