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Handball : Barcelona zeigt Interesse an Schwalb

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Das kann einem schon spanisch vorkommen. "Ich habe niemals bestätigt, daß ich ein Angebot des FC Barcelona habe", sagt Martin Schwalb, der Handballtrainer der SG Wallau/Massenheim. So ganz gegenstandlos scheint die Sache mit dem katalanischen Spitzenklub aber doch nicht zu sein.

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          Das kann einem schon spanisch vorkommen. "Ich habe niemals bestätigt, daß ich ein Angebot des FC Barcelona habe", sagt Martin Schwalb, der Trainer der SG Wallau/Massenheim. So ganz gegenstandlos scheint die Sache mit dem katalanischen Spitzenklub, der im internationalen Handball als so etwas wie das Höchste der Gefühle gilt, aber doch nicht zu sein. "Na ja", sagt Schwalb, "das ist schon ein bißchen mehr als nur ein Gerücht." Wenngleich es konkrete Angebote nie gegeben habe.

          Als der Wallauer Trainer am letzten Januarwochenende in Ljubljana zum Endspiel um die Europameisterschaft als Zuschauer eintraf, wurde er von Horst Bredemeier, dem Vizepräsidenten Leistungssport im Deutschen Handball-Bund, mit den Worten begrüßt: "Na, hast du schon in Barcelona unterschrieben?" Hatte der einstige Nationalspieler und Trainer des Jahres natürlich nicht. Aber eine Ahnung, daß etwas im Busche ist, hat Schwalb inzwischen schon. "Am Wochenende hat das Telefon dauernd geklingelt", erzählt Schwalb. Zahlreiche Spielervermittler hätten ihn angerufen und ihre Dienste angeboten. Der Hintergrund: das spanische Gerücht um einen Wechsel des Wallauers in die katalanische Metropole.

          Schwalb hat gerade seinen Vertrag mit der SG bis ins Jahr 2006 verlängert. Damit sind zwar Tatsachen geschaffen, unumstößlich sind sie aber nicht. Daß alles eine Frage des Geldes ist, weiß man spätestens seit dem vorzeitigen Wechsel von Nationalspieler Pascal Hens zum HSV Hamburg. Hens hatte sich aus seinem Vertrag freigekauft. Über derartiges mag Schwalb natürlich noch nicht reden, beschreibt aber selbst recht sachlich die Situation, welche die Gerüchte um ein Interesse der Spanier an ihm schürten. Nach mehr als 20 Jahren wird sich der FC Barcelona von seinem Trainer Valero Rivera trennen. 69 Meistertitel hat Rivera mit Barcelona gewonnen. Zeit für eine Ablösung. Bei der EM in Slowenien machte ein anderer Mann vom FC Barcelona seine informative Runde. Juan Marin, der Manager der Handballabteilung, erkundigte sich dort bei einigen seiner Kollegen nach Martin Schwalb. "Und er hat den einen oder anderen Spielvermittler über mich befragt", sagt Schwalb. Man merkt dem Wallauer Trainer an, daß er sich schon ein wenig geschmeichelt fühlt. Wobei Schwalb aber wiederholt betont, daß er - anders als im "Handball-Magazin" berichtet - kein Angebot aus Barcelona vorliegen habe. Auf der anderen Seite gesteht Schwalb ein: "Das wäre schon eine schöne Sache, Barcelona zu trainieren."

          Schwalb ist seit 1990 bei der SG Wallau/Massenheim, schaffte dort den Sprung von der halblinken Rückraumsposition auf den Trainerstuhl. Der so streitbare wie eloquente Linkshänder gilt als großer Motivator mit einem Blick für Talente. Letzteres bräuchte Schwalb in Barcelona vermutlich am wenigsten, denn kaum ein Handballteam der Welt ist so mit den Stars der internationalen Szene gespickt wie das von "Barca". Und Schwalb sagt: "Ich hatte eigentlich nie vor, mein ganzes Leben in Wallau zu bleiben." Verständnis hätte auch der Wallauer Manager Bülent Aksen, der mit dem Blick auf den gerade verlängerten Vertrag von Schwalb von einer "Schmerzgrenze" spricht. "Und die liegt bei Martin brutal hoch."

          Aksens Vertrag mit der SG läuft im Juni dieses Jahres aus. Der SG-Manager geht davon aus, von den Gesellschaftern ein deutliches Votum zu bekommen. "Wenn ich nur eine Sechs-zu-vier-Mehrheit bekäme, wäre das keine Basis für mich."

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