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Neustart beim VC Wiesbaden : „Sieht aus wie Volleyball“

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Gereckt, aber nicht erreicht: VCW-Spielerin Lauren Plum gegen Dresdens Lucija Minar. Bild: Jan Huebner

Der VC Wiesbaden beendet die schlechteste Vorrunde seit seinem Bundesliga-Aufstieg mit einem 1:3 gegen Dresden. Trotz der siebten Niederlage im zehnten Spiel überwiegt der Optimismus.

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          „Heute sieht es aus wie Volleyball“, meinte Julia Osterloh, langjährige Mittelblockerin des VC Wiesbaden, beim leicht spöttischen, gleichermaßen auch wohlwollenden Blick von der Zuschauertribüne auf das Spielfeld in der Halle am Platz der Deutschen Einheit. Dort hatte das junge VCW-Team gegen den Dresdner SC im letzten Vorrundenspiel immerhin den ersten Satz gewonnen und insgesamt einen homogenen Eindruck hinterlassen – auch wenn das Spiel letztlich doch noch mit 1:3 (25:23, 14:25, 22:25, 16:25) verlorenging.

          Osterlohs Kurzanalyse sollte keineswegs wie das Gemäkel einer Ehemaligen klingen, die eine gute alte, aber leider vergangene Zeit beschwört, doch die Probleme des Wiesbadener Teams waren in der laufenden Saison nicht zu übersehen. Schwächen im Angriff und vor allem im Blockspiel zogen sich durch die Vorrunde. Auch Mängel im Spielverständnis, das zu keiner Zeit als im positiven Sinne „blind“ bezeichnet werden konnte, waren oft nicht zu übersehen. „Wir müssen über die Abwehr kommen“, erklärt Trainer Christian Sossenheimer das arbeitsintensive Spiel seiner insgesamt etwas klein geratenen Spielerinnen: „Wir sind keine Blockmonster.“

          Nur drei knappe Siege, allesamt nach fünf Sätzen errungen, schaffte sein VCW in zehn Vorrundenspielen – so mager war die Bilanz zuletzt in der Aufstiegssaison 2004/05 gewesen. Doch in Kombination mit dem jüngsten 3:2-Auswärtssieg beim USC Münster am vergangenen Mittwoch haben die letzten beiden Partien vor der Weihnachtspause immerhin so etwas wie eine hoffnungsvolle Feiertagsstimmung bei den Hessen erzeugt. „Was wir trainiert haben, klappt so langsam“, meinte Sossenheimer. Der 48-Jährige bedauerte nur, dass ausgerechnet jetzt der Ligabetrieb für dreieinhalb Wochen ruht.

          „Es geht voran“, meinte auch die neue Teammanagerin Simona Kóšová, die nach einer komplizierten Patellasehnen-Verletzung im linken Knie mit nur 27 Jahren ihre aktive Karriere beenden musste und nun die Mannschaft von außen zu organisieren versucht. „Ich sehe eine Steigerung“, sagte die Slowakin – gleichwohl räumte sie ein, dass sie bei dem ein oder anderen Spiel gerne noch eingesprungen wäre und mitgeholfen hätte. Doch letztlich hat sie sich in ihrer neuen Rolle gefunden und appelliert an die Faktoren Zeit und Geduld. Der langjährige Assistenztrainer Christian Sossenheimer ist als Chefcoach ebenso neu auf seiner Position wie sie als Teammanagerin und mehr als die Hälfte der Mannschaft. Da dauere es eben, bis sich positive Routinen eingespielt haben. Am Grundsätzlichen wollte Kóšová aber nicht rütteln: „Wir sind überzeugt, gute Spielerinnen geholt zu haben.“

          Auffällig ist allerdings, dass es keinen „go-to-guy“ im Team gibt, wie es Außenangreiferin Lena Vedder beschreibt – keine Spielerin, die immer vorangeht, an der sich auch andere aufrichten können, wenn es mal nicht so läuft. Am ehesten müsste Tanja Großer diese Rolle übernehmen, schließlich spielt sie schon ihre achte Saison in Wiesbaden, womit sie länger dabei ist, als alle anderen zusammen. Doch es entspricht eher nicht ihrem Naturell.

          Offensiver agiert Mittelblockerin Selma Hetmann, die Kapitänin des Teams ist: „Wir haben uns viel vorgenommen fürs nächste Jahr“, sagte sie nach dem Dresden-Spiel und bedankte sich beim Publikum, dass es trotz der jüngsten Misserfolge stets zahlreich in die Halle strömte und positive Stimmung erzeugte: „Wir brauchen euch.“ Als nächstes am 15. Januar ab 19 Uhr, beim Heimspiel gegen Straubing, für das sie optimistisch einen „Neustart“ ankündigte.

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