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Halbmarathon in Frankfurt : Sieben Runden auf dem Messegelände

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2019 lief sie Marathon-Bestzeit in Frankfurt: Katharina Steinruck Bild: dpa

Der Frankfurt-Marathon fällt aus, es lebe die Halbdistanz. Auf dem umzäunten Messegelände wird ein Eliterennen gestartet. Mit dabei sind Rekordhalter Arne Gabius und Katharina Steinruck.

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          Der Frankfurt Marathon fällt dieses Jahr zwar Coronavirus-bedingt aus. Dennoch kommt ein Teil der europäischen Laufelite an diesem Sonntag auf dem Messegelände der hessischen Großstadt zusammen. Jo Schindler, der ansonsten als Renndirektor für das Massenevent im Oktober verantwortlich zeichnet, organisiert mit seinem Team einen Einladungswettkampf über die halbe Klassikerstrecke.

          Unter den 30 Athletinnen und Athleten, die sich um 9 Uhr morgens auf die 21,1 Kilometer lange Strecke begeben, werden auch der deutsche Marathon-Rekordhalter Arne Gabius, die nationalen Titelträger im Langstreckenlauf, Tom Gröschel und Amanal Petros, Lokalmatadorin Katharina Steinruck von der LG Eintracht Frankfurt sowie deren ehemalige Klubkollegin Melat Kejeta sein. „Wir sind froh, dass wir die viele Energie, die wir zuletzt in eine Veranstaltung gesteckt haben, die nicht stattfinden kann, jetzt in eine investieren können, die es gibt“, sagt Schindler.

          Die Idee zu dem Ereignis, das innerhalb des umzäunten Messegeländes und ohne Zuschauer ausgetragen wird, kam in den Gesprächen mit Christoph Kopp auf. Der Sportliche Leiter des Frankfurt Marathons vertritt auch als Manager mehrere Athleten, darunter Katharina Steinruck. Die 31-Jährige zählt zu den Leichtathleten, die gerne noch das Ticket für die Halbmarathon-Weltmeisterschaften am 17. Oktober in Gdynia lösen würden. Um ihr und weiteren Anwärtern auf eine Teilnahme in Polen eine Chance auf die ursprünglich Ende März geplanten und dann verschobenen Titelkämpfe zu eröffnen, wurde kurzerhand die zusätzliche Qualifikationsmöglichkeit geschaffen. Zielzeit muss bei den Frauen eine unter 74 Minuten sein, bei den Männern liegt die Norm bei 64 Minuten.

          Das Rennen wird auf einem drei Kilometer langen Rundkurs absolviert. Zusammen mit dem Starterfeld, das sich laut Schindler auf maximal 50 erhöhen ließe, werden sich insgesamt etwa 100 Personen auf dem abgeschlossenen Areal befinden. „Das ist für uns der ideale Ort, um unter den derzeitigen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie sicher veranstalten zu können“, sagt der Organisator. Zu den besonderen Herausforderungen gehört dabei, dass die Läufer nicht nur in der Startaufstellung, sondern auch auf der Strecke den vorgeschriebenen Abstand halten. Erfahrungen, die bei dem sogenannten „Frankfurt Half Marathon Invitational“ gesammelt werden, könnten auch bei der nächsten Auflage des Marathons helfen, sollte die Pandemie im Herbst 2021 noch nicht bewältigt sein.

          Der gebürtige Hamburger Arne Gabius kehrt eigenen Aussagen nach gerne an den Ort zurück, an dem er 2015 den deutschen Marathon-Rekord auf die noch immer geltende Marke von 2:08:33 Stunden verbesserte. Der 39-Jährige von TR Bottwartal führt mit seiner Bestmarke von 62:09 Minuten auch auf der halben Strecke als Favorit das Feld der Männer an. Doch speziell vorbereitet hat sich der Mediziner auf den Einsatz nicht. Gabius will am 4. Oktober den Marathon in London bestreiten, deshalb läuft er in Frankfurt aus dem Training heraus.

          Bei den Frauen hat die mittlerweile für das Laufteam Kassel startende Melat Kejeta die WM-Norm schon erreicht und wird als Erste im Ziel erwartet, das, anders als beim Marathon Tradition, nicht in der Festhalle, sondern nahe der Agora sein wird. Doch auch die 27-Jährige muss, wie alle anderen, erst noch beweisen, wie gut sie den Sommer trotz der Einschränkungen wegen des Covid-19-Erregers nutzen konnte.

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