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Hafen-Wasser schuld? : Übelkeit nach Wiesbadener Triathlon

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„Das Wasser im Schiersteiner Hafen ist schon eine Dreckbrühe”, schreibt ein Teilnehmer des Wiesbadener Triathlon im Internet - hier Starter beim Umziehen nach dem Radfahren Bild: dpa

In Internetforen schreiben Teilnehmer des jüngsten Wiesbadener Ironman von „Montezumas Rache“ und „Magenproblemen“. War das Wiesbadener Wasser schuld an Erkrankungen nach dem Triathlon?

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          Die einschlägigen Internetforen sind gut gefüllt: Da ist von „Montezumas Rache“ die Rede, jemand schreibt von „Magenproblemen“ seiner Vereinskollegen, wieder andere berichten, dass „viele Starter am Dienstag und Mittwoch“ krank gewesen seien. Gemeint sind der Dienstag und Mittwoch nach dem 70.3-Triathlon in Wiesbaden am 15. August. „Meine Freundin hat sich mehrfach übergeben und sich völlig schlapp gefühlt“, lautet ein weiterer Eintrag. Gemein ist fast allen Internetforisten die Vermutung: Eigentlich kann nur das Wasser im Schiersteiner Hafenbecken schuld sein an den teils massiven Erkrankungen, denn fast alle Erkrankten wiesen ähnliche Symptome auf.

          Wobei die Zahl der Betroffenen derzeit nur hochgerechnet werden kann: Die Schätzungen gehen von bis zu 500 Fällen aus - also von fast 20 Prozent der 2700 Starter. Einer von ihnen ist ein Altersklassen-Triathlet aus dem Rhein-Main-Gebiet, der seine Beschwerden zunächst nicht direkt auf das Kraulen im Hafen zurückführte. Auch bei ihm setzte Übelkeit mit Erbrechen ein und dauerte zwei Tage, weitere 48 Stunden hielten die Magenbeschwerden an. Andere Teilnehmer mussten sogar ihren geplanten Urlaub absagen, wieder andere konnten der Einschulung ihres Kindes nicht beiwohnen. „Und mal im Ernst“, schreibt ein Triathlet, „das Wasser im Schiersteiner Hafen ist schon eine Dreckbrühe.“

          „Schiersteiner Hafen hat keine Badewasserqualität“

          Die allerdings seit der 70.3-Premiere vor vier Jahren regelmäßig vom Institut Fresenius untersucht wird. Seinerzeit hatte Umweltdezernentin Rita Thies (Die Grünen) eine wissenschaftliche Analyse gefordert, weil der Hafenschlick mit Schwermetallen belastet und das Wasser mit Fäkalstreptokokken verkeimt sei, mit Bakterien also, die in der Darmflora von Mensch und Tier vorkommen. Die erste Untersuchung förderte Schwermetalle, Algen und Ähnliches zutage, die Grenzwerte der Europäischen Badewasserordnung würden jedoch eingehalten, hieß es. Seither wird das Wasser jährlich vor dem Triathlon untersucht, die Resultate veröffentlicht die Veranstalteragentur Xdream auf ihrer Homepage.

          Die Ergebnisse der letzten Überprüfung vom 9. August 2010 sind dort nicht zu finden. Sie liegen aber Holger Meireis vor, dem Leiter des Wiesbadener Gesundheitsamtes. Triathleten mit den beschriebenen Symptomen hatten sich auch bei ihm gemeldet. Die Werte, so Meireis im „Wiesbadener Kurier“, hätten „noch im vertretbaren Bereich gelegen“. Was die Erkrankungen ausgelöst haben könnte, werde womöglich in einigen Tagen feststehen. „Es könnte sich um das Norovirus handeln.“ Sollte sich der Verdacht bestätigen und sollten die mehreren hundert Krankheitsfälle tatsächlich auf das Schwimmen im Schiersteiner Hafen zurückzuführen sein, dürfte bald auch eine politische Debatte in der hessischen Landeshauptstadt beginnen. Denn Oberbürgermeister Helmut Müller ist einer der Initiatoren der Veranstaltung. Und Sportamtsleiter Karsten Schütze hatte schon vor drei Jahren gesagt: „Natürlich hat der Schiersteiner Hafen keine Badewasserqualität.“

          Politische Ebene hat bereits reagiert

          Aber ist es wenigstens für zirka 30 Minuten Schwimmen unbedenklich? Die gemessenen Parameter entsprechen den gestellten Anforderungen, heißt es auf der Xdream-Website zu den Messungen vom 15. April, 12. Mai, 16. Juni und 1. Juli. Die Kritik der betroffenen Triathleten richtet sich aktuell gegen die Augen-zu-und-durch-Politik des Veranstalters, sie fordern eine Erklärung von Xdream-Geschäftsführer Kai Walter. Die politische Ebene hat bereits reagiert. Oberbürgermeister Müller ließ am Mittwoch verlauten, dass er bei dem Veranstalter und dem Gesundheitsamt um einen Bericht zur Klärung des Sachverhalts gebeten hat. „Es tut mir sehr leid, dass es vermutlich im Zusammenhang mit dem Schwimmen bei der Triathlon-Veranstaltung zu Erkrankungen bei Athletinnen und Athleten gekommen ist“, äußerte sich Müller weiter.

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