https://www.faz.net/-gtl-aeete

Golf-Bundesliga : Frankfurter Fiasko statt Final Four

Neuanfang: Der Frankfurter Christopher Sacher muss sich mit Schwung in der zweiten Liga beweisen. Bild: Stebl

Zum ersten Mal seit 2010 sind die Frankfurter Golfspieler wieder zweitklassig. Bei ihrem unglücklichen Abstieg läuft alles gegen die Hessen.

          2 Min.

          Auf Rechenspiele wollte sich Jan Förster, der Cheftrainer der Frankfurter Klubmannschaft, vor dem letzten Spieltag in der Golf-Bundesliga nicht einlassen. Im besten Fall hätten die Hessen sogar das Finalturnier am 7. und 8. August in Gut Kaden erreichen können. Dafür hätte Frankfurt in der Nordgruppe mit einem Husarenstück das Spieltagsfinale auf der Anlage des Golfclubs Berlin-Wannsee gewinnen und der deutsche Meister Hamburg gleichzeitig hinter seinen Möglichkeiten bleiben müssen.

          Eine gute Wahl

          Sichern Sie sich F+ 3 Monate lang für 1 Euro je Woche und lesen Sie alle Artikel auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN
          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Doch am Tag der Abrechnung am vergangenen Sonntag kam alles ganz anders: Der finale Durchgang traf Frankfurt mit voller Wucht und dem schlimmstmöglichen Ergebnis. Weil sportlich in der Summe alles gegen die Hessen lief, müssen sie nun absteigen. Zum ersten Mal nach 2010 sind sie nur noch zweitklassig. Zu ihrem Leidwesen wird ihre Zukunft in der neuen Runde in der Gruppe Mitte oder West liegen.

          „Normalerweise steigt man mit insgesamt zehn Punkten nach vier Spieltagen nicht ab“, sagte Förster und brachte die Tragik dieser Saison auf den Punkt. Vor dem dramatischen Showdown, der für die Frankfurter zum Fiasko wurde, lagen diese mit acht Punkten noch jeweils einen Zähler vor dem Golfclub Hösel und Berlin-Wannsee. Die Hessen hatten im Abstiegskampf die vermeintlich beste Ausgangsposition. Doch mit 23 Schlägen unter Par holte sich Hösel den Tagessieg und die Maximalpunktzahl fünf – zum ersten Mal in dieser Runde.

          „Ordentliche Performance“

          Die Berliner mussten deshalb um zwei Zähler besser abschneiden als Frankfurt, was ihnen mit Platz zwei auch gelang. Die Hessen landeten auf Rang vier, dem vorletzten Platz. In der Gesamtwertung dieser Spielzeit standen die Berliner schließlich mit elf Punkten um einen Zähler besser als das Team von Förster. „Es gab so viele Konstellationen, die gegen uns eingetreten sind, dass es für uns schwierig ist, damit umzugehen“, haderte dieser mit dem überraschenden Saisonausgang.

          An allen vier Spieltagen hatten die Hessen nie den letzten Platz belegt. Außerdem liegen sie in der Endabrechnung eigentlich 16 Schläge vor Berlin. So lautet Försters Fazit: „Es ist sehr blöd gelaufen.“ Dazu zählt außerdem, dass der erste Spieltag in Hamburg aufgrund der Corona-Pandemie ausfiel. In diesem Spieljahr soll es immer wieder zu Einsprüchen von Vereinen gekommen sein. Die Frankfurter beteiligten sich daran aber nicht. „Klar, vieles ist unglücklich gelaufen. Aber wir müssen anerkennen, dass es nicht gereicht hat“, sagte Förster. „Wir treten jetzt als Mannschaft nicht nach.“

          Es klingt kurios, wenn der Cheftrainer trotz des Abstiegs die Spielrunde der Frankfurter als „sehr solide und gut“ bewertet. Die Spieler, die jetzt und in der Vorsaison gespielt hätten, „haben sich jeweils über zwei Schläge pro Runde verbessert“, sagt er. „Wir haben häufig eine ordentliche Performance abgeliefert.“ Nur reichte das nicht, weil die erste Liga deutlich an Niveau gewonnen hat. Und so fiel es auf Seiten der Frankfurter besonders ins Gewicht, dass sie ihren Profispieler Lukas Euler nur ein Mal einsetzen konnten. Als „Teaching professional“ standen auch Maximilian Röhrig und Martin Keskari nicht mehr zur Verfügung.

          „Deren Mitwirken spart einem an einem Spieltag 15 bis 20 Schläge. Dann wären wir im Final Four gewesen.“ Doch die Realität heißt jetzt zweite Liga. Für den Neuaufbau in der neuen Saison wollen sich die Frankfurter verstärken und weiter konsequent auf den Nachwuchs wie Christopher Sacher setzen. „Wenn wir noch einmal so eine Saison spielen mit ähnlichen Ergebnissen, bin ich felsenfest davon überzeugt, dass wir aufsteigen werden.“ Von einem „schwarzen Tag“ für den Frankfurter Golfsport wollte Förster nicht sprechen. „Man kann es auch als Chance bezeichnen“, findet er.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.