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German Football League : Die Zuversicht bei Frankfurt Universe ist zurück

  • -Aktualisiert am

Raus aus der Krise: Frankfurt Universe wagt einen Neustart. Bild: Imago

Der Verlust von Mäzen Alexander Korosek stürzt Frankfurt Universe in eine Krise. Mit einem neuen Geschäftsführer, jungen Spielern und einem straffen Budget meldet sich das Football-Team nun zurück.

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          Vor noch nicht allzu langer Zeit wirkte Daniel Zeidler eher pessimistisch, wenn er auf die Zukunftschancen des American Footballklubs Frankfurt Universe angesprochen wurde. Dass der Verein 2021 ein Team an den Start der German Football League (GFL) schicken könnte, schien eher unwahrscheinlich. Es gab keine positiven Signale, aber jede Menge negative: Der Mäzen und Geschäftsführer von Universe, Alexander Korosek, hatte sich einem neuen Projekt zugewandt und ist dabei, ein Frankfurter Team für die neu gegründete European League of Football (ELF) aufzubauen. Für sein Projekt gewann der Luftfahrtunternehmer fast die gesamte Mannschaft und den Trainerstab seines ehemaligen Klubs. Und Universe stand ganz ohne da.

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          Das war Anfang November des vergangenen Jahres. Als jüngst die GFL und der American Football Verband Deutschland (AFVD) einen vorläufigen Spielplan für die von der Corona-Pandemie und der Gründung der ELF gebeutelte ersten Liga bekannt gaben, tauchte dort trotz der vielen Hiobsbotschaften ein Name auf, mit dem in der höchsten deutschen Spielklasse nicht mehr unbedingt zu rechnen gewesen war: Frankfurt Universe. „Wir sind wieder zuversichtlicher geworden“, sagt Zeidler, der nach Koroseks Abschied die Geschäfte von Universe alleine führt.

          Viele offene Fragen

          Schritt für Schritt sind Zeidler und seine Mitstreiter vorangekommen. Zurzeit versuchen sie, die Lizenzunterlagen für die GFL zusammenzustellen. Abgabetermin war eigentlich der 31. Januar, aber die Liga hat einigen Klubs einen Aufschub gewährt. Wie lange die Fristverlängerung gilt, steht nicht fest. Ganz offensichtlich haben sowohl der Verband und die Liga ein Interesse daran, dass in Frankfurt, wo in den nächsten Jahren die Endspiele um den German Bowl in der WM-Arena ausgetragen werden, auch eine Mannschaft am erstklassigen Rennen teilnimmt. „Der Verband hat signalisiert, dass er uns unterstützen wird“, sagt Zeidler.

          Für ihn und Universe gibt es nun eine zentrale, überlebenswichtige Frage: „Schaffen wir es, eine neue Mannschaft aufzubauen?“ Zudem muss geklärt werden, wo diese Mannschaft ihre Spiele austrägt. Zeidler verhandelt deshalb mit dem FSV Frankfurt, der Betreiber des Stadions am Bornheimer Hang ist, wo Universe in den vergangenen Jahren gespielt hat – und auch Koroseks ELF-Team spielen soll. Zeidler glaubt, dass beide Teams dort antreten könnten.

          „In der GFL werden wir vier oder fünf Heimspiele haben, für das ELF-Team werden es voraussichtlich vier Spiele sein“, sagt Zeidler. „Das müsste sich organisieren lassen.“ Der vorläufig geplante Termin für einen Saisonstart der GFL ist das Wochenende des 5./6. Juni. Die Nord-und Südgruppen der ersten Liga wurden in jeweils zwei Staffeln aufgeteilt. Universe würde in der Staffel zwei der Südgruppe mit den Allgäu Comets, den Marburg Mercenaries und den Munich Cowboys antreten.

          Vorher müssen die Frankfurter aber noch etliche Hürden nehmen. Die höchste ist es, ein Team auf die Beine zu stellen. Immerhin haben die Hessen schon einen Spielmacher gefunden, der in Personalunion auch Offensive Coordinator sein wird. Der 29 Jahre alte Danny Farley hat schon für die Saarland Hurricanes und die Solingen Paladins gespielt.

          Im vergangenen Jahr sollte er für die Cologne Crocodiles aus der GFL Nord als Spielmacher aktiv werden. Nachdem die Saison in Deutschland wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden war, wechselte er nach Schweden zu den Carlstadt Crusaders, mit denen er die nationale Meisterschaft gewann. Dort zeigte Farley auch, dass er mit der Doppelfunktion aus Quarterback und Offensive Coordinator zurechtkommt.

          Ohne Cheftrainer

          Auch in der Defensive sind die Frankfurter schon einen Schritt weiter. Hier ist der einstige Marburger und Lübecker Spieler Sean Averhoff ein Kandidat. „Ob wir überhaupt einen Headcoach verpflichten werden, steht noch nicht fest“, sagt Zeidler. Der Verzicht auf einen Cheftrainer hätte auch wirtschaftliche Hintergründe. Der Universe-Geschäftsführer schätzt, dass der Etat des GFL-Klubs (bislang etwa 800.000 Euro) um deutlich mehr als die Hälfte sinken wird. In der neuen Mannschaft werden viele junge Spieler zu finden sein. Nach dem Aufstieg der Frankfurter U19 in die Bundesliga, werden acht bis neun Talente die Chance bekommen, sich in der ersten Liga zu bewähren. „Damit gehen wir einen Schritt, den wir vielleicht schon viel früher hätten machen sollen“, sagt Zeidler.

          In den vergangenen Jahren hatten die Hessen viele Talente an die in die zweite Liga aufgestiegenen Bad Homburg Sentinels, die Wiesbaden Phantoms oder die Frankfurt Pirates verloren. „Mit diesen Mannschaften konkurrieren wir jetzt“, sagt Zeidler. Eines steht für den Universe-Chef schon jetzt fest: Um den Titel zu spielen, scheint für die Frankfurter ausgeschlossen zu sein. „Wir werden ganz sicher eine schwächere Mannschaft sein als in den vergangenen Jahren.“

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