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Fußball : Rückkehr zum Spaßfußball: Michael Thurk ist wieder da

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So war es früher, so wird's wieder sein: Michael Thurk im Mainzer Trikot Bild: dpa

Bei Energie Cottbus wurde er nie so recht glücklich. Jetzt ist Stürmer Michael Thurk, der traurige Aufstiegsheld des vergangenen Jahres, zum FSV Mainz 05 zurückgekehrt.

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          "Michael ist glücklich, Mainz ist glücklich, ich bin glücklich." Wunderbar, wer so viel Gutes zu berichten weiß. Spielerberater Klaus Gerster ist der fröhliche Bote, eigentlich Persona non grata am Mainzer Bruchweg, nachdem er kürzlich Mittelfeldspieler Mimoun Azaouagh nach Schalke gelotst hatte. Dafür hat er sich jetzt fein herausgehalten, als einer seiner Klienten höchstselbst seinen Wechsel nach Mainz eingefädelt hat. Oder besser: seine Rückkehr. Michael Thurk ist wieder da, jener tieftraurige Aufsteiger des vergangenen Jahres, der Mainz mit zwei Treffern am letzten Spieltag erst in die Bundesliga geschossen hat und dann die Party-Gesellschaft verließ, um zu Energie Cottbus zu wechseln - in die Zweite Liga. "Ich wußte, daß Mainz keine Geschäfte mit Gerster macht, also habe ich allein verhandelt", sagt Thurk.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Kontakt zu Manager Christian Heidel war nie abgebrochen. Ein Anruf und Heidels Frage nach dem Befinden reichte aus, um eine schnelle Einigung auf einen Vertrag bis 2008 zu erreichen. "Wir hatten ihm Hilfe versprochen, wenn er sie benötigt", sagte Heidel. Jetzt war es an der Zeit. Denn wohl gefühlt hat sich Thurk in Cottbus schon lange nicht mehr. Nach dem Wechselkater hatte er seinen Dienst in Cottbus pflichtschuldig angetreten und mit einer Jetzt-erst-recht-Attitüde den Aufstieg ins Visier genommen. Es kam anders. Energie kam sportlich unter die Räder, Thurk war ständig verletzt, und schließlich wurde Trainer Eduard Geyer entlassen. "Spätestens da war klar, daß es so nicht weitergeht", sagt Thurk. Als auch noch der finanzielle Niedergang dazu führte, daß die Spielergehälter nur gekürzt überwiesen wurden, suchte Thurk nach einem neuen Verein. Er hatte bereits einen, als Heidel anrief. "Ein ambitionierter Klub aus der Zweiten Liga", sagt Thurk. "Die Eintracht war es allerdings nicht", versichert der 28 Jahre alte Frankfurter aus dem Gallusviertel. So oder so: Als die Rückkehr in Aussicht war, habe sein "Herz höher geschlagen". Das andere Angebot war "schnell vom Tisch". Mit Sentimentalitäten allein läßt sich ein solcher Transfer allerdings nicht bewältigen. Cottbus verlangte für die Vertragsauflösung eine Entschädigung. Thurk soll sich an der von Mainz zu zahlenden - und wie immer nicht bekanntgegebenen - Ablösesumme beteiligt haben.

          Nun ist er gestern abend mit Manager Heidel aufgebrochen, um zu den alten und neuen Kollegen im Trainingslager an der Costa Blanca zu stoßen. Zu den neuen gehört auch Hanno Balitsch, vormals bei Bayer Leverkusen, den die Mainzer ebenfalls für dreieinhalb Jahre unter Vertrag genommen haben. "Beide sind für uns absolute Wunschspieler", frohlockte Trainer Jürgen Klopp. Während der 24 Jahre alte Balitsch direkt aus dem Leverkusener Trainingslager auf Cran Canaria anreiste und in bester körperlicher Verfassung sein soll, meldet Thurk auf diesem Gebiet noch Rückstand. Der athletische Crash-Kurs im Süden kommt jedenfalls zur rechten Zeit. Thurk hat seit zwei Monaten kein Spiel mehr bestritten und konnte erst vor einer Woche das Lauftraining aufnehmen. Zuletzt mußte er sich am Kiefer operieren lassen, davor bremsten ihn Muskelprobleme und ein gebrochener Zeh. Er brauche noch etwas Zeit, sagt er. Dann aber wolle er den Kampf um einen Stammplatz aufnehmen.

          Dabei soll ihm auch seine Erfahrung aus vier Jahren beim FSV Mainz helfen. Seine Rückkehr sei "ein logischer Wechsel gewesen", sagt Thurk. "Ein anderer Spieler hätte viel länger gebraucht, um sich hier zurechtzufinden. Ich kenne alle und weiß alles über den Fußball, der hier gespielt wird." Der Glückliche.

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