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Zweifel an den Schnelltests : Corona spaltet die Regionalliga

  • Aktualisiert am

Freuen sich auf ein Ende der Zwangspause: Kickers Offenbach Bild: Picture-Alliance

Die Fußball-Regionalliga Südwest soll die unterbrochene Saison fortführen. Das Hygienekonzept sieht Schnelltests für die Vereine vor. Ist das alles sinnvoll? Die Liga mit ihren 22 Mannschaften ist tief gespalten.

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          Die Fußball-Regionalliga Südwest mit ihren 22 Vereinen ist in der Corona-Krise tief gespalten. Die Offenbacher Kickers können die jetzt beschlossene Fortsetzung des Spielbetriebs vom 11. Dezember an nach einer sechswöchigen Zwangspause kaum erwarten. Am liebsten hätten sie schon am ersten Dezember-Wochenende ein Nachholspiel aus dem November bestritten, wenn sich dafür ein Gegner gefunden hätte. Im Gegensatz zu vielen anderen Klubs hatte der OFC Trainer und Mannschaft nicht in Kurzarbeit geschickt. Liga-Rivale FSV Frankfurt akzeptiert zwar die Entscheidung der Liga-Spitze. Trotzdem hält der Vereinsvorsitzende Michael Görner die geplante Austragung aller 42 Spieltage „nach wie vor für kritisch“. Es sei „eine Frage der Machbarkeit“, gibt Görner zu bedenken.

          Große Kritik am Re-Start der Regionalliga noch in diesem Jahr kommt hingegen vom FC Astoria Walldorf, der am Freitag in einer Woche die Kickers empfängt, und dem Bahlinger SC. Auch der Kasseler Trainer Tobias Damm und sein Gießener Kollege Daniyel Cimen empfinden die Wiederaufnahme der Punktspiele als das falsche Signal in der momentan noch so angespannten Situation.

          Ansteckungsgefahr für Spieler

          „Dass bei den großen verschärften Einschränkungen“ des gesellschaftlichen Lebens zur Bekämpfung der Pandemie „der Amateurfußball weiter betrieben werden“ dürfe, „dafür habe ich beim besten Willen kein Verständnis“, sagte der „besorgte“ Walldorfer Präsident Willi Kempf in einer Stellungnahme. „Die Spieler bei den Amateurvereinen wie dem unsrigen trainieren nur abends, sind berufstätig, sind Lehrlinge, Studenten oder Schüler. Sie sind somit einer größeren Ansteckungsgefahr ausgesetzt als Spieler von Profimannschaften, die jeden Tag zwei- bis dreimal trainieren und fast nur unter sich sind.“ Für die Walldorfer ist es „unverständlich und verantwortungslos“, dass trotz „der zusätzlich verschärften Bedingungen und der hohen Ansteckungszahlen“ von der Landespolitik in Baden-Württemberg die Genehmigung zum Spielen und Trainieren verlängert worden sei.

          Zuspruch erhält Kempf vom Bahlinger Vorstandsvorsitzenden Dieter Bühler. Er sagte in einem offenen Brief: „Wenn ich die Appelle an die Bevölkerung von unserem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, den ich sehr schätze, höre, bekomme ich Angst, dass morgen die Welt untergeht. Am besten sollen alle die Kontakte auf null reduzieren. Die Ministerin für Kultus, Jugend und Sport macht dagegen den Weg frei, damit Amateurspieler kurz vor Weihnachten durch halb Deutschland fahren müssen. Aus dem Handeln der Politik leite ich das Fazit ab: Kontaktbeschränkungen stehen über allem, sie gelten jedoch nicht für alle.“

          Kosten werden von Vereinen übernommen

          Vor jedem Punktspiel in der Regionalliga Südwest müssen in Zukunft Schnelltests bei den Mannschaften samt Trainer- und Betreuerstab durchgeführt werden. Außerdem wird den Klubs von der Liga-Leitung empfohlen, mit Privatautos zu den Auswärtsspielen zu fahren. Die Kosten sollten „die Vereine, die schon keine Zuschauereinnahmen haben, übernehmen“, so Kempf.

          Er kündigte an, „prüfen zu lassen, inwieweit das Verursacherprinzip gilt“. Sein Kollege Bühler wies darauf hin, dass sein Verein – obwohl „immer solide gewirtschaftet“ worden sei – in „Gefahr“ sei, „wenn wir keine Beihilfen aus dem Sportbereich und der Politik für die Regionalliga Südwest erhalten“. Außerdem vermag er nicht zu beurteilen, „wie verlässlich die Schnelltests sind, wenn sie nicht durch Fachpersonal durchgeführt werden“.

          Nach einer Schnelleinweisung durch Fachpersonal sollen wiederum Mitarbeiter der Vereine wie Physiotherapeuten oder Teambetreuer die Testungen durchführen. Nur diejenigen mit negativem Ergebnis dürfen an den Spielen teilnehmen. Ob und wie viele Spieler sich nach einem positiven Befund in Quarantäne begeben müssen, entscheiden die zuständigen Gesundheitsämter. Und weil viele von ihnen überlastet sind, kann sich dieser Prozess hinziehen. Ob Maßnahmen überhaupt praktikabel sind, wird sich also erst noch erweisen müssen.

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