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Fußball : Funkel macht Pröll zur Nummer eins

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Die wohl schwerste und auch wichtigste Entscheidung hat Friedhelm Funkel schon drei Tage vor dem Auftakt der Zweiten Fußball-Bundesliga getroffen: Am Montag, beim ersten Saisonspiel der Frankfurter Eintracht bei Alemannia Aachen, wird Markus Pröll das Tor hüten.

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          Die wohl schwerste und auch wichtigste Entscheidung hat Friedhelm Funkel schon drei Tage vor dem Auftakt der Zweiten Fußball-Bundesliga getroffen: Am Montag, beim ersten Saisonspiel der Frankfurter Eintracht bei Alemannia Aachen, wird Markus Pröll das Tor hüten. Leidtragender ist Oka Nikolov, der sich bis zuletzt Hoffnungen gemacht hatte, seinen Stammplatz behalten zu können. "Es war eine Entscheidung aus dem Bauch heraus", sagt der neue Eintracht-Trainer. Er betont gleichzeitig, daß dies nichts zu tun habe damit, daß er mit Pröll schon beim 1. FC Köln gearbeitet habe. Damals allerdings hatte er ihm dann Alexander Bade vor die Nase gesetzt, was Pröll zum Wechsel nach Frankfurt veranlaßt hatte - wo er dann hinter Nikolov auf der Ersatzbank gelandet war.

          Schwerwiegend ist diese Entscheidung auch deshalb, weil ein Trainer den Torhüter nicht wie einen Feldspieler mal raus- und dann wieder reinnehmen kann. Ein Torwart braucht das rückhaltlose Vertrauen des ganzen Umfeldes, dazu muß er wissen, daß er nicht gleich nach dem ersten Fehler wieder seinen Platz räumen muß. "Beide haben mit Torwarttrainer Andreas Menger hart und gut gearbeitet. Ich habe mit Nikolov geredet, er hat die Entscheidung akzeptiert, und ich habe keine Sorge, daß er sich jetzt hängen läßt", sagt Funkel. "Er wird das professionell verarbeiten." Beide Torhüter sind unterschiedlicher Naturelle. Während Nikolov seine Arbeit mehr sachlich verrichtet, zählt Pröll zu den "Fliegern", die manche Rettungstat gerne zu einem Rettungsflug machen. Der Tivoli in Aachen mit seiner engen Atmosphäre und der dichten Emotionalität ist für Pröll genau der richtige Prüfstein. Funkel darf man zum seinem Arbeitsantritt wünschen, daß er mit seiner Bauchentscheidung keine Bauchlandung erleidet.

          Mit dem Personal hat er ohnehin vor der Auftaktpartie große Schwierigkeiten. Flügelflitzer Stefan Lexa mußte am Freitag mit dem Training aussetzen. Am Donnerstag plagten ihn Fieber und Probleme mit dem Magen, was ihn beides sichtlich geschwächt hatte. An diesem Samstag soll er sich laufend leichte Bewegung verschaffen, das Abschlußtraining vor der Abfahrt am Sonntag mittag soll letzten Aufschluß darüber geben, ob der Österreicher in Aachen tatsächlich eingesetzt werden kann.

          Ein anderer Problemfall ist Du-Ri Cha. Dessen Rückkehr von der Asienmeisterschaft, bei der er mit Südkorea im Viertelfinale ausschied, war ursprünglich für Donnerstag nachmittag avisiert. Nun kam er erst am Freitag abend an. Funkel will sich einem ernsten Gespräch des körperlichen Zustandes versichern und dann erst mit der Möglichkeit spielen, den Koreaner mit nach Aachen zu nehmen. Jens Keller fährt in jedem Falle mit und wird auch im Aufgebot stehen. Nach einer elfmonatigen Verletzungspause hat sich der Spielführer zäh an den Leistungsstand seiner Kollegen herangekämpft. Im Vollbesitz seiner Kräfte könnte er gerade in Aachen eine wichtige Stütze vornehmlich für die jungen Leute sein, die Funkel in die Mannschaft wird einbauen müssen. Nach dem Ausfall des erfahrenen Andree Wiedener und dem möglichen Ausfall von Lexa, "könnten in Aachen vier, fünf oder gar sechs der jungen Leute ins Spiel kommen", sagt Funkel. "Fehlende Routine werden sie dann mit jugendlichem Elan wettmachen", verspricht der Trainer, der seinen verbliebenen Kader auf dem höchstmöglichen Fitneßzustand sieht. "Die Mannschaft ist da, wo sie das Trainerteam hinhaben wollte - das heißt, sie ist topfit."

          Wie er den Angriff besetzt, wollte Funkel im Gegensatz zur Torwartfrage noch nicht verraten. Dort hat er im Gegensatz zur Abwehr die größtmögliche Auswahl angesichts gleich vier Angreifer. Möglich ist, daß die beiden Zugänge Arie van Lent und Benjamin Köhler zu ihrem ersten Einsatz für die Eintracht kommen werden.

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