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FSV Frankfurt : Hauptsache, kürzer zittern

FSV-Trainer Boysen gibt sich nach dem starken Saisonschlussspurt entschlossen und selbstbewusst Bild: Wonge Bergmann

Der FSV Frankfurt vor seinem Saisonstart gegen Arminia Bielefeld: „Unser Anspruch ist es, mit einem Heimsieg in diese Spielzeit zu starten“, sagt Trainer Hans-Jürgen Boysen. So lange um den Klassenerhalt zittern wie zuletzt will er diesmal nicht.

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          Sie wollen feiern, schon wenige Stunden nach dem ersten Spieltag der neuen Fußball-Zweitligasaison. Das 111-jährige Bestehen des Vereins will der FSV Frankfurt mit einer großen Gala in der Eissporthalle begehen. Sarah Connor wird Auftreten, und zudem verspricht Geschäftsführer Bernd Reisig eine Mischung aus Magie und Akrobatik. „Es kann ein unvergesslicher Abend werden“, sagt er. Die Stimmung aber wird unter anderem abhängen vom Ausgang der Begegnung am Bornheimer Hang mit Arminia Bielefeld an diesem Freitag (18 Uhr). „Unser Anspruch ist es, mit einem Heimsieg in diese Spielzeit zu starten“, sagt Trainer Hans-Jürgen Boysen. Das Selbstvertrauen der Verantwortlichen hat nach der beeindruckenden Aufholjagd in der vergangenen Rückrunde, dem anschließendem Klassenverbleib und der guten Vorbereitung spürbar zugenommen.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Situation

          Der Etat musste zur neuen Saison spürbar reduziert werden, rund 600.000 Euro weniger hatte Boysen im Vergleich zur Vorsaison bei der Zusammenstellung seines Kaders zur Verfügung. Erst durch den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals und Mehreinnahmen von rund 300.000 Euro hat sich der Spielraum noch einmal vergrößert. Der Verein will reagieren und noch einen Linksverteidiger verpflichten. Bernd Korczynietz (vereinslos) und Jan-Philipp Kalla (FC St. Pauli) durften sich in dieser Woche im Probetraining beweisen, Boysen ist zufrieden mit den Eindrücken, sagt aber auch: „Es kann sein, dass wir in der kommenden Woche weitere Kandidaten einladen werden.“

          Der Neue wäre das letzte Teil im Personalpuzzle des FSV, das auch in dieser Sommerpause wieder gehörig durcheinander geraten ist. Doch im Gegensatz zu den Vorjahren war der Umbruch bis zum Trainingsauftakt weitestgehend abgeschlossen, das neue Team konnte sich einspielen, die taktischen Vorgaben des Trainers verstehen und eine interne Hierarchie herausbilden. Entsprechend zuversichtlich klingen die Verantwortlichen: „Ich bin sehr optimistisch, weil ich gute Eindrücke von der Mannschaft gewonnen habe“, sagt Geschäftsführer Reisig. Der Maßstab liegt vergleichsweise niedrig: Im Vorjahr sammelte der FSV bis zur Winterpause gerade einmal 13 Punkte.

          Die Schlüsselspieler

          Schnell und ideenreich – so will Trainer Boysen seine Mannschaft spielen sehen. In diesem Jahr hat er die nötigen Leute dafür. Taktgeber wird wie im vergangenen Jahr Spielmacher Jürgen Gjasula sein. Doch an seiner Seite laufen nun Spieler auf, die über mehr individuelle Klasse verfügen als viele ihrer Vorgänger. Tufan Tosunoglu ist so einer. Unter Boysen wirbelte der Zweiundzwanzigjährige schon in Offenbach über die Außenbahnen, und auch beim FSV hat er seine Qualität schon angedeutet. Gegen Bielefeld fällt er jedoch womöglich wegen Adduktorenproblemen und einem Magen-Darm-Infekt aus. Erst am Mittwoch konnte Tosunoglu das Lauftraining wieder aufnehmen. Abnehmer seiner Flankenläufe könnte Sascha Mölders sein. Der Stürmer überzeugte in der vergangenen Spielzeit mit Kampf und Treffsicherheit, scheint aber noch nicht hundertprozentig in Form. Die Defensive soll Björn Schlicke stabilisieren, der Neunundzwanzigjährige hat ein gutes Stellungsspiel – aber auch Nachteile in Bezug auf seine Endgeschwindigkeit. Deshalb wird einiges auch wieder auf Torwart Patric Klandt zukommen, der zu besten seiner Zunft in Liga zwei zählt.

          Das Ziel

          Manche im Umfeld träumen nach dem 4:1-Erfolg im Testspiel gegen den Bundesligaverein SC Freiburg und den Sieg im Pokalwettbewerb gegen Paderborn (2:0) schon von weiteren Erfolgen. Trainer Boysen aber betont immer wieder, dass es nur darum gehen könne, auch im kommenden Jahr zweitklassig zu sein. Hoffnungsvoll sind die Verantwortlichen dennoch: Es soll nicht mehr bis zum letzten Spieltag gezittert werden.

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