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FSV Frankfurt gegen Osnabrück : Ein Duell auch an der Seitenlinie

FSV-Trainer Tomas Oral Bild: dpa

Im Hinspiel hatte Tomas Oral seinen Kollegen Claus-Dieter Wollitz als „theatralisch und provozierend“ bezeichnet. An diesem Sonntag treten der FSV und Osnabrück erneut gegeneinander an - die Trainer könnten wieder Zündstoff bieten.

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          Er bereue nichts, stehe weiterhin zu seinen Aussagen, und auch eine Aussprache mit seinem Trainerkollegen Claus-Dieter Wollitz sei nicht notwendig. „Ich habe damals etwas gesagt, und dazu stehe ich“, sagt Tomas Oral, der Teamchef des FSV Frankfurt. „Damals“ war der 14. September des vergangenen Jahres – das Hinspiel beider Vereine an der Bremer Brücke. „Etwas“ beinhaltete massive Vorwürfe an Wollitz, den Oral als „theatralisch und provozierend“ bezeichnete, dessen Verhalten an der Seitenlinie mit „Fairplay nichts zu tun“ habe.

          Michael Wittershagen
          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wollitz habe seinen Beitrag dazu geleistet, dass Schiedsrichter Christian Bandurski drei zum Teil fragwürdige Elfmeter gegen den FSV aussprach und dieser am Ende 2:3 verlor. An diesem Sonntag (Anpfiff 14 Uhr) treffen der FSV und der VfL Osnabrück in der Frankfurter Arena abermals aufeinander. Dabei geht es vordergründig um drei Punkte für den Klassenverbleib in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Aber natürlich stellt sich auch die Frage, wie Oral und Wollitz miteinander umgehen werden.

          „Aufbrausend“ sei dieser Oral, sagen einige

          „Das Hinspiel ist vergessen, was soll ich auch noch groß über die Vergangenheit nachdenken“, sagt Oral. „Ich kann sie nicht mehr ändern.“ Aber natürlich weiß auch er, dass es so eine Partie „in zehn oder zwanzig Jahren wohl nur einmal gibt“. Der Fünfunddreißigjährige strahlt zwei Tage vor der Partie große Gelassenheit aus, will über seinen Kollegen Wollitz eigentlich gar nicht mehr sprechen und sich vor allem auch für seine Arbeitsweise nicht rechtfertigen. „Aufbrausend“ sei dieser Oral, sagen einige. „Unruhig“ sagen die anderen. Und die „Frankfurter Rundschau“ charakterisierte ihn in dieser Woche sogar schon als „Rumpelstilzchen im Drogenrausch“. Oral aber sagt: „Ich arbeite so, wie ich es für richtig halte.“ Mit Leidenschaft, die er auch von seinen Spielern fordert. „Die Mannschaft, die sich am Sonntag zurücklehnt, ist auf dem falschen Weg.“

          Mokhtari muss ersetzt werden

          Verzichten muss Oral auf Oualid Mokhtari, der am vergangenen Wochenende beim Spiel in Fürth einen Nasenbeinbruch sowie eine Gehirnerschütterung erlitten hat. Es gebe drei oder vier Optionen, wie er den zuletzt ausgesprochen spielfreudigen Mittelfeldspieler ersetzen werde, sagt Oral. Zu den Kandidaten zählen Amir Shapourzadeh, Christian Mikolajczak und Georgios Theodoridis. Wer am Ende den Sprung in die erste Elf schafft, ist für Oral in jedem Fall nachrangig. „Wir haben derzeit 18 oder 19 Stammspieler, jeder ist in einer blendenden Verfassung.“

          Bleibt die Frage, wie die Stimmung im Stadion sein wird. Auf dem Feld, auf den Rängen, an der Seitenlinie. Oral zeigt inzwischen Humor: „Wenn wir drei Elfmeter bekommen, dann gehe ich nicht zum Schiedsrichter und sage nein.“ Und Wollitz stellt vor allem eines klar: „Es geht nicht um Leben oder Tod.“

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