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Auftakt gegen Bielefeld : Festtag für den FSV

Mit ganz breiter Brust: Torschütze Gjasula behauptet sich gegen den Bielefelder Bölstler Bild: Wonge Bergmann

Mit einem Auftaktsieg gegen Bielefeld beschenken sich die Bornheimer selbst zum 111. Geburtstag des Vereins. Gjasula und Cidimar treffen beim 2:1-Heimerfolg.

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          Am Ende schmissen sie sich erleichtert und kraftlos auf den Rasen. Beinahe hätte der FSV Frankfurt am Freitagabend einen sicher geglaubten Erfolg noch aus der Hand gegeben. Doch mit Glück und Geschick reichte es am Ende des ersten Spieltags in der Zweiten Fußball-Bundesliga zu einem 2:1 vor rund 3000 Zuschauern am Bornheimer Hang gegen Arminia Bielefeld.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Es war ein Zittersieg“, sagte Geschäftsführer Bernd Reisig. Dabei sah es vor dem Seitenwechsel noch ganz anders aus: Der FSV kombinierte und führte verdient durch Tore von Jürgen Gjasula (11. Minute) und Cidimar (23.). Der Anschlusstreffer durch Nils Fischer (71.) sorgte jedoch für Verunsicherung. „Die Leistung in der zweiten Hälfte war unter aller Kanone“, sagte Trainer Hans-Jürgen Boysen. „Wir haben nicht mehr konzentriert Fußball gespielt.“ Grund zum Feiern gab es dennoch: Bis in die Nacht hinein beging der Verein in der Eissporthalle den 111. Geburtstag, unter anderem mit einem Auftritt der Sängerin Sarah Connor.

          „Ich bin sehr verärgert“

          Boysen aber klang nach der Partie so, als habe er darauf überhaupt keine Lust mehr. „Ich bin sehr verärgert“, klagte er. Was vor allem eines zeigt: Die Erwartungen des FSV sind gestiegen. In den ersten 45 Minuten präsentierte sich seine Mannschaft so, wie er es von ihr erwartet. Zielsicher und ideenreich. Vor allem Gjasula sorgte immer wieder für den Unterschied in der Partie, beinahe alle gefährlichen Situationen gingen von dem Vierundzwanzigjährigen aus.

          Konsequent war deshalb, dass er die Führung erzielte. Einen Freistoß an der Strafraumkante tippte Christian Müller kurz an, Gjasula lief an und traf ins das rechte untere Eck; der Bielefelder Torwart Dennis Eilhoff blieb ohne Abwehrmöglichkeit. Den zweiten Treffer leitete Mike Wunderlich mit einer Balleroberung in der eigenen Hälfte ein, über fünf Stationen gelangte der Ball an der Seitenlinie zu Sven Müller, dessen Flanke Cidimar per Kopf verwandelte (23.). „Da haben wir schönen und präzisen Fußball gespielt“, lobte Boysen. Der FSV beherrschte Raum und Gegner, und Reisig wertete dies sogar als eines „unserer stärksten Spiele der vergangenen Jahre“.

          Die Verunsicherung wurde nach dem Anschlusstreffer größer

          Was aber nach der Pause passierte, konnte sich später niemand so richtig erklären. Der FSV zog sich mehr und mehr zurück, überließ den Bielefeldern das Spiel – und das hatte Konsequenzen. Einen Freistoß wehrte Torwart Patric Klandt zu kurz ab, der Ball flog im hohen Bogen zurück in den Fünfmeterraum, wo Fischer zum Anschluss traf (71.). Die Verunsicherung nahm zu, das Frankfurter Spiel wurde strukturloser. „Es kann nicht sein, dass wir in der Offensive plötzlich nicht mehr stattfinden und keine Entlastung mehr schaffen“, schimpfte Boysen hinterher.

          Mit Macht drängte Bielefeld auf den Ausgleich, Torwart Eilhoff rannte bei Standardsituationen immer wieder in den FSV-Strafraum, doch die Bornheimer brachten den Erfolg über die Zeit. Nun haben sie immerhin schon mehr Punkte gesammelt als in der Vorsaison nach neun Spieltagen. Und sie sind – über die Sommerpause hinweg gerechnet – seit neun Heimspielen in Liga zwei ohne Niederlage.

          Dass den Akteuren dennoch keine entspannte Trainingswoche bevorsteht, deutete Boysen direkt nach dem Spiel an. Er will das Bewusstsein der Profis weiter schärfen. Auf einige wird er dabei vielleicht verzichten müssen. Denn sowohl Christian Müller als auch Marc Heitmeier mussten mit Verletzungen ausgewechselt werden. Dass Boysen indes gut improvisieren kann, demonstrierte er anhand von Sascha Mölders. Der Stürmer rückte für den angeschlagenen Mario Fillinger von Beginn an auf die linke Außenbahn im Mittelfeld und machte seine Sache ordentlich. Und er schuf so im Angriffszentrum Raum für Cidimar, dessen Treffer die ersten drei Punkte dieser Saison bescherte. Und für die Erkenntnis sorgte, dass der neu zusammengestellte FSV immerhin schon 45 Minuten auf beachtlichen Niveau spielen kann.

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