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Fußball-Regionalliga : Das Aufstiegs-Träumchen des FSV

Sein Wort hat Gewicht: FSV-Trainer Thomas Brendel Bild: Picture-Alliance

Hessenderby in der Fußball-Regionalliga: Die Bornheimer müssen zu den Offenbacher Kickers. Doch aus sportlichen Überfliegern ist jüngst eine Mannschaft geworden, die auf der Suche nach Stabilität ist.

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          Thomas Brendel ist Realist. Momentan sei der Aufstieg in die dritte Fußball-Profiliga für den FSV Frankfurt „eher ein Träumchen“, sagt der Bornheimer Trainer. Zwei FSV-Siege in den Nachholspielen an diesem Dienstag (19.00 Uhr) bei den Offenbacher Kickers und eine Woche später bei Bayern Alzenau könnten daran aber etwas ändern. „Dann könnten wir noch mal ein bisschen träumen. Wir wären in einer neuen Position“, blickt Brendel in die nahe Zukunft.

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          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Aktuell sind die Frankfurter in der Regionalliga Südwest wieder in der Realität angekommen. Aus sportlichen Überfliegern ist eine Mannschaft geworden, die auf der Suche nach Stabilität ist. Gegen Hessen Kassel (1:2) und Ulm (1:3) gingen zum ersten Mal seit längerem zwei Spiele hintereinander verloren. Dadurch ist der FSV „nur“ noch Tabellensechster – mit elf Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter SC Freiburg II, der den einzigen Aufstiegsplatz belegt. Wäre Frankfurt in seinen beiden Nachholspielen erfolgreich, wären es bei Spielegleichstand „nur“ noch fünf Zähler, die die Hessen aufholen müssten.

          Für Brendel sind die Freiburger, die auch mit Abstand die beste Tordifferenz haben, der momentane Topfavorit auf den Aufstieg. „Wenn bei ihnen nichts Wesentliches dazwischenkommt und sie von größeren Ausfällen verschont bleiben, glaube ich, dass sie es bis zum Schluss durchziehen werden können.“ Auch Michael Görner sieht die Vorteile auf Seiten der Bundesliga-Reservemannschaft, die mit dem ehemaligen Eintracht-Profi Johannes Flum eine erfahrene Stütze in ihren Reihen hat. „Freiburg eilt von Sieg zu Sieg und ist die Mannschaft, die den anderen ein Stück weit entrückt ist“, sagt der Bornheimer Vereinspräsident.

          Ein „emotionaler Dämpfer“

          Die Offenbacher Kickers könnten mit einem Heimerfolg im Hessenderby über den FSV den Rückstand auf Tabellenführer Freiburg auf vier Punkte verkürzen. Als neuer Tabellenzweiter wären sie der erste Verfolger des Meisterschaftskandidaten aus dem Breisgau. Im direkten Duell werden die Kickers und Freiburg in dieser Runde nicht mehr aufeinandertreffen. Beide Begegnungen gingen unentschieden (1:1 und 2:2) aus.

          Die Offenbacher und die Frankfurter hingegen messen sich spät in der Saison zum ersten Mal miteinander. „Wir sind absolut druckfrei“, sagt Brendel und betont, dass der Druck bei den „wiedererstarkten Kickers“ liege. „Wenn sie gegen uns nicht gewinnen, ginge ihr Anschluss an die Freiburger erst einmal verloren.“ Die beiden zurückliegenden Frankfurter Misserfolge waren für Görner ein „emotionaler Dämpfer“.

          Auf der Suche nach den Gründen seien die Corona-Fälle beim FSV und die englischen Wochen zwar ein „wichtiger Aspekt. Ich möchte es mir aber nicht zu einfach machen.“ Über das Abschneiden ist er „schon enttäuscht“. Brendel berichtet von „ein paar Problemchen“, die der FSV mit sich „herumschleppe. Die Mannschaft ist ein bisschen müde und überspielt. Und wenn du geistig nicht auf der Höhe bist, bist du auch unkonzentriert.“ Vielleicht, sagt der Trainer, „müssen wir der Belastung jetzt ein bisschen Tribut zollen.“ Gleichwohl sei seine „Mannschaft willig. Sie brennt auf das Spiel gegen die Kickers.“

          Von den vier Stammspielern, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten, hat es Robin Williams wohl am härtesten getroffen. Brendel hofft demnächst auf Kurzeinsätze des 21-Jährigen. Alieu Sawaneh wurde vom Trainer in Kassel eingewechselt, es war das erste Spiel des Abwehrspielers seit Januar. „Kein Punkt in dieser Liga ist wichtiger als die Gesundheit unserer Spieler“, hebt Brendel hervor. Der Trainer macht sich keine Gedanken darüber, ob die Partie in Offenbach die womöglich letzte Chance für den FSV im Aufstiegskampf ist. „Im Prinzip haben wir momentan drei Punkte weniger als in der Vorrunde. Man muss die Kirche auch im Dorf lassen.“ So spricht der Realist Brendel.

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