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Eishockey Play-offs : Fritzmeiers Taktik geht auf: Löwen mit neuem Biss

  • -Aktualisiert am

Zähne fletschen: Im Team der Löwen Frankfurt unter der Führung des Interimscoach Franz-David Fritzmeier herrscht nach dem ersten Sieg in den Play-off-Viertelfinalspielen gegen die Kassel Huskies wieder bessere Stimmung. Bild: Joachim Storch

Die Löwen Frankfurt gewinnen das dritte Spiel des Viertelfinale der Play-offs gegen den Rivalen Kassel Huskies. Schon an diesem Dienstag soll die positive Form bestätigt werden, um die Chance auf den Halbfinaleinzug zu wahren.

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          Die Erleichterung nach dem ersten Sieg in den Play-offs war jedem Spieler und vor allem den Verantwortlichen der Löwen Frankfurt anzusehen. 2:1 gewannen die Hessen das dritte Viertelfinalspiel gegen die Kassel Huskies und verkürzten den Rückstand nach Siegen auf 1:2. Um in das DEL2-Halbfinale einzuziehen, werden in der Serie nach dem Modus „Best of seven“ vier Siege benötigt. Bereits an diesem Dienstag findet um 19.30 Uhr das vierte Spiel im Duell der Erzrivalen statt.

          Nachdem der knappe Heimsieg über die Zeit gerettet wurde, kannte der Jubel beim Publikum in der ausverkauften Eissporthalle kaum Grenzen. Zuvor hatten die Frankfurter ihr bestes Spiel seit vielen Wochen abgeliefert. Vor allem in der Defensive präsentierten sich die Löwen diesmal diszipliniert und geordnet. „Ziel war es, kompakt zu stehen und wenige Gegentore zu bekommen“, sagte Franz Fritzmeier anschließend. Die Systemumstellung war der Schlüssel zum Erfolg, denn den Huskies fiel gegen tief stehende Löwen nicht wirklich etwas ein. Die neue Taktik war die wichtigste Änderung, die Fritzmeier veranlasste, nachdem er am Samstag als Trainer für den entlassenen Paul Gardner einsprang.

          Videoanalyse in der Drittelpause

          Viele Gelegenheiten, mit dem Team zu arbeiten, blieben dem Bad Tölzer zwischen den beiden Spielen am Freitag und Sonntag nicht, aber die Zeit, die zur Verfügung stand, nutzte Fritzmeier gewinnbringend. So rief er am Samstag seinen Freund Juha Lehtola an, der als Torwarttrainer unlängst mit seinem Klub Hämeenlinnan Pallokerho die Play-offs in Finnland verpasst hatte; Fritzmeier heuerte ihn kurzfristig an. „Juha analysiert von der Tribüne aus das Spiel und schneidet während der Partie für die Drittelpause ein Kurzvideo mit Dingen zusammen, die wir besser machen müssen“, sagte Fritzmeier. Löwen-Gesellschafter Stefan Krämer findet das Vorgehen bemerkenswert: „Genau das ist modernes Coaching.“ Lehtola soll fortan auch beim Eistraining eingreifen und sich dabei in erster Linie um die Keeper kümmern. Dabei trifft der Finne unter anderen auf Antti Karjalainen, den die Löwen erst im Januar eben von Hämeenlinnan Pallokerho an den Main geholt hatten.

          Fritzmeier änderte auch die Aufstellung. So erhielt Verteidiger Maximilian Gläßl am Sonntag gar keine Eiszeit und saß sechzig Minuten auf der Auswechselbank. „Von ihm erwarte ich mehr“, begründete der Interims-Coach die Nichtberücksichtigung. Als überzähliger Importspieler musste zudem Wade MacLeod von den Zuschauerplätzen aus das Geschehen verfolgen. Bitter für die Frankfurter: Stürmer Lukas Koziol zog sich nach einem Stockfoul eine Verletzung zu.

          Spannender Kampf um den Halbfinaleinzug

          Noch ist unklar, ob er in den kommenden Spielen wird auflaufen können. „Ein Ausfall von Lukas würde uns hart treffen, weil wir dann nur noch zehn Stürmer aufstellen könnten“, sagte Fritzmeier. Dennoch machten sich er und die Mannschaft mit neuem Optimismus auf zur nächsten Auseinandersetzung in Kassel. „Die Stimmung ist positiv. Die Jungs wollen an die Leistung vom Sonntag anknüpfen und die Möglichkeit nutzen, gestärkt aus der speziellen Situation herauszugehen“, kündigte der Coach an. Sicher ist: Um ins Halbfinale einzuziehen, müssen die Frankfurter einmal in Nordhessen gewinnen.

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