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Freiburg - Offenbach 2:0 : Vier aus fünf im Abstiegskampf - und der OFC ist dabei

  • -Aktualisiert am

Nach dem 0:2 beim SC Freiburg sind die Offenbacher Kickers weiterhin akut vom Abstieg bedroht. Doch Trainer Frank blickt positiv in die Zukunft. „Es gab natürlich Mängel“, sagt Frank, „aber alles in allem bin ich richtig zufrieden“.

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          Gemessen an den Zahlen bleiben sich die Offenbacher Kickers unter ihrem neuen Trainer treu. Man könnte auch sagen: Sie treten auf der Stelle. Keine drei Wochen hat Wolfgang Frank als Nachfolger des beurlaubten Hans-Jürgen Boysen nun am Bieberer Berg das Sagen, zweimal saß er seitdem in Pflichtspielen auf der Bank - und jedes Mal hieß es am Ende 0:2. Erst in Fürth, jetzt in Freiburg. Aber Zahlen verraten nicht alles. „Es gibt einen großen Unterschied zwischen diesen beiden Ergebnissen“, sagte Frank nach der dreizehnten Niederlage der Kickers im einundzwanzigsten Saisonspiel, eine einmalig schlechte Quote in der zweiten Liga. In Fürth, drei Tage nach seiner Verpflichtung, hatte er eine überforderte, verunsicherte Mannschaft gesehen. Am Sonntag in Freiburg dagegen ein Team, das auf dem richtigen Weg sei. „Es gab natürlich Mängel“, sagte Frank, „aber alles in allem bin ich richtig zufrieden“.

          Uwe Marx
          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Ein gutes Kampfspiel“

          Der OFC hatte die Partie durch ein Elfmetertor und einen Treffer in der letzten Minute verloren, er hatte nach einer Gelb-Roten Karte gegen Suat Türker (67. Minute) eine beträchtliche Zeit lang mit nur zehn Spielern auskommen müssen - und trotzdem war Frank nach Optimismus zumute. Seine Mannschaft habe „ein gutes Kampfspiel“ abgeliefert. Wenn nun noch eine spielerische Steigerung hinzukomme - wovon er fest ausgehe -, dann werde am Ende doch noch alles gut. Was bleibt ihm anderes übrig? Der Kampf um den Klassenverbleib ist eine überschaubare Angelegenheit geworden. „Es wird ein Fünfkampf“, sagte OFC-Vizepräsident Thomas Kalt. Ein Blick auf die Tabelle reicht, um sich dieser Prognose leicht anzuschließen: Es kommen wohl nur noch Ahlen, Dresden, Saarbrücken, Siegen und die Kickers als Absteiger in die Regionalliga in Frage. Vier aus fünf heißt das spannende Spiel - und die Kickers sind dabei. Frank wird nun beharrlich wiederholen, was er vor und in Freiburg betont hat: Die Entscheidung falle spät, womöglich erst am letzten Spieltag der Saison. Bis dahin gelte es, die Nerven zu behalten.

          Nicht jedem gelingt das allerdings, was der Platzverweis gegen Türker verdeutlicht. Der Angreifer leistete sich erst ein Handspiel, für das er die Gelbe Karte sah. Diese Entscheidung erzürnte ihn so sehr, daß er sich vor dem unerfahrenen Schiedsrichter Stefan Schempershauwe - er feierte seine Premiere in der zweiten Liga - aufbaute und ihn laut zeternd zurechtwies. Dafür gab es dann die zweite Verwarnung, und Türker mußte gehen. „Gerechtfertigt“ fand selbst Kalt diese Entscheidung. „Das darf nichts passieren. Wie oft hat er schon wegen solcher Unbeherrschtheiten Gelb gesehen?“, fragte er, und seine unausgesprochene Antwort war: viel zu oft. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Offenbacher bereits zurück. Mamadou Diabang hatte Dennis Aogo im Strafraum zwar nicht brutal, aber zumindest so ungeschickt attackiert, daß der Gefoulte zum Strafstoß antreten durfte und das 1:0 für den SC Freiburg erzielte (55.). Bis dahin war es ein Duell auf Augenhöhe gewesen. „Ein typisches 0:0“, wie Kalt fand.

          Schumann mit Gehirnerschütterung

          Dabei hatten beide Mannschaften durchaus Chancen, zu Toren zu kommen. Die besten für die Offenbacher vergaben Regis Dorn, der mit einem Kopfball aus kurzer Entfernung ebenso am Freiburger Torwart Alexander Walke scheiterte (26.) wie Stephan Sieger, der allerdings mit einem strammen Schuß (45.). Der OFC bot jedenfalls trotz zweier Rückschläge eine solide Partie: Zunächst fiel Christian Müller wegen einer Knöchelverletzung kurzfristig aus, dann zog sich der frühere Freiburger Daniel Schumann im Zweikampf eine Gehirnerschütterung zu (13.), so daß er durch Matej Miljatovic ersetzt werden mußte. Am passablen Spiel änderte das nichts - und das gegen einen Gegner, der sich noch Hoffnungen auf den Aufstieg in die Bundesliga macht. So wie der nächste Gegner der Kickers, die Münchner „Löwen“, die bereits am Freitag auf den Verlierer warten. Spätestens mit Türkers Platzverweis aber war die Begegnung entschieden. Besiegelt wurde die Niederlage durch einen Kopfballtreffer von Niels Hansen (90.).

          „Wenn man einmal unten steht“, sagte Stephan Sieger, und die kurze Pause danach sagte mehr, als jede weitere Erklärung: dann mißlingen Dinge, die bei einer besseren Plazierung oft gelingen, dann kommen Rückschläge wie der Platzverweis und der Elfmeter zusammen, die spielentscheidend sind. Siegers letzter Satz an diesem Tag dürfte seinem Trainer gefallen haben: „Weiter geht's.“ Die Frage ist nur, wohin.

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