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Frauenfußball-WM : Kennzeichen ohne Zulassung

Schneller als die Fotografen: Von der Panne mit den Kennzeichen für Karl-Heinz Körbel (links) und Sandra Smisek (rechts) ist auf den Bildern nichts zu sehen. Bild: dpa

Gedacht war der Termin als Werbung für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011. Doch mit den Kennzeichen für die Werbeträger Charly Körbel und Sandra Smisek griffen die Organisatoren gründlich daneben.

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          Die ehemalige Nationalspielerin Sandra Smisek und der Bundesliga-Rekordspieler Karl-Heinz Körbel waren soeben von den Organisatoren der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 zu Botschaftern des Spielorts Frankfurt ernannt worden. Nun fehlte am Freitag nur noch das Beweisfoto. Dafür griff das Organisationskomitee zu dem beliebten und schon bei ähnlichen Anlässen vor der WM 2006 genutzten Mittel, ein Kennzeichen mit den Initialen der prominenten Werbeträger zu überreichen. „Charly“ Körbel bekam also ein „F-CK 2011“ überreicht, was die Eintrachtlegende aufgrund der Rivalität zum 1. FC Kaiserslautern zu dem humorigen, Spruch veranlasste: „Mit FCK kann ich mich eigentlich nicht blicken lassen.“

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Weniger witzig gestaltete sich die Angelegenheit im Fall von Sandra Smisek. Die FFC-Spielerin hat recht unglückliche Initialen. Das Kennzeichen „F-SS“ wird in Deutschland grundsätzlich wegen der historischen Belastung der Abkürzung nicht vergeben. Bei der Vorstellung der WM-Botschafter fiel diese Unannehmlichkeit erst bei der Übergabe auf. Nachdem das Kennzeichen überreicht worden war, verdeckten Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, die OK-Chefin Steffi Jones und Sandra Smisek selbst das Blechschild umgehend vor den Objektiven der Fotografen und zogen es sofort aus dem Verkehr. „Uns ist bei der Übergabe ein bedauerlicher Fehler unterlaufen“, sagte OK-Sprecher Jens Grittner.

          Die Enthüllung fand erst beim Fototermin statt

          Er erklärte den Fehler damit, dass der Auftrag für die Produktion des Nummernschilds erst nach der Zusage von Sandra Smisek am Mittwoch erteilt worden war, routinemäßig habe man dem Hersteller den Namen der Botschafterin genannt. Das Kennzeichen sei erst am Freitag beim DFB eingetroffen und deshalb noch verpackt zum Fototermin gebracht worden. Grittner habe aufgrund einer Sitzung keine Gelegenheit zur Kontrolle gehabt.

          „Gerade der DFB mit dem für soziales Engagement ausgezeichneten Präsidenten Theo Zwanziger und das OK mit der Präsidentin Steffi Jones sind sicher unverdächtig, bei diesem Thema unsensibel zu sein“, sagte Grittner. Der DFB engagiert sich mit Blick auf die Frauen-WM besonders für Integration und gegen Rassismus.

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