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Debüt in der Nationalelf : Die „super aufregende“ Erfahrung der Laura Freigang

  • -Aktualisiert am

Den Debüttreffer von Laura Freigang wusste Norwegens Torhüterin Cecilie Haustaker noch zu verhindern. Bild: dpa

FFC-Stürmerin Laura Freigang läuft beim Algarve-Cup zum ersten Mal für Nationalmannschaft auf. Für ihr Debüt gibt es nicht nur von der Teamkollegin ein dickes Lob.

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          Lange, ewig lange hatte sie diesem Moment entgegengefiebert. Hatte den Tag mal sehnsüchtig herbeigesehnt, mal den Glauben verloren, dass sie ihn noch erleben wird. Laura Freigang gibt offen zu, dass sie mit ihrer monatelangen Lage im Grenzbereich zwischen Hoffnung, Erwartung und Bangen psychisch zu kämpfen hatte. Mit ihrer Lage, die mit „auf dem Sprung in die Nationalmannschaft“ ganz gut beschrieben ist. Am Samstag war es so weit: Aus der Kandidatin ist ein Mitglied der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft geworden. Beim Algarve-Cup, einem traditionsreichen Vorbereitungsturnier im Frauenfußball, gab die unlängst 22 Jahre alt gewordene Angreiferin des 1. FFC Frankfurt ihr Debüt für Deutschland. 17 Minuten plus Nachspielzeit dauerte ihre Premiere, die sich für sie wie eine Reise ans vorläufige Ende ihrer Träume anfühlte.

          Schon als die Einladung kam, sei sie „aus dem Häuschen gewesen“, erzählt die Torjägerin, die sich mit 13 Treffern in 16 Bundesligaeinsätzen für den FFC empfahl. Die Treffer zum 4:0-Halbfinalsieg gegen Norwegen, der überraschend deutlich und überzeugend ausfiel, waren zwar schon gefallen, als Laura Freigang das Feld des Estádio Municipal von Lagos betrat. Aber in ihrer kurzen Einsatzzeit bot sich ihr sogar noch die Chance, ihren Premierentag mit einem Tor zu krönen. Die rechtzeitig aus ihrem Tor geeilte norwegische Keeperin bot der gewohnt durchsetzungsstarken Laura Freigang jedoch keine Chance, den Ball noch an ihr vorbei zu spitzeln.

          Die Oppenheimerin genießt die Erfahrungen bei der Nationalmannschaft. „Allein im Training registriert man die unglaublich hohe Qualität und Professionalität. Ich versuche, viel zu lernen und mit zu wachsen“, sagt sie. Die Momente vor ihren ersten Schritten als Nationalspielerin empfand sie als „super aufregend“. In Frankfurt, wo sie Sportwissenschaften studiert, verfolgte das Match natürlich auch Niko Arnautis. „Laura war sehr präsent und hatte einen guten Einstand. Sie hat generell einen tollen Weg eingeschlagen“, sagte der FFC-Chefcoach, der mit den beiden 21-jährigen Tanja Pawollek und Janina Hechler zwei weitere seiner Spielerinnen im Blickpunkt der Bundestrainerin weiß. Martina Voss-Tecklenburg hatte ihr Team im Vergleich zum Auftaktmatch gegen Schweden (1:0) auf allen elf Positionen verändert und zeigte sich anschließend „erfreut, dass wir so viele Optionen haben“.

          „Laura hat es sich mehr als verdient“

          Da durften sich die beiden eingesetzten Frankfurterinnen mit angesprochen fühlen. Denn 90 Minuten am Ball gegen Norwegen war in ihrem zweiten Länderspiel Sophia Kleinherne. Die 19-jährige Abwehrspielerin hatte ihr Debüt in der DFB-Auswahl im vorigen November gegeben – unter emotional deutlich hochtourigeren Bedingungen, als es Laura Freigang nun vergönnt war. Sophia Kleinherne kam zu ihrer Premiere in den Genuss des Länderspiels gegen England im Wembley-Stadion vor knapp 78.000 Zuschauern. Laura Freigang dagegen sahen am Samstag in Portugal nur rund 300 Besucher zu.

          Ihre Vereinskollegin freute sich jedenfalls mit ihr. „Laura hat es sich jetzt über die Wochen und Monate mehr als verdient. Sie hat gezeigt, was sie zu leisten imstande ist – und das ist eine ganze Menge. Dafür wurde sie nun endlich belohnt“, sagte Sophia Kleinherne, die am Sonntagmorgen schon wieder heimgekehrt ist. In Kürze beginnen die Abiturprüfungen an der Carl-von-Weinberg-Schule, Frankfurts sogenannter Eliteschule des Sports. „Für mich ist immer noch jede Maßnahme bei der A-Nationalmannschaft etwas ganz Besonderes. Ich freue mich über jede Einladung und jede Chance, die ich bekomme, und versuche bis zur U-20-WM so viel wie möglich an Erfahrung aufzusaugen“, sagt Sophia Kleinherne. Die hochveranlagte Defensivspielerin, deren Spiel schon mit 19 eine ungewöhnliche Reife und Selbstverständlichkeit anhaften, ist im Sommer bei dem Turnier in Costa Rica und Panama gefragt. Während die A-Nationalmannschaft nach der durch das frühe WM-Aus im Vorjahr verspielten Olympia-Qualifikation ein Übergangsjahr erlebt, ist Sophia Kleinherne weiter im Dauereinsatz.

          Dass die Bundestrainerin dieses Jahr vor den Europameisterschaften in England 2021 experimentierfreudig zu nutzen gedenkt, eröffnet Perspektiven für Laura Freigang. „Es gibt“, sagt sie, „derzeit gute Chancen für junge Spielerinnen in der Nationalmannschaft.“ Auch mit Blick auf seine beiden aktuellen A-Nationalspielerinnen kommt für den FFC die Fusion mit der Eintracht in diesem Sommer gerade recht. Denn der FFC mit seinen Möglichkeiten zwischen Rang vier und sieben im Bundesliga-Ranking wäre für Laura Freigang und Sophia Kleinherne womöglich bald zu klein geworden.

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