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22 Jahre 1. FFC Frankfurt : Die Institution im Frauenfußball

  • -Aktualisiert am

Manager Siegfried Dietrich machte den 1. FFC Frankfurt groß und erfolgreich. Bild: dpa

Nach 22 Jahren endet die Fußball-Geschichte des 1. FFC Frankfurt. Der Verein geht in der Frankfurter Eintracht auf. Ein Rückblick auf bewegte und vor allem erfolgreiche Jahre.

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          An diesem Sonntag endet mit dem Heimspiel gegen den SC Freiburg (14.00 Uhr) im Stadion am Brentanobad die Fußball-Geschichte des 1. FFC Frankfurt. Der Verein geht in der Frankfurter Eintracht auf. Ein Rückblick auf bewegte und vor allem erfolgreiche Jahre.

          Erfolgreiche Gründerjahre

          Von der unspektakulären Gründung im Klubhaus am Stadion am Brentanobad bis zum „FC Bayern des Frauenfußballs“ war es nicht weit. Der 1. FFC Frankfurt war keine Neuerfindung, sondern eine Fortsetzungsgeschichte. Die SG Praunheim, aus welcher der neue, reine Frauenfußballklub im August 1998 hervorging, war schon eine gute Bundesligaadresse. Es begann eine einmalige Erfolgsgeschichte: weil die Trainerin und Frauenfußball-Pionierin Monika Staab hervorragende Arbeit leistete; weil der unverwüstliche Siegfried Dietrich als Manager die Geschicke des Klubs außerhalb des Rasenvierecks übernahm; weil im Gründungsjahr die unvergleichliche Birgit Prinz die Tormaschine anwarf – und mit einer kleinen Unterbrechung 14 Jahre lang nicht mehr abstellte.

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          Mit der mehr als eine Dekade lang prägenden deutschen Spielerin und dreimaligen Weltfußballerin des Jahres, flankiert von diversen Nationalspielerinnen, prasselten die Titel nur so nieder auf die Frankfurter Frauenfußballunternehmung. Gleich im Gründungsjahr holten die Hessinnen das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg an den Main. Die sportliche und wirtschaftliche Vorreiterrolle dokumentieren sieben deutsche Meisterschaften, neun Pokalsiege und vier Europapokaltriumphe in 22 Jahren. Doch von den 20 Trophäen fielen 17 in die Zeit von 1998 bis 2008. Seitdem sind „nur“ noch drei hinzugekommen.

          Pokal-Sensationen

          In den Nullerjahren dieses Jahrtausends bestellte man beim FFC sein Briefpapier nicht in rauhen Mengen vor. Denn der Briefkopf musste quasi Jahr für Jahr ergänzt werden. Was auch auf der Serie im DFB-Pokal beruhte: Von 1999 bis 2008 erreichten die Frankfurterinnen zehnmal in Serie das Endspiel in Berlin (sieben Siege), das damals noch als „Vorspiel“ des Männer-Finales stattfand. Dieses Event war der mit Abstand größte Bahnhof für den Frauenfußball, der sich einmal im Jahr – im Gegensatz zur nur Fachkreisen vertrauten Liga – einem Millionenpublikum präsentieren durfte. Der clevere Vermarkter Dietrich nutzte dies – nicht zuletzt mit eigens für die Endspiele neu gewonnenen Trikotsponsoren.

          Diese Berliner Zahltage trugen den FFC-Etat und betonierten den Vorsprung vor der Konkurrenz. Legendär sind in dieser Zeit die emotional hochtourigen Duelle mit dem Erzrivalen Turbine Potsdam. Vor allem dann, wenn es zu verbalen Schlagabtauschen kam zwischen Bernd Schröder, dem ostdeutschen Spielerinnenentwickler, und Siegfried Dietrich, dem Spielerinneneinkäufer aus der Bankenstadt. Ein Meilenstein war das Jahr 2002, als neben dem nationalen Double auch der neugegründete Uefa-Cup der Frauen in den Frankfurter Trophäenschrank wanderte. „Dieser Moment ging mir ganz tief unter die Haut. Ich hatte das Gefühl, wir haben den Durchbruch geschafft“, erzählt Dietrich.

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