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Fußball-WM : BWL-Professor: Deutschland wird Weltmeister

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Wird Deutschland Weltmeister? Ein Professor aus Frankfurt will es errechnet haben. Bild: Eilmes, Wolfgang

Mit einer mathematischen Formel der Statistik will ein BWL-Professor aus Frankfurt den Sieger der Fußball-WM errechnet haben. Sein Ergebnis erfreut heimische Fans.

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          Jetzt geht es wirklich rund: Die K.o.-Runde der WM beginnt, wer verliert, muss nach Hause. Doch wer kommt ins Finale? Der Frankfurter BWL-Professor Jan Vecer glaubt, dass er das berechnet hat – mit Statistiken aus der Vorrunde. Brasilien und Argentinien werden im Achtelfinale scheitern, und Deutschland bestreitet das Finale gegen die Niederlande. Und gewinnen wird?

          Jan Vecer ist Professor für Finanzwissenschaft an der Frankfurt School of Finance and Management. Dort kümmert er sich um Wahrscheinlichkeitsrechnung und Statistik. Doch Vecer interessiert sich auch für Fußball-Wetten – weil der Markt immer weiter wächst. Schätzungsweise neun Milliarden Euro werden in der Branche im Jahr in Deutschland umgesetzt. Vecer hat deshalb die Statistiken von Tausenden Spielen in der Bundesliga und in der Premier League untersucht und herausgefunden, was sie über den Ausgang einer Partie verraten: Mannschaften, die selten flanken, weit mit dem Ball laufen und oft grätschen, haben beste Chancen, mehr Tore zu schießen als ihre Gegner. Flanken sei so schlecht, weil es effizientere Mittel gebe, um ein Tor zu schaffen – zum Beispiel kurze Pässe oder Distanzschüsse.

          Der Faktor „Flanke“ spielt eine große Rolle

          Vor der WM sagte Vecer: „Wer nach der Vorrunde die wenigsten Flanken gespielt hat, wird Weltmeister!“ Das wären die Niederlande. Die Mannschaft von Louis van Gaal hat nur 27 Flanken geschlagen – und mit zehn Toren am meisten getroffen. Deutschland flankte 67 Mal und erzielte sieben Tore. Klare Sache also? Nein, sagt Vecer. Die anderen Faktoren seiner Formel verrieten nach den 48 Vorrundenspielen der WM mehr über das Ergebnis. Besonders wichtig: die zurückgelegte Entfernung mit dem Ball in einem Spiel. Wer hingegen viel ohne Ball unterwegs sei, habe weniger Aussichten auf Tore, so Vecer.

          Nun aber: Wer gewinnt laut Vecer das Finale? Deutschland oder die Niederlande? Das Resultat der Rechnung ist, dass Deutschland am wahrscheinlichsten immer ein Tor mehr schießt als seine Gegner – also auch als die Elf um Arjen Robben. Aus deutscher Sicht wäre dies ein schönes Ergebnis; besonders überraschend ist allerdings, was Vecer Brasilien und Argentinien prophezeit: das Aus im Achtelfinale gegen Chile und die Schweiz. Das Team von Ottmar Hitzfeld sieht er sogar im Halbfinale. Die beiden Südamerikaner werden von vielen Buchmachern favorisiert. Gegen sie spricht aber laut Vecer eine zu geringe Laufleistung mit Ball.

          Bei Nigeria und Bosnien-Hercegovina vertippt

          Immer wieder sagt der Professor dabei: „Ich kann nur berechnen, was die Zahlen sagen. Ich bin kein Fußball-Experte.“ Natürlich könnte es auch anders laufen, Zufälle oder ein schlechter Schiedsrichter seine Rechnung durchkreuzen. Bosnien-Hercegovina hätte zum Beispiel ins Achtelfinale gehört – Nigeria nicht. Dennoch: Vecer wird wohl etwas Geld auf seine Tipps setzen. „Ich sollte es machen. Die Chancen stehen gut, es würde sich lohnen.“

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