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Skyliners Frankfurt : Reif für den Abstiegskampf

  • -Aktualisiert am

Kein Durchkommen: Center Leon Kratzer (Mitte) bleibt mit vier Punkten hinter seinen Erwartungen zurück. Bild: Joachim Storch

Die Skyliners Frankfurt sind lange das bessere Basketball-Team und verlieren doch gegen Crailsheim 81:83. Es ist die vierte Niederlage in Serie.

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          Quantez Robertson war am Boden zerstört. Gerade hatte der Mannschaftskapitän der Fraport Skyliners die große Chance vergeben, seiner Mannschaft mit Freiwürfen Sekunden vor dem Spielende die Tür zum Sieg weit auszustoßen. Ein Punkt aus zwei Versuchen hätte am Sonntag Nachmittag schon zum ersehnten Erfolgserlebnis über die Crailsheim Merlins gereicht. Doch „Tez“, wie sie ihn beim Frankfurter Basketball-Bundesligaklub nennen, setzte beide Würfe gegen den Ring. So ging es beim Stande von 76:76 in die Verlängerung.

          Die Nerven der Frankfurter lagen blank, viel zu viel ging auch in diesen zusätzlichen fünf Minuten schief. Minutenlang gelang beiden Teams kein Korb, ein Dreier von Robertson führte noch einmal zum Ausgleich. Doch Crailsheim setzte den Schlusspunkt. Knapp 5000 Fans in Frankfurter Ballsporthalle sahen beim 81:83 gegen die Merlins die nächste Frankfurter Niederlage, die vierte in Serie, die siebte in den zurückliegenden acht Spielen.

          Es war eine Art Bergwanderung, die das Team von Cheftrainer Sebastian Gleim gegen Crailsheim unternommen hatte. Zwischendurch war es steil bergauf gegangen. Am Ende um so steiler bergab. Noch im dritten Viertel hatten die Hessen beim Stande von 59:45 mit 14 Punkten vorne gelegen. Frankfurt überzeugte mit starken Phasen und mit Shaquille Hines. 29 Punkte erzielte der Amerikaner, davon sieben durch Dreipunktewürfe. „Ja, Shaquille hat gut gespielt heute“, sagte der Frankfurter Trainer Gleim, „aber das zählt leider nicht.“ Gleim, das war dem jungen Trainer kurz nach dem Spiel deutlich anzusehen, ärgerte diese Heimniederlage vor den voll besetzen Rängen gewaltig. „Ich bin mit keinem Viertel dieses Spiels zufrieden“, sagte Gleim: „Wir haben es heute verpasst, noch besser zu verteidigen, noch besser zu spielen, wenn wir gescort haben.“ Die Skyliners treten aber nicht mit der letzten Konsequenz auf, die ihnen zu einem Sieg über einen Play-off-Kandidaten wie den Merlins verhelfen könnte.

          In die Runde der besten acht Mannschaften werden die Frankfurter aller Voraussicht nach nicht einziehen. Die Zeichen stehen derzeit für den Tabellenvierzehnten eher auf Abstiegskampf. Danach sah es in der Partie gegen Crailsheim lange nicht aus. Die Skyliners waren bis ins letzte Viertel die Mannschaft mit den besseren Schützen, zauberten 14 von 26 Dreipunktewürfe in den Korb der Merlins, die in dieser Disziplin große Probleme hatten und nur 9 von 41 Distanzwürfen ins Ziel brachten. Dennoch ist Crailsheim das drittbeste Team der Liga in der Offensive. Ein bisschen von dieser Qualität zeigte sich zum Ende des Spiels. DeWayne Russel (20 Punkte) gelangen die „big points“. Er entwickelte sich im Team von Trainer Tuomas Iisalo zum Matchwinner mit seiner Fähigkeit im Spiel eins gegen eins, während bei den Skyliners nichts mehr „fallen“ wollte.

          Robertson, mit 16 Punkten der zweitbeste Korbschütze der Frankfurter, übernahm die Verantwortung und zog immer wieder zum Korb. Sein Dreier zum 81:81 in der Verlängerung weckte noch einmal die Hoffnung. Aber die Antwort nach Russels eiskaltem, erfolgreichem Mitteldistanzwurf (9,6 Sekunden vor dem Ende) missglückte dem Frankfurter Kapitän. Sein Wurf von der Freiwurflinie aus dem Dribbling war viel zu kurz. Aus und vorbei. Der Pechvogel des Abends hieß Quantez Robertson. Mit Vorwürfen muss der ansonsten famos spielende Guard nicht rechnen. Sechsmal hatte er den Merlins den Ball während dieser Partie geklaut, hatte sein Team mit großer Energie vorangetrieben. Die Enttäuschung, dass es nicht zum Sieg gereicht hatte, sah man dem 35 Jahre alten Profi an. „Ich würde Tez niemals wegen so etwas kritisieren“, sagte Trainer Gleim: „Er ist unser komplettester Spieler mit einem tollen Charakter.“

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