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Frankfurt Skyliners : Gordon Herbert entscheidet sich für Kanada statt Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Keine Rückkehr in die Ballsporthalle: Gordon Herbert hat den Skyliners abgesagt. Bild: Imago

Gordon Herbert kehrt nicht als Headcoach der Skyliners zurück. Der langjährige Trainer des Basketballklubs hat sich für einen Verbleib in Kanada entschieden. Sebastian Gleim bleibt Coach in Frankfurt.

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          Es musste so kommen: Gordon Herbert wird in der neuen Basketball-Bundesliga-Saison nicht als Cheftrainer zu den Fraport Skyliners zurückkehren. Erster Mann im Trainerstab bleibt auch in der neuen Runde sein 35 Jahre alter Nachfolger Sebastian Gleim. Zwar hatte der 61 Jahre alte Herbert, der in Frankfurt schon dreimal unter Vertrag stand, eine bindende Vereinbarung mit den Frankfurtern für das neue Spieljahr. Diese sah jedoch vor, dass er ausschließlich Headcoach bei den Skyliners gewesen wäre.

          Eine Doppelfunktion von Herbert als Nationaltrainer und Vereinstrainer hatten er und Skyliners-Geschäftsführer Gunnar Wöbke immer ausgeschlossen. Er habe Wöbke im März darüber informiert, dass er seine Tätigkeit im Trainerstab der kanadischen Nationalmannschaft über diese Saison hinaus fortsetzen werde, sagte Herbert am Montag der F.A.Z.. „Damit endet mein Vertrag in Frankfurt.“ Der im Sommer 2019 geschlossene Zweijahresvertrag von Herbert mit den Kanadiern dürfte Wöbke schon zum Zeitpunkt der Unterzeichnung irritiert haben. Er hatte dem Kanadier die einjährige Auszeit von der Bundesliga schließlich ermöglicht.

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          Auch in Zukunft strebt Herbert, der zuletzt zudem als Berater des NBA-Klubs Brooklyn Nets gearbeitet hatte, eine Doppeltätigkeit an. Wird der Kanadier womöglich einen anderen Bundesligaverein übernehmen? „Das ist schwer zu sagen. Ich mag aber Deutschland“, sagte er vielsagend. Denkbar, dass Herbert, der in Frankfurt aus Gesundheitsgründen nicht auch Nationaltrainer sein wollte, die Aufgabe bei den wirtschaftlich limitierten Skyliners nicht mehr gereizt hat. Schon in der Vorsaison hatte der Meistertrainer von 2004 mit den sportlichen Gegebenheiten am Main stark zu kämpfen.

          Skyliners bereiten sich im Homeoffice vor

          Das aktuelle Skyliners-Team nimmt derweil Mitte Mai wieder Formen an. Aufbauspieler Joe Rahon war am Sonntag der erste Rückkehrer aus den Vereinigten Staaten an seinen Arbeitsplatz in Frankfurt. Ihm folgten am Montag seine amerikanischen Landsleute Quantez Robertson und Matthew McQuaid. Flügelspieler Shaquille Hines wird an diesem Dienstag zurück in Hessen erwartet. Fehlt nur einer: Matthew Mobley. Der Aufbauspieler aus den Vereinigten Staaten zog am Sonntag überraschend seine Zusage zurück, am geplanten Bundesliga-Endturnier in München teilzunehmen. „Er hat Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus“, sagte Gleim am Montag der F.A.Z.. Die Frankfurter akzeptieren seine Entscheidung, auch wenn sie jetzt neue Personalüberlegungen anstellen müssen. „Bis Sonntag sah unser Fahrplan vor, mit der bestehenden Mannschaft ins Finalturnier zu gehen“, berichtete Gleim. Nun könnte ein neuer Spieler Mobley ersetzen. „Es muss jemand sein, der sofort verfügbar ist.“ Das zum jetzigen Zeitpunkt zu realisieren, so der Cheftrainer, werde „nicht ganz einfach sein“. Ein Fragezeichen steht außerdem hinter der Verwendbarkeit von Aufbauspieler Daniel Schmidt aus Vertragsgründen.

          Ihren letzten gemeinsamen Wettkampf hatten die Skyliners am 7. März beim 90:82 in Gießen bestritten. Es folgte aufgrund der Corona-Pandemie die Unterbrechung des Spielbetriebs. Ein Saisonabbruch wie im Eishockey und Handball kam für die Basketball-Bundesliga (BBL) aber nicht in Frage. Genehmigt die Staatskanzlei des Freistaats Bayern an diesem Dienstag das Hygiene- und Sicherheitskonzept der BBL – wovon auszugehen ist –, werden zehn von 17 Klubs in München in zwei Fünfergruppen und mit modifiziertem Play-off-Modus den neuen deutschen Meister ermitteln.

          Als die in der Hauptrunde mit Rang 14 am schlechtesten plazierte Mannschaft des Teilnehmerfeldes gehen die Skyliners nur mit Außenseiterchancen ins Rennen. Gleichwohl soll nach der Gruppenphase, in der Frankfurt unter anderem auf Berlin, Ludwigsburg und Bamberg treffen wird, noch nicht Schluss sein. Für den Viertelfinaleinzug müssten die Skyliners ein Team hinter sich lassen. Zwar haben die Skyliners ihre Spieler wieder zusammengezogen, vereint ist das Team jedoch noch nicht. Die amerikanischen Profis müssen sich nun zwei Wochen lang in häusliche Quarantäne begeben.

          Fit halten sollen sie sich per Videotraining. Bälle auf den Korb werfen können sie so nicht. Die Frankfurter wollen nun laut Gleim prüfen, ob für die Amerikaner demnächst die Möglichkeit besteht, Einzeltraining im Trainingszentrum in der Nordweststadt zu absolvieren – und zwar nur für den Fall, dass sie zuvor zweimal negativ auf das Coronavirus getestet worden sind. Die deutschen Spieler sowie der Trainerstab und das Funktionsteam haben sich schon am Sonntag einem Test unterzogen. Keiner hat sich infiziert. Wenn auch die zweite Testreihe ohne positiven Befund verläuft, sollen die deutschen Spieler frühestens am nächsten Montag mit Kontakttraining beginnen.

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